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Südkorea - Im Land der Morgenstille

Erste Station: Busan

semi-overcast 24 °C
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Bereits fünf Stunden, nachdem wir in Fukuoka abgelegt hatten, tauchten am Horizont die Hochhäuser Busans auf, der zweitgrössten Stadt Südkoreas. Es war ein besonderes Erlebnis, statt per Flugzeug mit dem Schiff in ein Land einzureisen, obwohl sich die Passkontrolle im Hafen nicht gross von jener am Flughafen unterschied.

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Einlaufen in Busan

Durchfahrt unter der Gwangan-Brücke.

Durchfahrt unter der Gwangan-Brücke.

Eine Unterkunft hatten wir bereits über Agoda reserviert, schliesslich war Wochenende und wir hatten keine Lust, lange auf die Suche zu gehen. Unsere Bleibe - mit dem unscheinbaren Namen "M2 Motel" - hielt jedoch eine Überraschung für uns bereit. Hatten wir in Japan noch über die "Love Hotels" geschmunzelt, wurde uns nach dem Check-In langsam bewusst, dass wir in eben solch einem gelandet waren. Der Empfangsbereich hatte uns bereits stutzig gemacht - auf einer Leuchttafel waren die verschiedenen Zimmer abgebildet, die meisten in poppigem 80er-Jahre-Design mit Wandtapeten und schnittigem Interieur. Der Frontdesk war ein Schalter mit verdunkelter Scheibe und einer Öffnung gerade mal so gross, dass man den Zimmerschlüssel und die Kreditkarte durchschieben konnte. Im Zimmer erwarteten uns eine etwas kitschige Moulin-Rouge-Wandtapete (die meinen Geschmack als Heimweh-Parisien durchaus traf), wahlweise schummriges Licht und auffallend viele Beauty-Produkte für weibliche Gäste. Und für vergessliche Liebespaare die entsprechenden "Schutzvorkehrungen" ^_^

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Kuschliges Ambiente auf Koreanisch


Ab ins Grüne

Am nächsten Tag zog es uns bereits aus dieser quirligen Metropole hinaus ins Grüne zum Beomeo-sa Tempel, der etwas ausserhalb, umringt von sattgrün bewachsenen Hügeln, liegt. Der stattliche, farbenfrohe Tempel war bereits gut besucht und so gingen wir nach kurzer Zeit weiter, denn eigentlich galt er uns nur als Ausgangspunkt für eine Tageswanderung im darüberliegendenen Fort Geumjeongsanseong . Von diesem ist ausser der Befestigungsmauer nichts mehr erhalten, aber das ehemalige Festungsgebiet dient heute als beliebtes Wandergebiet mit vielen verschiedenen Routen. Wir wählten die ca. 8 km lange Route vom Nordtor zum Südtor und spazierten und kletterten die nächsten 4 Stunden gemütlich der bestens (auf koreanisch) ausgeschilderten Route entlang. Zwischendurch boten sich uns Aussichten auf die Stadt hinunter und Ansichten, die mit etwas Fantasie an die Grosse Mauer in China erinnerten.

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Kunstvolles Zimmerhandwerk

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Die kleine Mauer von Südkorea

Das Osttor.

Das Osttor.

Am Abend machten wir Bekanntschaft mit einer südkoreanischen Institution, der wir sehr angetan waren: einem sogenannten "Hof". Hofs (oder Höfe?) sind Bierkneipen, die offenbar keine Lizenz für härtere Sachen haben, diese dafür mit einer beeindruckenden Bierauswahl wettmachen. Jene Biertrinkenden, die bereits einmal in Asien waren, wissen, dass der lokale Gerstensaft zwar durchaus schmackhaft ist, aber manchmal verleidet. Nun, da bietet ein koreanischer "Hof" die Lösung: Dutzende internationale Biere, offen oder in der Flasche, zu erschwinglichen Preisen. Ob Guinness, VB, Budvar, Hoegaarden oder Lapin Kulta - für jeden ist etwas dabei! Und als Holländer bin ich natürlich immer schwer beeindruckt, wenn ich Grolsch in der Bügelflasche vorfinde :)
Aber auch der steigende Bierpegel machte die Verständigung mit den koreanischen Gästen am Tresen nicht einfacher und so beschränkte sich unser Gespräch wie so oft auf ein Minimum (auch die Übersetzungs-App unseres Nachbars konnte da nicht helfen ...).

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Beim Schnauz des Konfuzius!

An unserem zweiten Tag in Busan hatten wir eine leidliche, aber immer wieder notwendige Mission: Bargeld auftreiben. Dies kann in Asien ein mühseliges Unterfangen sein, denn es gilt, sämtliche Geldautomaten abzuklappern und auszuprobieren, ob sie Maestro akzeptieren (denn wir weigern uns standhaft, mit der Kreditkarte Geld zu beziehen wegen der absurd hohen Gebühren).
Nachdem wir im Hauptbahnhof den Jackpot geknackt hatten, machten wir uns auf den Weg an einen der Stadtstrände Busans. Das Wetter hatte bereits umgeschlagen und so fuhren wir eigentlich nur noch hin, um uns den Wahnsinn einmal anzusehen. Denn Busan zählt 3,6 Millionen Einwohner und gerade mal sieben Strände - Rimini (oder Scheveningen) im Grossformat, sozusagen.

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Badespass in intimem Rahmen

Posted by b.visser 07:17 Archived in South Korea Tagged love motel busan haeundae beomeosa geumjeongsanseong Comments (1)

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