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Bangladesch - Teil 1

Dhaka: Dichtestress am Golf von Bengalen

sunny 23 °C

"Wieso Bangladesch?", wurden wir immer wieder gefragt. Nach rund drei Wochen in diesem eher unbekannten Land fällt uns die Antwort leicht: Weil Bangladesch eine äusserst spannende und vielseitige Destination ist.

Viele kennen Bangladesch lediglich als eines der ärmsten Länder der Welt, chronisch überbevölkert und regelmässig von Überschwemmungen heimgesucht. Dieses kleine Land, fast vollständig umklammert von seinem grossen Nachbarn Indien, bietet dem interessierten Besucher jedoch spannende Einblicke, üppige grüne Landschaften und den weltweit längsten natürlichen Sandstrand. Aber die Hauptattraktion Bangladeschs sind seine Einwohner mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Die wenigen Touristen, die es hierhin schaffen, werden mit freundlicher Verwunderung und neugierigen Blicken empfangen.

Der Reiz Bangladeschs erschliesst sich dem Besucher aber nicht gleich auf Anhieb. Die meisten Besucher reisen über den internationalen Flughafen Hazrat Shah Jalal in der Nähe der Hauptstadt Dhaka ein. Und diese Stadt hat es in sich: Dhaka ist ein unvorstellbar lautes, dreckiges, stinkendes 14-Millionen-Ungetüm, das den Besucher verschluckt und nur widerwillig wieder hergibt. Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt (rund 17 km) kann schon mal zwei bis drei Stunden dauern. Der Verkehr ist permanent lahmgelegt, abertausende Fahrradrikschas, Tuktuks, Autos, Busse und Menschen mit Handkarren versuchen sich einen Weg durch das Chaos zu bahnen. Dazwischen tummeln sich immer wieder Bettler, Krüppel, Kühe und Ziegen.

Hat man seine Unterkunft erstmal erreicht, die entsprechenden Trinkgelder (Bokschisch) verteilt und die Tür hinter sich zugezogen, fragt man sich, ob man überhaupt jemals noch einen Fuss vor das Hotel setzen möchte. Wir beschlossen erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen.

Ein CNG (eine Art gasbetriebenes Tuk-Tuk) ist das ideale Verkehrsmittel im Strassenchaos Dhakas.

Inschallah, auf ins Getümmel!
Tags darauf engagierten wir einen Rikschafahrer, der uns herumchauffieren sollte, damit wir möglichst ohne Anstrengung Dhaka entdecken konnten. Er nahm uns mit auf eine unterhaltsame, teilweise haarsträubende Reise durch den Gassendschungel von Old Dhaka, wo unzählige kleine Läden, Werkstätten und Garküchen auf Kundschaft warten. Hoch oben auf unserem Gefährt fielen wir natürlich besonders auf und ständig winkte und rief man uns zu.

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Überall Rikschas, wohin man auch sieht.

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Sat-Gumbad-Moschee, einer der ältesten Moscheen Dhakas (1680).

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Auf dem Gelände des Lalbagh-Forts befindet sich das Grabmal der Tochter des Khans. Nicht gerade der Taj Mahal, aber immerhin ...

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In den verhältnismässig ruhigen Gärten des Forts blieben wir nicht lange unbemerkt.

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Der "Pink Palace" Ahsan Manzil, eine einstige Herrscherresidenz, die heute als historisches Museum dient.

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Alle Rikschas sind rundum bunt bemalt, oftmals mit Motiven aus Bollywood-Filmen.

Am Ende unseres Sightseeing-Tages stand noch der Besuch des Nationalmuseums auf dem Programm. Auf vier Stockwerken erfährt man alles über Geschichte, Kunst und Kultur Bangladeschs. Eine ganze Abteilung ist dabei dem Unabhängigkeitskrieg gewidmet (Bangladesch löste sich 1971 nach einem blutigen Kampf von Pakistan).
Ein besonderes Kuriosum in diesem Museum ist jedoch der "Swiss Corner" - In einigen Schaukästen soll dem Besucher mit Kuhglocken, Appenzeller Trachtenpuppen und Walliser Holzmasken die Schweiz näher gebracht werden. Der tiefere Sinn dahinter blieb uns jedoch verborgen ... Ein weiteres Highlight war die Sammlung europäischer Malerei, wobei man sich dabei auf Repros beschränkt hat.

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Die passenden Kühe dazu gibts an der nächsten Strassenkreuzung.

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Da kann man sich das Musée du Louvre getrost schenken!

Am folgenden Tag regelten wir unseren Mangroven-Ausflug im Mittelklasse-Stadtteil Banani, was uns aufgrund des zähen Verkehrs wieder einige Stunden kostete. Anschliessend liessen wir uns zum Parlament fahren, einem Beton-Monumentalbau des amerikanischen Architekten Louis Kahn. Leider blieben uns der Zutritt zum Gelände und somit interessantere Ansichten dieses modernen Bauwerks verwehrt.

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Nach zwei Tagen in Dhaka machte sich auch die horrende Luftverschmutzung bemerkbar: Viele Besucher klagen über gereizte Atemwege und irritierte Augen. Man betrachte den gelben Dunstschleier im obigen Bild. Zeit also, diesem Moloch vorerst den Rücken zuzukehren.

Posted by b.visser 23:08 Archived in Bangladesh Tagged louis dhaka cng kahn banani riksha pinkpalace Comments (2)

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