A Travellerspoint blog

Entries about santa cruz

Paradise Lost

Die Galapagos-Inseln

sunny 25 °C

In den frühen Morgenstunden des 2. Juni wurden wir von unserem Tour-Operator im Casa Helbling abgeholt. Der alte Flughafen Quitos ist seit zwei Jahren ausser Betrieb, weil er mit grossen Maschinen nicht angeflogen werden konnte. Der neue Flughafen befindet sich fast eine Stunde ausserhalb des Stadtzentrums, aber wir konnten es uns im eigens für uns bestellten Mini-Van gemütlich machen und es dämmerte uns, dass wir kurzfristig ins Pauschal-Touristen-Paradies abgedriftet waren. Wie bequem ist doch Reisen so! Man wird vor der Hoteltür abgeholt, zum Check-in-Schalter gebracht, erhält die Reisedokumente in die Hand gedrückt und das Abenteuer kann losgehen. Für einmal war es schön, aus der Backpacker-Haut zu schlüpfen. ;-)

Der Flug mit der ecuadorischen Fluggesellschaft TAME brachte uns via Guayaquil nach Baltra, einer Insel der Galapagos-Gruppe, die ausser dem Flughafen und Vogelkolonien sowie tummelden Seelöwen nichts besitzt. Der Anflug gestaltete sich ähnlich kurios wie auf der Osterinsel: Erst ganz kurz, bevor der Flieger aufsetzt, ist Land in Sicht. Da unsere Kreuzfahrt erst in zwei Tagen beginnen würde, reisten wir nach Puerto Ayora, dem Hauptort der Insel Santa Cruz, die sich südlich von Baltra befindet. Ich hatte bereits eine Tauchexkursion für den nächsten Tag gebucht, sodass ich mich nach der Ankunft noch schnell beim Tauchshop melden und die Tauchausrüstung anprobieren musste.

Am nächsten Morgen ging es früh los, zuerst mit dem Bus über die ganze Insel, dann per Boot zu den Tauchsites (North Seymour und Mosquera). Die beiden Tauchgänge waren fabelhaft, man hatte das Gefühl, durch ein Aquarium zu schwimmen. Kaum hatte ich den Kopf unter Wasser, da sah ich auch schon die erste Schildkröte (von mindestens sechs weiteren), nach etwa 15 Minuten schwamm eine Schule Hammerhaie unter uns durch. Ich war im siebten Himmel. :-)

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Da ich keine Unterwasserkamera habe, aber dennoch dieses wundersame Tier mit seinem breitgezogenen Kopf hier erscheinen lassen möchte, musste ich aufs Internet zurückgreifen (Quelle: Adventureaquarium).

Am nächsten Tag mussten wir zum Flughafen zurückreisen, denn dort nahm uns unsere Reiseleiterin in Empfang. Sie war ausgebildete "Naturalistin" und sehr sachkundig. Im Bus lernten wir unsere weiteren Mitreisenden kennen: drei Schweizerinnen, die vier Monate auf Reisen sind, ein deutsch-schweizerisches Pärchen, eine Dänin, eine Deutsche und drei Amerikanerinnen (Tochter, Mutter und Grossmutter). Abgesehen von einer Person waren sie alle sehr angenehme Zeitgenossen. Bis auf die Dänin und uns buchten aber alle eine kürzere Tour, sodass wir nach fünf Tagen neue "Gspänli" bekamen: zwei etwas anstrengende ältere Italienerinnen und einen lustigen Chinesen, der sehr gut Englisch sprach.

Die Crew bestand neben Captain, Koch und Maschinisten aus drei weiteren Mitgliedern, die rund um die Uhr um unser Wohl besorgt waren (besonders um meines, denn ich wurde in der zweiten Nacht schon arg seekrank und verbrachte die ganze Nacht über dem Plastic-Sack ... Am nächsten Tag bekam ich dann gute Medizin von den Amerikanerinnen ...).

Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Galapagos-Inseln:

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Die Darwin, unser Zuhause für acht Tage.

Die folgenden Kandidaten haben wir jeden Tag mindestens einmal gesehen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Ohrenrobben auf Galapagos: die Galapagos-Seelöwen (Zalophus wollebaeki), auf den Bildern unten, die am häufigsten vorkommen, und die Galapagos-Seebären (Arctocephalus galapagoensis).

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Isla Mosquera

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Die pelzigen Gesellen sahen wir auch praktisch auf jedem Schnorcheltrip, und davon hatten wir zwei pro Tag. (Danke an Rikke Birck für alle Unterwasserfotos, die ich von ihr übernehmen durfte.)

Isla Plaza Sur

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Die Weibchen der Lavaechsen sind rot gefärbt.

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Beim Schnorcheln konnten wir unzählige Wasserschildkröten beobachten.

Isla Santa Fe

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Wir werden schon erwartet.

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Das Empfangskomitee ist gross.

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Isla Española

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Albatrosse (links und weiter unten) und Nazca Boobies sind hier überall anzutreffen.

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Ein Blowhole in Aktion.

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Isla Floreana

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An der Post Office Bay sollen früher Seefahrer ihre Korrespondenz hinterlassen haben. Heute sind es nur noch Touristen. Ob unsere Karte, die wir da hinterlegt haben, wohl jemals ankommt?

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Unser Reisegrüppli (natürlich nur mit den "Coolen" drauf ;-)

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Rochen (links) sahen wir zuhauf, Weissspitzen-Riffhaie nur einmal.

Isla Santa Cruz

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In der Charles Darwin Research Station lernten wir alles über die Schildkröten-Konservation auf Galapagos.

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Diese Panzertiere tollen im Gegensatz zu den obigen in freier Wildbahn herum.

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Auf der Suche nach Schildkröten kann es schon mal sumpfig werden. Im Ganzen hatten wir etwa zwölf gefunden.

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Der Fischmarkt von Puerto Ayora hat Kunden vor und hinter der Theke.

Isla Santiago

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Die Galapagos-Seebären kommen nur an ganz wenigen Orten vor. Der englische Name "furry seal" verweist auf das pelzige Aussehen.

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Um sich nicht zu unterkühlen, halten die Seebären beim Baden ihre Flossen aus dem Wasser.

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Seebären bevorzugen felsigen Untergrund; Seelöwen sind eher Strandgänger.

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Meerechsen kommen nur auf den Galapagos-Inseln vor. Sie sind kleiner als Landechsen.

Isla Bartolome

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Die Insel besteht aus einem erloschenen Vulkankegel, der erklommen (oder, in meinem Fall, erjoggt) werden kann.

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Ebenfalls eindrücklich ist die Wanderung über ein Lavafeld.

Isla Seymour

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Sonnenaufgang um 6 Uhr mit Pelikan.

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Mit Abstand die coolsten Vögel sind die Blue-footed Boobies (Blaufuss-Tölpel). Rechts im Balztanz.

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Boobies machen keine Nester, sondern legen ihr Ei direkt in den Sand.

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Ein Fregattvogel-Männchen wartet mit aufgeblasenem Kehlsack auf ein Weibchen.

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Dieses Männchen ist ein paar Stufen weiter im Fortpflanzungsprogramm, es beschützt das weisse Federknäuel.

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Fregattvögel sind für mich die Könige der Lüfte.

Es war eine wunderbare Reise in ein Paradies, das leider ganz weit weg von der Schweiz liegt. Aber eines ist klar: Irgendwann heisst es "Paradise regained" - ich werde zurückkehren!

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Posted by birdfish 16:32 Archived in Ecuador Tagged iguana santa_cruz turtle galapagos sea_lion boobie floreana baltra bartolomew espanola Comments (7)

Sucre und Santa Cruz

Ruhige Tage in der "Hauptstadt" Boliviens

sunny 25 °C

In Sucre angekommen, nisteten wir uns für ein paar Tage in einem gemütlichen Bed & Breakfast ein, das von einem freundlichen Belgier geführt wurde. Gute Gelegenheit also, wieder einmal mit jemandem auf Holländisch zu plaudern. In dieser gemütlichen Herberge erholten wir uns von den Anstrengungen in Potosí; Sucre liegt nämlich "nur" auf 2800 m.ü.M., was das Atmen wieder erleichterte.

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Unser Gastgeber hat an alles gedacht, Erfrischung inklusive.

In Sucre nutzten wir wieder einmal die Zeit, unsere Travel-Angelegenheiten zu erledigen: Fotochips sichern, Wäsche waschen, Hosen flicken lassen, Paket aufgeben, bloggen usw. Da wir am Wochenende da waren, lagen Museumsbesuche ohnehin nur eingeschränkt drin. Dazu kam noch, dass genau dann ein Autorennen stattfand, bei dem eine Etappe durch die Innenstadt führte, sodass viele Strassen abgesperrt waren. Man muss dazu sagen, das Sucre nicht gerade Monte Carlo ist - sowohl platz- als auch sicherheitsmässig.

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Blick auf die Altstadt vom hoch gelegenen Viertel Recoleta aus.

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Convento de Recoleta.

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Abstieg ins Stadtzentrum.

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Auf dem Dach der Iglesia de la Merced.

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Blick auf die Kirche San Felipe de Neri gegenüber, die leider geschlossen war.

Sucre bezeichnet sich selbst als "La Capital", die Hauptstadt Boliviens. In der Tat ist sie die konstitutionelle Hauptstadt des Landes, hier wurde auch die Unabhängigkeit Boliviens ausgerufen. Der Regierungssitz befindet sich allerdings in La Paz, das gemeinhin als Landeshauptstadt bekannt ist.

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Plaza 25 de Mayo mit Blick auf die Kathedrale.

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Im Innern der Catedral Metropolitana.

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Der Oberste Gerichtshof Boliviens.

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Immer wieder stösst man in Sucre auf pittoreske Gässchen.

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Diese Boliden machten am Wochenende die Innenstadt unsicher.

Da wir in unserem Hostal die (piekfeine!) Küche benützen durften, bot sich ein Einkaufsbummel auf dem Markt an. Dort wird alles feilgeboten, was das kulinarische Herz begehrt (oder eben nicht ...):

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Da ich für Kuhschnauzen kein geeignetes Rezept zur Hand hatte, haben wir uns halt doch für Poulet entschieden.

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Das Ergebnis haben wir uns im Esszimmer schmecken lassen, das wir für uns alleine hatten.

Santa Cruz
Nach ein paar Tagen flogen wir bequem per Flugzeug weiter nach Santa Cruz de la Sierra, der grössten und wirtschaftlich bedeutendsten Stadt Boliviens. Mit an Bord waren einige der Rennfahrer, die mit ihren riesigen Pokalen die Fächer fürs Handgepäck belegten.
Die Metropole überwältigt mehr mit ihrer Grösse als mit ihrem Charme und wir beschlossen, nicht allzu viel Zeit hier zu verlieren. Nicht entgehen liessen wir uns allerdings einen Besuch in der angeblich besten Pizzeria der Stadt und wir wurden nicht enttäuscht.

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Die Plaza Principal mit der Catedral de Santa Cruz.

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Wiederum ein schönes Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum.

Am besten gefallen hat uns in Santa Cruz unser gefiederter Mitbewohner Simon. Gemeint ist nicht etwa Freiheitsheld Simon Bolívar, sondern der handzahme Tukan, der im Garten unseres Hostals hauste. Andere Leute fahren in den Urwald, um diese besonderen Vögel zu beobachten, wir konnten dies vom Frühstückstisch aus tun. Manchmal war er jedoch nicht so guter Laune, sodass man um seine Zehen und Finger fürchten musste.

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Toucans in their nests agree
Guinness is good for you
Try some today and see
What one or toucan do

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Simon hatte auch ein Gspänli, Manuela, das aber weitaus weniger zutraulich war.

Nach zwei Tagen flohen wir aber bereits nach Samaipata, einem beschaulichen Backpacker-Dörfchen am Rande des Amboró-Nationalparks. Dort würden wir uns wieder auf die Spuren Ernestos begeben - mehr dazu im nächsten Beitrag ...

Posted by b.visser 16:22 Archived in Bolivia Tagged santa_cruz sucre Comments (1)

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