A Travellerspoint blog

Chile

A World Apart

San Pedro de Atacama (Chile)

sunny 25 °C

"You know you're in Chile when the beer is twice the price and half the size", hört man Travellers sagen. In der Tat ist San Pedro de Atacama, dieser kleine Wüstenort im Norden Chiles, nicht gerade billig, vor allem die Touren nicht, die man da machen kann. Aber es lohnt sich! Die Landschaften der trockensten Wüste der Welt sind unglaublich eindrücklich. Wir machten zwei Tage lang vier Touren und am letzten Tag ging's dann für mich wieder einmal hoch hinaus.

Am ersten Abend liessen wir uns von einem fachkundigen und unterhaltsamen Franzosen alles über den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre erzählen. Durch etwa zehn Teleskope konnten wir zudem einen genaueren Blick auf einzelne Konstellationen werfen. Das Highlight war aber das Teleskop, das auf den Mond gerichtet war und durch das der Experte Fotos mit den Apparaten der Touristen machte.

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Im Anschluss an das Gespräch über fremde Galaxien fragte ich ihn, ob er denn an Leben ausserhalb unserer Galaxie glaube. Er bewies Humor und antwortete mit seinem charmanten französischen Akzent: "There is for sure some life out there. Whether these creatures are more intelligent than we, we cannot say. But what we can say for sure: We are more beautiful!"

Die erste Tour führte uns ins Valle de la Luna. Diese vegetationsarme Landschaft erinnert an eine Mondlandschaft, daher der Name. Wir erklommen Hügel, spurteten eine Sanddüne hinunter und liessen uns dann für den Sonnenuntergang auf einer Bergkuppe nieder, um zuzuschauen, wie die Berge von der untergehenden Sonne in Rot getaucht wurden.

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Das Weiss ist natürlich Salz, was der Landschaft einen zusätzlichen irrealen Touch verlieh.

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Der Volcán Licancabur ist der Hausberg San Pedros.

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Bereit für den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen hiess es früh aufstehen, denn der Dampf der Geysire auf dem drittgrössten Geysirfeld der Welt, El Tatio, lässt sich nur bei Kälte beobachten. Um fünf Uhr ging es los, etwa 1,5 Stunden fuhren wir im Minibus quer durch die Wüste. Noch vor Sonnenaufgang standen wir auf dem Feld, das Thermometer zeigte minus 7 Grad an!

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Endlich! Die Sonne kommt! Ich kann verstehen, warum die indigenen Völker hier einen Sonnenkult betreiben bei den tiefen Temperaturen in der Nacht.

Nachdem die Sonne aufgegangen war, konnte man sich in den nahe gelegenen Thermalquellen wieder aufwärmen.

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Auf dem Rückweg besuchten wir noch imposante Kakteen, die bis zu 500 Jahre alt sind. Und das eine oder andere Vicuña und Flamingos durften natürlich auch nicht fehlen.

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Let's hug, my friend!

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Das Nachmittagsprogramm gestaltete sich etwas entspannter: Es ging von Lagune zu Lagune. In der Laguna Sejar kann man sich wie im Toten Meer treiben lassen ohne unterzugehen, Schlammpackung inklusive.

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"Und da geht's morgen hin!"

Am nächsten Morgen hiess es wiederum um halb fünf aufstehen, diesmal aber für ein Erlebnis der besonderen Art. Nach unserem Fuji-Abenteuer fand ich, dass es wieder einmal an der Zeit war, einen Vulkan zu besteigen und meine persönliche Bestmarke zu überbieten. Die höchste Höhe, die ich je zu Fuss erreicht hatte, war etwa 5000 m.ü.M., wobei ich damals nur etwa 200 Höhenmeter überwinden musste. Der Volcán Lascar, der aktivste der chilenischen Vulkane, war da ein anderes Kaliber. Ich schloss mich einer Gruppe von drei Franzosen und einer Brasilianerin an, und zusammen mit zwei Bergführern ging es morgens um 5 los. Etwa um 7 Uhr erreichten wir die Laguna Lejia, das Aussenthermometer des Jeeps zeigte minus 12 Grad an. Wer will da schon aussteigen?!

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Ich hätte mir ein Stativ gewünscht...

Bei Sonnenaufgang machten wir uns auf 4800 m.üM. auf den Weg. Mein Ziel war, den Kraterrand auf 5450 m.ü.M. zu erreichen. Ambitionen, den Gipfel auf 5600 m.ü.M. zu erklimmen, hatte ich zwar schon, aber unser Hauptführer würde erst beim Kraterrand entscheiden, ob der Gipfelsturm unternommen würde.

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Unsere Gruppe beim Start (links im Bild unser Bergführer). Die Franzosen (zwei Männer und eine Frau) schienen stark zu sein. Ich ordnete mich konditionstechnisch vor der Brasilianerin, aber hinter den Franzosen ein.

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Der Kraterrand war nach etwa 2,5 Stunden steilen Aufstiegs erreicht. Ich fand es unglaublich anstrengend, vor allem wegen der Höhe und auch, weil man teilweise Schwefelgestank einatmen musste.

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Der Blick hoch zum Gipfel. Die "Wolke" ist der Schwefeldampf des Vulkans.

Unser Guide entschied: Wir gehen hoch! Und zwar als geschlossene Gruppe! Mein Flehen, mich beim Kraterrand zurückzulassen, ignorierte er... ;-)

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YESSSS!! Geschafft!! Das iPhone machte nicht mehr mit auf dieser Höhe, die Kamera dafür schon! Nach einer weiteren Stunde des Aufstiegs (die steilste Partie der ganzen Wanderung) erreichten wir 3 Stunden und 40 Minuten nach dem Losmarsch beim Jeep den Gipfel - eine sehr gute Zeit, wie unser Guide fand.

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Nach einer halbstündigen Pause auf dem Gipfel machten wir uns wieder auf den Abstieg. Mich überfielen heftige Kopfschmerzen...

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Auf dem Hosenboden ging es auf einem Schneefeld 400 m steil den Berg runter, gebremst wurde mit den Schuhen und den Stöcken.

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Uff! Zurück im "Basecamp".

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Da oben waren wir!

Jedes Mitglied der Gruppe hatte mit der Höhe zu kämpfen. Einem der Franzosen ging es ganz übel. Und auch meine Kopfschmerzen wurden immer arger. Auf der zweistündigen Rückfahrt überfiel mich eine starke Übelkeit; ich konnte meine Augen nicht schliessen. Ich kam in San Pedro an, fiel wie tot ins Bett und schlief erst einmal meinen Höhenrausch aus. Der Berg forderte seinen Tribut, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Am nächsten Morgen hiess es erneut Abschied nehmen von diesem wunderbaren Land. Mitten in der Wüste standen zwei kleine Häuschen, der chilenische bzw. bolivianische Zoll. Ein griesgrämiger Grenzbeamter drückte uns den bolivianischen Einreisestempel in den Pass und wir wurden in einen Jeep verfrachtet, in dem sich bereits fünf Reisende befanden, die zwei Kolleginnen an der Grenze abgeladen hatten, die weiter nach San Pedro reisten. Dies war ihr letzter Tag der dreitägigen Uyuni-Tour, und wir kamen sozusagen in den Genuss einer gratis Tagestour, denn wir hatten einfach einen Transport in die Ciudad de Uyuni gebucht. Umso besser!

Die Fahrt nach Uyuni ging durch das beeindruckende Eduardo-Avaroa-Naturreservat. Unser Fahrer versprach uns, er würde uns zu einem "secret spot" bringen.

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Und auf einmal war da Wasser mitten in der Wüste: der beeindruckende Geheimort unseres Guides, den man nur durch Klimmen erreichen konnte. "Auch ich war in Arkadien", sage ich da nur. ;-)

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Es herrschte eine idyllische Atmosphäre bei den grasenden Lamas.

Es ist schwer zu beschreiben, welchen Eindruck die Landschaften von Atacama auf mich machten. Es war wohl eine Mischung aus Glücksgefühlen und Unglauben, dass es diesen Flecken Erde wirklich gibt. Als wir in Uyuni ankamen, war ich auf jeden Fall körperlich und geistig extrem müde, die Intensität der letzten Tage blieben noch lange an mir haften. Obwohl ich den Salzsee von Uyuni, den wir in den nächsten Tagen besuchen würden, als ein Highlight unserer ganzen Südamerika-Tour ansah, musste ich feststellen, dass ich beim Besuch des Salzseees noch stets im Bann der Atacama-Wüste war... Aber davon dann das nächste Mal.

Posted by birdfish 13:14 Archived in Chile Tagged geyser atacama san_pedro valle_de_la_luna vulkán lascar lagune Comments (3)

Frühstück mit Walfisch

Das südliche Patagonien (Chile)

sunny 10 °C

Unsere Weiterreise brachte uns auf den südamerikanischen Kontinent. Wer von Westen her kommt, beginnt die Route meist in Santiago de Chile. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal da und wusste, dass die Stadt nicht gerade mit vielen Attraktionen lockt, deshalb begrenzte sich unser Aufenthalt auf zwei Tage. Da wir zudem auf der Osterinsel mit acht Stunden Verspätung abgeflogen waren, weil der Flughafen wegen eines schweren Unfalls mit anschliessender Evakuierung der Verletzten gesperrt wurde, verkürzte sich der Aufenthalt noch ein bisschen.

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Die Kathedrale bildet das Kernstück der Plaza de Armas, wie der Hauptplatz der meisten südamerikanischen Städte heisst.

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Das Rathaus heisst noch immer Palacio de la Moneda (Münzanstalt), weil hier früher Geld geprägt wurde.

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Dass die Südamerikaner fürs Leben gern protestieren und demonstrieren, haben wir schon am ersten Tag in Santiago bemerkt. Diese Studenten bekunden ihren Unmut über Abtreibungen.

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Das Mini-Viertel "Paris - Londres" lädt mit seinen Pflastersteinstrassen zum Verweilen - oder Reiseführer-Studieren - ein.

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Der Cerro San Cristobal, Santiagos Hausberg mit 880 m.ü.M., bietet einen schönen Überblick über die Stadt, eine 22 m hohe Statue der Jungfrau Maria inklusive.

Ein Weiterflug brachte uns in das südliche Patgonien, ein Gebiet, das von Argentinien und Chile geteilt wird. Ursprünglich war unser Plan, von da direkt mit dem Bus nach Ushuaia, in die südlichste Stadt der Welt zu fahren. Ich wurde aber auf eine Firma namens Transbordadora Austral Broom aufmerksam, die Schiffsreisen nach Puerto Williams organisiert, das noch südlicher als Ushuaia liegt. Zwischen Ankunft per Flieger in Punta Arenas und Abreise mit dem Schiff hatten wir einen Tag Zeit, die Umgebung des Ortes (übrigens mit etwas mehr als 117'000 Einwohnern die südlichste Grossstadt der Welt) zu erkunden. Wir machten eine sehr empfehlenswerte Tour, die zwar viel Busfahren beinhaltete, uns jedoch schliesslich zu einer Gruppe von etwa 80 Königspinguinen brachte.

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Punta Arenas war einst eine reiche Stadt, die im chilenischen Wollhandel aufblühte. Viele Ausländer haben sich hier niedergelassen, insbesondere Kroaten und auch viele Schweizer. Es gibt sogar einen Stadtteil "Zurich" mit einer Guillermo-Tell-Strasse! Wir fanden aber den Ort mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 6 Grad und 148 Regentagen eher unwirtlich.

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Der Friedhof zeugt heute noch vom Glanz vergangener Tage: Die Grabstätten der Schafbarone und anderer wichtiger Persönlichkeiten.

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Ein interessantes Museum in Porvenir führte uns in die Kultur der Ureinwohner, der Selk'nam, ein. Dieses Nomadenvolk kam von Asien her über die Beringstrasse auf den armerikanischen Kontinent und wanderte bis in den untersten Zipfel Südamerikas. Sie lebten hauptsächlich von Guanakos (kamelartigen wilden Tieren) und anderen Kleintieren, die sie jagten. Die Selk'nam wurden im Zuge der argentinischen Kolonialisierung von Südpatagonien ausgerottet.

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Es herrscht Weltendstimmung im Feuerland. Den Namen "Tierra del Fuego" hat übrigens Magellan geprägt, der 1520 auf einer Erkundungstour in diesen Gefilden unterwegs war. Er fand keine Siedlungen, sah aber des Nachts viele Feuer im Süden der Meerenge brennen, die von den Nomaden entfacht worden waren.

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Schafe gibt es übrigens immer noch viele. Bei denen hier heisst die nächste Station Schlachtbank, wie mir unser Guide versichert hat.

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Der Weg zu den Pinguinen führte an einer Lagune mit Flamingos vorbei.

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Die Königspinguine der Bahía Inútil sind seit neun Jahren dort angesiedelt und sind - nicht wie jene Kolonie auf der Isla Magdalena in der Nähe - das ganze Jahr über zugegen. Wir lernten, dass man erst ab der dritten Generation von einer Kolonie spricht, also dann, wenn solche Tiere, die da geboren wurden, sich wieder fortgepflanzt haben. Momentan zählt die Pinguingruppe zwei Generationen. Des Weiteren haben wir uns sagen lassen, dass die Königspinguine die schöneren Zeichnungen haben als die Kaiserpinguine, die es nur in der Antarktis gibt. Dem Treiben zuzuschauen und dem Geschnatter zuzuhören fand ich sehr eindrücklich.

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Im Dorf Cerro Sombrero war nicht gerade viel los. Auf die Schafzucht folgte die Entdeckug des schwarzen Goldes. Heute lebt die Bevölkerung hier hauptsächlich von der Petrochemie.

Am nächsten Abend hiess es einschiffen auf der Yanghan. In 30 Stunden würde uns das Schiff von Punta Arenas nach Puerto Williams bringen. Wir gönnten uns den Luxus der ersten Klasse, wo man den Sessel wirklich waagrecht legen konnte. Ich habe super geschlafen! Im Folgenden ein paar Eindrücke dieser wunderlichen Schiffsreise durch die Magellanstrasse und den Beagle-Kanal:

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Am zweiten Tag kamen Kinder schreiend durch die Kabine gerannt: "Balena! Balena!" Ich fasste sofort meine Kamera und eilte aufs Deck. Und da tummelten sich tatsächlich mindestens zwei Walfische in einer Bucht, die wir soeben passiert hatten. Das ist alles, was das Objektiv meiner Kamera rausholen konnte:

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Es gibt schlechtere Aussichten vom Klo aus!

Dann passierten wir einen der unzähligen Gletscher des Darwin-Gebirges. Dieser hier küsste den Ozean: Eine wunderbare Ansicht! Unsere Crew liess es sich nicht nehmen und zog Eis aufs Schiff, das beim Verlassen des Schiffs als - wenn auch vergängliches - Präsent an die Passagiere abgegeben wurde.

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Um Mitternacht am nächsten Tag liefen wir im Hafen von Puerto Williams ein. Das Dorf zählt 2500 Einwohner und ist ... wirklich am Ende der Welt! Das Wetter war regnerisch, kalt, und wir fanden, dass auf einmal aus dem Motto unserer Reise, Let's Summer, nun "Let's Winter" geworden war ... o_O

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Im Hafen liegen viele europäische und amerikanische Yachten, deren Besitzer hier überwintern.

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Die Einwohner leben hauptsächlich von der Fischerei.

Eigentlich wollten wir den Ort baldmöglichst wieder verlassen, denn eigentlich war unser Ziel ja Ushuaia in Argentinien und nicht Puerto Williams in Chile. Da es aber am Sonntag keinen Bootservice über den Beagle-Kanal gab, blieben wir einen Tag länger und kamen in den Genuss einer Gratis-Bootsfahrt. Einmal pro Monat bedient die Yanghan, mit der wir gekommen waren, Puerto Toro, das mit seinen 18 Einwohnern der südlichste Ort der Welt ist, wo eine zivile Bevölkerung lebt. Auf einer Wanderung um das Dorf und auf einen dahinterliegenden Hügel konnten wir die subarktische Flora geniessen.

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Die wohl südlichste Kirche der Welt.

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Vergebens hatten wir am Yachthafen in Puerto Williams nachgefragt, ob zufällig bald jemand nach Ushuaia segeln würde, denn die halbstündige Bootsfahrt mit - wohlbemerkt - einem Schlauchboot kostet 120 Franken pro Person ... Aber was will man schon machen am Ende der Welt? Es war die einzige Möglichkeit, nach Argentinien zu gelangen.

Posted by birdfish 16:50 Archived in Chile Tagged santiago cerro_san_cristobal punta_arenas puerto_williams transbordadora_austral_broom Comments (0)

Rapa Nui / Isla de Pascua (Osterinsel)

Letzte Station in Polynesien

sunny 28 °C

Für uns lag Rapa Nui, wie die Osterinsel in der Sprache der Einheimischen heisst, quasi auf dem Weg. Von Tahiti aus gibt es Flüge mit der chilenischen Fluggesellschaft LAN, die anschliessend weitergehen nach Santiago. Wir liessen uns deshalb die Gelegenheit nicht entgehen, diesen mystischen Ort inmitten des Pazifiks aufzusuchen.

Diese entlegene Insel, 3500 km von der chilenischen Küste und über 4000 km von Tahiti entfernt, gilt als eine der ausgefallensten Reisedestinationen überhaupt. Jeder kennt die Bilder der berühmten Steinskulpturen, aber nur wenige nehmen den weiten Weg dorthin auf sich. Gerade mal 65000 Touristen besuchen die Insel jedes Jahr. Politisch gehört die Osterinsel (wider Willen) zu Chile, geografisch und kulturell zu Polynesien. Das merkt man bereits an der Sprache: Besucher werden wie in Tahiti mit einem herzlichen "iorana" begrüsst.

Zu Unrecht hat Rapa Nui den Ruf, eine teure Destination zu sein (ein kürzlich erschienener Blog-Eintrag auf "Tagi"-Online hat dieses Vorurteil wieder einmal zementiert). Es gibt jedoch genügend Familienpensionen, Bed and Breakfasts und sogar Campingplätze auf der Insel, sodass auch budgetbewusste Reisende Unterschlupf finden. Wir haben uns auf einem Camping in einem Zimmer eingemietet, wo wir die Küche mitbenützen durften. In den Dorfläden kann man sich mit Lebensmitteln eindecken, wenn auch das Angebot eher dürftig ist, und die Insel kann man auf eigene Faust per Moped oder Fahrrad statt auf einer teuren Tour entdecken.

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Unser Campingplatz. Im Holzhaus hinten befanden sich die Zimmer, falls man wie wir etwas mehr Komfort wünschte. Der steinerne Campingwächter ist ein Produkt des 20. Jahrhunderts.

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Vom Zeltplatz aus war es ein Katzensprung zur rauhen Küste, wo jeden Abend dramatische Sonnenuntergänge lockten.

Zunächst erkundeten wir den Haupt- bzw. einzigen Ort auf der Insel: Hanga Roa. Dort erwarteten uns bereits die ersten Moai, die kolossalen Steinstatuen, und gaben uns einen Vorgeschmack auf den Rest der Insel. In einem kleinen, aber feinen Museum kann man sich über Geschichte und Theorien zu den Moai informieren.

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Viele Touristen besuchen die Osterinsel im Rahmen einer Pazifikkreuzfahrt.

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Dieser Moai ist der einzige auf der Insel, bei dem die muschelbestückten Augen noch erhalten sind.

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Überall auf der Insel grasen Pferde.

Wenn abends in Hanga Roa die Sonne untergeht, versammeln sich sowohl Touristen wie Einheimische bei den Moai, um sie vor atemberaubender Kulisse festzuhalten.

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Unweit von Hanga Roa auf einem Vulkan liegt Orongo, ein verlassenes Dorf, das Zeremonialzwecken diente. Hier wurde der seltsame Vogelmannkult zelebriert. Die stärksten und tapfersten Männer der verschiedenen Inselclans versammelten sich hier jedes Jahr, von wo aus sie ins Meer stiegen und zu einer vorgelagerten Insel schwammen, um ein Seeschwalbenei zu suchen und heil an Land zu bringen. Unterwegs drohten vielerlei Gefahren wie steile Klippen, hungrige Haie und die rauhe Brandung. Der Gewinner durfte ein Jahr lang den ehrenvollen Titel Tangata manu, "Vogelmann", tragen und sein Clan genoss vielerlei Privilegien. Ob der Vogelmannkult den Moai-Kult abgelöst hat oder nebenher praktiziert wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde er rund 1860 von christlichen Missionaren unterbunden.

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Ziel des Wettkampfs: Das Inselchen Motu Nui.

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In diesen steinernen Rundbauten hausten die Wettkämpfer, Schiedsrichter, Priester und Angehörige während der Dauer des Wettkampfs.

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Blick in den Vulkankrater.

Mit unserem Scooter, den wir für den gesamten Verbleib auf der Insel gemietet hatten, fuhren wir in den Norden zur religiösen Stätte Ahu Akivi. Dort trafen wir auf sieben sehr gut erhaltene Moai. Anders als alle anderen Moai auf der Insel blicken diese zum Ozean; die übrigen sind landeinwärts ausgerichtet.

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Von Ahu Akivi aus kann man zu Fuss in rund 1,5 Stunden den mit 507 m.ü.M. höchsten Punkt der Insel erreichen, den "Berg" Maunga Terevaka. Von hier aus hat man einen schönen Rundumblick über die Insel.

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Die Osterinsel präsentiert sich stets in sattem Grün.

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Kleine Opferstätte auf dem Gipfel.

Der unbestrittene Höhepunkt von Rapa Nui ist Rano Raraku. Am Hang dieses Vulkans befinden sich die Steinbrüche, in denen die riesigen Moai-Statuen hergestellt wurden. Als der Moai-Kult endete (offenbar abrupt), wurden die Steinbrüche von einem Tag auf den anderen verlassen und alle Moai, ob fertig oder noch in Bearbeitung, dort zurückgelassen. Rund 400 dieser riesigen Steinfiguren kann man in allen möglichen Zuständen entdecken. Manche sind lediglich an ihren Umrissen im Felsen zu erkennen, andere waren bereit für den Transport an ihren Bestimmungsort (wie dies genau geschah, darüber streiten sich die Experten).

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Wer übrigens den Eindruck hat, die sähen alle gleich aus, der irrt! Es gibt tatsächlich feine Unterschiede im Gesichtsausdruck und in der Ausarbeitung.

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Work in progress.

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Die Osterinsel wurde immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Nicht alle Moai hielten den Erschütterungen stand.

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Man vermutet, dass die Moai Ahnenbilder der verschiedenen Clans darstellten, die verehrt wurden (ähnlich wie die Tiki auf Tahiti). Die Clans lagen sich übrigens ständig in den Haaren. Man vermutet, dass viele Moai im Rahmen von Clanfehden mutwillig umgestossen wurden. Jene Statuen, die heute aufrecht stehen, wurden erst in der Neuzeit im Rahmen von Renovationsarbeiten wieder aufgerichtet. Viele hat man liegen gelassen.

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Im Innern des Vulkankraters.

Unweit der Steinbrüche liegt die Stätte Ahu Tongariki, mit 15 Moai die grösste und eindrücklichste. Diese Anlage wurde 1960 bei einem Erdbeben und darauffolgendem Tsunami schwer beschädigt und in den 1990ern mit Hilfe von japanischen Experten wieder in Stand gesetzt.

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Das runde Gebilde, das einige Moais auf dem Kopf tragen, ist kein Hut, sondern soll einer bestimmten Haartracht nachempfunden sein, die wichtige Personen trugen. Viele sind zerbrochen oder davongerollt, als die Statuen umgestossen wurden.

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Unsere letzte Station auf unserer archäologischen Reise quer über die Osterinsel war der kleine Strand von Anakena, wo weitere fünf Moai auf uns warteten. Hinter ihren Rücken tummelten sich die Badegäste, die sich nach so viel Kultur ein erfrischendes Bad gönnten.

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Nun hiess es Abschied nehmen von der schönen, spannenden Inselwelt des Pazifiks. Ein neuer Kontinent wartete auf uns: Südamerika!

PS: Wer wie wir von den freundlich dreinblickenden Moai nicht genug bekommen kann, findet in unserer Fotogallerie (rechter Rand) die oben publizierten sowie noch viele weitere Fotos.

Posted by b.visser 05:54 Archived in Chile Tagged moai anakena rapa_nui hanga_roa isla_de_pascua orongo rano_raraku ahu_tongariki ahu_akivi Comments (2)

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