A Travellerspoint blog

South Korea

Seoul

Letzte Tage in Südkorea

sunny 30 °C

Unsere Durchreise durch Südkorea beendeten wir in der Hauptstadt Seoul. Obwohl diese Stadt selten in einem Atemzug mit asiatischen Metropolen wie Bangkok, Schanghai oder Kuala Lumpur genannt wird, braucht sie sich nicht hinter diesen zu verstecken. Sie bietet eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und versprüht jenes typisch asiatische, wuselige Flair, welches wir so lieben.

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Zahlreiche Paläste, von denen wir zwei besucht haben, locken genau so wie endlose Shopping-Möglichkeiten, ruhige Tempel und Schreine, moderne Architektur und eine angenehme Gelassenheit, die andere Grossstädte manchmal vermissen lassen. Die augenscheinlich eher geringe Anzahl (westlicher) Touristen bestätigt die Vermutung, dass Seoul trotz seiner Vorzüge nicht gerade weit oben auf der Rangliste der beliebtesten Asien-Ziele steht. Dies kam uns natürlich sehr entgegen.

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Unser Zuhause war diesmal nahe einer der zahlreichen Universitäten gelegen in einem jungen, lebhaften Viertel, von wo aus wir diese sympathische Stadt erkunden konnten. Ein weiteres Mal konnten wir im Guesthouse äusserst nette Bekanntschaften schliessen, darunter eine gleichaltrige Koreanerin, die uns interessante Einsichten in die koreanische Gesellschaft und in das Verhältnis zwischen den älteren und jungen Generationen geben konnte.

Alt und Neu

Seoul war lange der Hauptsitz der koreanischen Monarchie, wovon heute die teilweise erhaltenen Paläste noch zeugen. Wie so oft handelt es sich dabei um Rekonstruktionen, da viele historische Bauten durch die japanischen Invasoren zerstört worden sind. Die Schautafeln und Erklärungen lassen oft durchblicken, dass immer noch starke Ressentiments gegenüber den Japanern vorhanden sind (Japan hat sich mit seinen aggressiven Expansionsgelüsten und Kolonialisierungsversuchen in Asien nicht gerade beliebt gemacht).

Der Gyeongbokgung-Palast, einer der fünf Paläste Seouls.

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Traditionelle Tempelwächter.

Traditionelle Tempelwächter.

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Führung durch den Secret Garden des Changdeokgung-Palastes mit Guide in traditionellem koreanischen Gewand.

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Wiederum lockte ein Aussichtsturm, der N Seoul Tower, der einen eindrucksvollen Rundumblick über die Metropole bietet. Dieser wird als perfektes romantisches Ziel für Paare angepriesen, denn Tickets gelten für zwei Personen, überall gibt es Möglichkeiten, die sogenannten "Love Locks" anzubringen, und ein künstlicher Wunschbrunnen garantiert ewige Liebe, wenn man die eigens dafür geschaffene herzförmige Münze kauft und treffsicher im Brunnen versenkt. Pech für jene, die daneben werfen.

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Blick nach Norden

Blick nach Norden

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Ein weiteres Highlight für uns war das Dongdaemun Design Plaza, das an der Stelle eines ehemaligen Sportstadiums erbaut wurde. Für das Projekt verantwortlich zeichnete Zaha Hadid, die irakische Stararchitektin, deren Bauten oft durch fliessende, organische Formen bestechen.

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Mehr moderne Architektur fanden wir in Gangnam vor, einem eher teuren Viertel, das südlich des Han-Flusses gelegen ist. Weltruhm erlangte Gangnam erst vor Kurzem dank des koreanischen Popstars Psy, dessen Track "Gangnam Style" letztes Jahr um die Welt ging. Über die musikalische Qualität lässt sich natürlich streiten ... ;)
Gangnam ist bei Weitem nicht Manhattan, aber wer hohe Bauten aus Stahl, Beton und Glas liebt, kommt hier bestens auf seine Kosten :)

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Selbst im modernen Gangnam lassen sich noch immer Spuren des alten Seoul finden: der Bongeun-Tempel.

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Leinen los!

Dann hiess es Abschied nehmen von Südkorea: Eine schier endlose Metro-Fahrt brachte uns nach Incheon, der mit Seoul verwachsenen Nachbarstadt. Sie beherbergt zwar den internationalen Flughafen, wir aber entschieden uns für die Fähre nach China. Nach einem letzten typisch koreanischen Zmittag mit Reis, Suppe und vielen kleinen Beilagen bei einem sehr, sehr gesprächigen Restaurantführer (sein längerer Aufenthalt in den USA hat dafür gesorgt, dass er uns während einer Stunde ohne Punkt und Komma bestens unterhalten konnte), machten wir uns auf den Weg an den Hafen.

Kaum im Departure-Terminal angekommen, wähnten wir uns bereits in einer anderen Welt: in China. Denn der einzige Zweck der Fähre zwischen Südkorea und China scheint darin zu bestehen, dass Chinesen nach SK kommen können, um einzukaufen und dick beladen wieder heimzufahren. Und inmitten dieses ganzen Trubels irrten drei Westler herum: Wir beide und ein Amerikaner, der mit seinem Velo eine 3000 km Tour durch China plant. Wir kamen uns wieder einmal wie der sprichwörtliche bunte Hund vor.

Anders als von Japan nach Südkorea hatten wir diesmal die Nachtfähre gebucht. Es trennten uns 17 Stunden von einem Land zu nächsten - ein Flug hätte ca. 2 h gedauert, aber das wäre nur der halbe Spass gewesen. Denn eine Fahrt mit einer Fähre ist für uns immer ein Erlebnis! Es gibt einen Duty-Free-Shop, Restaurants, einen Minimarkt und Karaoke-Räume, um die wir einen grossen Bogen gemacht haben. Aber das Beste an allem: Wir gönnten uns den "Luxus" einer Royal-Kajüte. Mit zwei Betten, einer Sitzecke und einer Minibar waren wir besser bedient als in jedem japanischen Business-Hotel zuvor! Die gelegentlichen Lautsprecherdurchsagen im Zimmer, wenn wieder ein gewisser Mr. Hong oder Lee gesucht wurde, konnten unsere Freude nicht schmälern.

Kurz vor dem Ablegen.

Kurz vor dem Ablegen.

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Und so tuckerten und schaukelten wir gemütlich Richtung Qingdao (Tsingtao), wo wir beide zum ersten Mal Fuss in Festlandchina setzen würden. Die Spannung war gross ...

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Posted by birdfish 09:03 Archived in South Korea Tagged architecture palace seoul gangnam n-tower Comments (1)

Koreas kulinarische Köstlichkeiten


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Die koreanische Küche ist bei uns anders als beispielsweise in den USA relativ unbekannt. Bulgogi, Bibimbap und Gimbap sind bei uns lange noch nicht so bekannt wie Sushi, Thai Curry oder Nasi Goreng. Umso spannender ist es daher, vor Ort auf kulinarische Entdeckungsreise zu gehen.
Die koreanische Küche ist natürlich stark geprägt vom grossen Nachbarn China. Reis und Nudeln tauchen bei jeder Mahlzeit auf, Fisch und Fleisch, vor allem Schwein, sind sehr beliebt. Zu den geschmacksgebenden Zutaten zählen Sojasauce, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Sesam und Chili. Auf letzteres sind die Koreaner besonders stolz: Unentwegt wird betont, dass man in Korea, anders als in Japan, gerne scharf isst. Wobei "scharf" immer relativ ist ... ;)

Des Koreaners täglich Kohl

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Der Grundpfeiler der koreanishen Küche, das eigentliche Nationalgericht, kommt unauffällig daher: Zu jeder Mahlzeit wird eine kleine Schüssel mit leicht welkem, rötlichen Kohl gereicht. Es handelt sich um Kimchi - scharf eingelegter, fermentierter Chinakohl. Trotz seiner etwas labbrigen Erscheinung hat der Kohl noch Biss und nebst der Chilischärfe und den Gewürzen schmeckt man deutlich die durch die Gärung entstandene Säure. Im Prinzip ist Kimchi das koreanische Pendant zu unserem Sauerkraut. Kohl - in diesem Fall Chinakohl - wird durch Salzen und Fermentieren so für den Winter haltbar gemacht. Heute gibt es Kimchi natürlich in jedem Supermarkt zu kaufen, aber viele koreanische Haushalte pflegen diese Tradition der Herstellung immer noch.

Grillieren mit Zange und Schere
Bei Einheimischen und Besuchern gleichermassen beliebt ist das koreanische Barbecue, Bulgogi. Wo man hinkommt, werben BBQ-Restaurants mit ihrem reichhaltigen Fleischangebot - beliebt sind Rinderrippe, Sirloin, Schweinekoteletten, Schweinebauch, aber auch jegliche Arten von Innereien. Hat man sich für ein Restaurant entschieden, setzt man sich an einen Tisch mit einer runden Öffnung in der Mitte. Nachdem verschiedene kleine Beilagen wie (natürlich) Kimchi, eingelegtes Gemüse, Suppe und verschiedene Saucen aufgetragen wurden, wird ein Topf mit glühenden Kohlen in das Loch platziert. Auf einem Rost grilliert man anschliessend das zuvor ausgewählte Fleisch, das man mit einer Schere in mundgerechte Stücke schneidet. Ist das Fleisch gar, packt man ein Stückchen davon zusammen mit den Beilagen seiner Wahl in ein Salatblatt und verzehrt das Päckchen in einem Biss.
In der Regel darf der Gast sein Fleisch selber grillieren (macht Spass). Manchmal wird einem die Arbeit aber auch abgenommen (macht weniger Spass). Da Koreaner in der Regel beim Essen keine Zeit verlieren, ist der Grillplausch so nämlich nach knapp 15 Minuten vorbei und der Kohlepott wird wieder abtransportiert. Wir haben nicht herausgefunden, ob sie uns Westlern das korrekte Zubereiten des Fleisches nicht zutrauen oder ob es als höfliche Dienstleistung gelten soll ...

Das Fleisch wird fachmännisch auf dem Grill drapiert ...

Das Fleisch wird fachmännisch auf dem Grill drapiert ...

... und mit viel Geschick zerteilt

... und mit viel Geschick zerteilt

Viel Grünes und Scharfes als Beilage

Viel Grünes und Scharfes als Beilage

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Gut gewickelt ist halb gegessen
Dass man in Korea die Speisen gerne in etwas einwickelt, merkt man auch beim Gericht Ssambap: Eine vielzahl kleiner Gerichte, darunter verschiedenes eingelegtes Gemüse, getrockneten Fisch, eingelegter Tintenfisch, Tofu usw. werden gemeinsam mit etwas Reis in verschiedene Blätter gewickelt und in Sauce gedippt. Die Anzahl der servierten Gerichte wird durch den Preis und die Qualität des Restaurants bestimmt. Wir waren überrascht, als wir für umgerechnet 18 Franken zwölf (!) Gerichte aufgetischt bekamen, inklusive gratis Nachschlag, auf den wir danken verzichteten.

Eine reich gedeckte Tafel

Eine reich gedeckte Tafel


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Klein und fein
Eher ein Snack als eine eigentliche Mahlzeit sind Mandu, kleine frittierte oder gedämpfte Teigtaschen, gefüllt mit Schwein oder Poulet und Gemüse. Sie sind eng verwandt mit den japanischen Gyoza oder den chinesischen Jiaozi. Man nennt sie manchmal auch "potsticker dumplings". Bei dieser Variante werden die Teigtäschchen in eine Bratpfanne gesetzt und angebraten, wobei sie am Pfannenboden festbacken. Dann werden sie mit Flüssigkeit abgelöscht und fertig gedämpft. Beim Essen werden sie schliesslich in ein Gemisch aus Sojasauce und Reisessig getunkt, das ausgezeichnet mit dem feinen Geschmack der saftigen Füllung harmoniert.

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In Korea bleibt keine Kehle trocken
Und was passt besser zu all diesen Leckereien als Soju, das Nationalgetränk Koreas? Dieses Destillat erinnert geschmacklich an japanischen Sake, denn er wird meistens auch aus Reis hergestellt, es gibt aber auch Varianten aus Getreide, Kartoffeln oder Süsskartoffeln. Für unseren Gaumen ist er am ehesten mit trockenem, wässrigen Sherry zu vergleichen. Am Anfang mag Soju etwas gewöhnungsbedürftig sein und es gibt bestimmt geeignetere Durstlöscher, aber mit der Zeit kommt man zum Schluss, dass er ausgezeichnet zu den manchmal etwas strengen Geschmäcken der koreanischen Küche passt bzw. diese zu neutralisieren vermag.
Der allgegenwärtige Soju - auch erhältlich im handlichen Tetra-Päckli zum Mitnehmen

Der allgegenwärtige Soju - auch erhältlich im handlichen Tetra-Päckli zum Mitnehmen

Posted by b.visser 04:31 Archived in South Korea Tagged food bbq mandu korean soju Comments (4)

Danyang und Cheongju

Danyang, die kleine Stadt in einer Flussschlaufe etwa in der Mitte Koreas, hat uns so gut gefallen, dass wir eine Nacht länger als geplant geblieben sind. Unser Love Motel mit dem Namen "Luxury" (der natürlich etwas mehr verspricht, als er hält... ;-) war direkt am Flussufer gelegen und dahinter erstreckten sich die Berge des Soebaeksan-Nationalsparks.

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Gleich nach der Ankunft stellten wir unser Gepäck ein und machten uns auf zum 30-minütig entfernten Guin-sa-Tempel. Dieser ist idyllisch in den Bergen gelegen. Wir hatten schon vorab gelesen, dass es für jedermann, der sich im Tempel aufhält (wie fast in jedem Tempel in Südkorea könnte man hier auch Temple Stays machen), ein gratis Mittagsessen gibt. Kaum kamen wir in die Nähe des Speisesaals, wurden wir auch schon eingeladen, mitzuspeisen. Die Kost war einfach - Reis mit Gemüse (koreanisch: Bibimbap) und einen Apfel zum Dessert - aber die Busfahrt nach Danyang am Morgen und der Aufstieg hatten uns hunrig gemacht - also langten wir herzhaft zu.

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Etwas skurril anmutende Verkörperungen der chinesischen Sternzeichen mit Donation Box.

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Die ganze Tempelanlage erstreckt sich über mehrere hundert Meter.

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Am zweiten Tag war wieder einmal Hiking angesagt. Der Mount Birobong ist mit 1439 m.ü.M. für Schweizer und Fuji-Verhältnisse eher klein gewachsen, dennoch hatte es der 6 km lange Aufstieg in sich. Wir freundeten uns mit einem koreanischen Ehepaar an, die mit zwei Arbeitskollegen unterwegs waren. Diese hatten ein halbes Festmahl mit auf den Berg geschleppt und luden uns ein, mit ihnen zu essen. Also schon der nächste Zmittag umsonst - und das Essen, das die Frau selber gekocht hatte, war fabelhaft dazu! Ein Zeichen des Respekts ist es, dargebotene Gegenstände, insbesondere Visitenkarten (und jeder Südkoreaner hat welche), mit beiden Händen entgegenzunehmen. Dies gestaltete sich in meinem Fall allerdings als unmöglich, denn ich hatte soeben ein Stück Schweinefleisch mit meinen Stäbchen aufgegabelt, als Herr Kwon Hyuk Sang mir seine Karte entgegenstreckte...

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Der Aufstieg führte durch einen dichten Wald und folgte teilweise dem Lauf eines Flüsschens.

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Leider war es sehr neblig auf dem Gipfel, sodass wir uns die viel gepriesene Aussicht nur in Gedanken ausmalen konnten.

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Auf dem Gipfel angekommen.

Der letzte Tag führte uns zu einer Pagode im Fluss, etwas ausserhalb von Danyang. Leider war dies eines der absoluten Highlights auf koreanischen Reiseplänen, sodass die Attraktion mit einheimischen Touristen überströmt war. Es gab Speedboat-Trips rund um den Fels, einer liess einen ferngesteuerten Helikopter mit Kamera über dem Fels kreisen und es gab eine Openair-Karaoke-Arena, die rege in Gebrauch war...

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Wir entflohen dem Rummel in Richtung Grotten, die es da zuhauf gab. Auf einer etwas klaustrophobischen Tour durchquerten wir eine und genossen es, nicht nur den Lärm, sondern auch die Hitze für kurze Zeit hinter uns gelassen zu haben.

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Cheongju war eine ziemlich grosse Stadt und unsere letzte Station vor der Hauptstadt. Berühmt ist der Ort vor allem für das älteste Buch, das 1377 mit beweglichen Lettern gedruckt wurde (und zwar 78 Jahre vor der Gutenberg-Bibel). Diese historische Tatsache wurde von der UNESCO 2001 anerkannt. Das Buch selber ist in der Bibliothèque Nationale de France in Paris aufbewahrt. Dennoch lohnt es sich, das sehr informative und schön gestaltete Museum zu besichtigen. Ein Faksimile der Ausgabe ist vorhanden, ebenso wie etwas unheimliche, sprechende Wachsfiguren, die den Prozess des Buchdrucks bildlich nacherzählen (auf Koreanisch).

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Im Songnisan-Nationalpark erklommen wir einen weiteren Gipfel und kamen wieder zu einem Zmittag umsonst. Die Parkwächter und deren mongolische Praktikantin (im Bild in der Mitte zwischen mir und einer koreanischen Parkwächterin) überliessen und des Rest ihres Lunches (koreanische Sushi und Fried Chicken), da auch sie viel zu viel Essen mitgeschleppt haben. (Bei uns kommt langsam der Verdacht auf, dass Koreaner einfach fürs Leben gern ihre Mahlzeit teilen. Keine schlechte Angewohnheit ;-)

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Die Wälder sind voll von Streifenhörnchen. Hier sahen wir eine ganze Weile einer Mutter mit vier Jungen zu, die jedes einzelne vom einen Baum via Boden zum nächsten beförderte. Die flinken Dinger fotografisch festzuhalten ist allerdings eine Herausforderung!

Gleich beim Eingang des Nationalsparks befand sich der Beopju-sa-Tempel, der eine 33 Meter hohe Buddha-Statue beherbergt - natürlich ein gefundenes Sujet für unzählige Fotos. Die fünfstöckige Holzpagode ist anscheinend die einzige ihrer Art in Südkorea.

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Schweinisches zum Abschluss: Ein Foto, das direkt neben unserer Unterkunft aufgenommen wurde. En Guete dänn!

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Posted by birdfish 06:47 Archived in South Korea Comments (0)

Auf ins Innere des Landes

Nach dem bisschen Grossstadtflair in Busan sind wir nach Gyeongju aufgebrochen. Es war ein Wunder, dass wir überhaupt ein Zugticket an den richtigen Ort lösen konnten, denn neben Gyeongju gibts auch noch ein Cheongyu, ein Jeonju und ein Chungju. Das ist etwa dasselbe, wie wenn es in der Schweiz neben Wallisellen auch noch ein Valisellen und ein Wallisollen gäbe, die dann auch noch alle im Umkreis von 50km lägen... Am besten, man kommt gleich mit dem Reiseführer an den Schalter, denn die subtilen Lautunterschiede sind für westliche Zugen nicht zu reproduzieren.

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Unsere Unterkunft in Gyeongju, ein traditioneller Hanok.

Gyeongju war das Zentrum der Shilla-Dynastie und wird gerne als "museum without walls" beschrieben. Interessant waren vor allem die grünen Grabhügel, in denen Herrscher aus vergangenen Zeiten bestattet sind und die überall in der Stadt zu finden sind. (Für alle Anglisten: Das Prinzip ist genau das Gleiche wie in Sutton Hoo. Unglaublich, nicht?) Leider hat uns das Wetter viel Regen beschert an diesem Tag. Und zwar monsunartiger Niederschlag. Nach nur einer Minute draussen war man komplett durchtränkt (meine Turnschuhe brauchten etwa drei Tage, bis sie wieder trocken waren - aber der Monsun lässt sich noch erriechen... ;-)

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Am nächsten Tag war das Wetter etwas besser und wir besuchten den in den nahen Bergen gelegene Bulguk-sa ("sa" steht für Tempel), der ebenfalls mit dem Gütesiegel der UNESCO ausgezeichnet ist. Die Tempelanlage stammt auch aus der Shilla-Dynastie. Man muss dazu noch sagen, dass praktisch alle Tempel und Paläste in Korea Replikas sind, denn die ursprünglichen Bauten fielen praktisch immer den Besuchen der feindlichen Nachbarn (sprich: Japan) zum Opfer.

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Als zweiter Punkt auf dem Tagesprogramm war die Grotte Seokguram (ebenfalls UNESCO W.H.), in der ein wunderschöner Buddha sitzt (Photos von Buddha-Statuen sind in Korea meist nicht erlaubt, so auch hier) und Richtung East Sea, also Pazifik, blickt. Wie unser Reiseführer schreibt: "Seokguram can be a magical place, especially when mist cloaks the mountain tops." Genauso war es.

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Die nächste Station war die Stadt Andong, die als solches für westliche Reisende nicht von grossem Interesse ist. Sie dient aber als guter Ausgangspunkt für das Hahoe Folk Village. Andere traditionelle Dörfer in Korea sind anscheinend Reproduktionen für die übrigens meist inländischen Touristen - Westler und Japaner sowie Chinesen sind rar gesät in Korea. In Hahoe leben aber noch etwa 200 Koreaner (mit staatlichen Subventionen) nach traditioneller Weise der Joseon-Dynastie. Das bedeutet, dass sie sich mehrheitlich selbst versorgen. Das Dorfbild folgt strikten Regeln. Eine Familie bewohnt jeweils einen Hanok (traditionelles Haus), das aus Holz und einem Ziegeldach besteht. Rund um das Hauptgebäude herum gibt es einfachere Häuser mit Reetdächern, die von den Angestellten bewohnt wurden. Zwischen den Häusern wachsen Chilis, Zuchettis und was der Boden sonst noch so hergibt.

Ein traditionelles Lehmhaus mit Reetdach

Ein traditionelles Lehmhaus mit Reetdach

Die Reetdächer eignen sich auch zur Gemüsezucht.

Die Reetdächer eignen sich auch zur Gemüsezucht.

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Hahoe wird von einem Fluss umwunden. Nach traditioneller Sichtweise soll dies dem Ort besonders viel Glück und Wohlstand bringen.

Die etwas tempelhaft anmutende Dorfkirche. Das Christentum ist in Südkorea weit verbreitet.

Die etwas tempelhaft anmutende Dorfkirche. Das Christentum ist in Südkorea weit verbreitet.


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Posted by birdfish 02:55 Archived in South Korea Tagged gyeongju andong hahoe folkvillage Comments (0)

Südkorea - Im Land der Morgenstille

Erste Station: Busan

semi-overcast 24 °C
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Bereits fünf Stunden, nachdem wir in Fukuoka abgelegt hatten, tauchten am Horizont die Hochhäuser Busans auf, der zweitgrössten Stadt Südkoreas. Es war ein besonderes Erlebnis, statt per Flugzeug mit dem Schiff in ein Land einzureisen, obwohl sich die Passkontrolle im Hafen nicht gross von jener am Flughafen unterschied.

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Einlaufen in Busan

Durchfahrt unter der Gwangan-Brücke.

Durchfahrt unter der Gwangan-Brücke.

Eine Unterkunft hatten wir bereits über Agoda reserviert, schliesslich war Wochenende und wir hatten keine Lust, lange auf die Suche zu gehen. Unsere Bleibe - mit dem unscheinbaren Namen "M2 Motel" - hielt jedoch eine Überraschung für uns bereit. Hatten wir in Japan noch über die "Love Hotels" geschmunzelt, wurde uns nach dem Check-In langsam bewusst, dass wir in eben solch einem gelandet waren. Der Empfangsbereich hatte uns bereits stutzig gemacht - auf einer Leuchttafel waren die verschiedenen Zimmer abgebildet, die meisten in poppigem 80er-Jahre-Design mit Wandtapeten und schnittigem Interieur. Der Frontdesk war ein Schalter mit verdunkelter Scheibe und einer Öffnung gerade mal so gross, dass man den Zimmerschlüssel und die Kreditkarte durchschieben konnte. Im Zimmer erwarteten uns eine etwas kitschige Moulin-Rouge-Wandtapete (die meinen Geschmack als Heimweh-Parisien durchaus traf), wahlweise schummriges Licht und auffallend viele Beauty-Produkte für weibliche Gäste. Und für vergessliche Liebespaare die entsprechenden "Schutzvorkehrungen" ^_^

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Kuschliges Ambiente auf Koreanisch


Ab ins Grüne

Am nächsten Tag zog es uns bereits aus dieser quirligen Metropole hinaus ins Grüne zum Beomeo-sa Tempel, der etwas ausserhalb, umringt von sattgrün bewachsenen Hügeln, liegt. Der stattliche, farbenfrohe Tempel war bereits gut besucht und so gingen wir nach kurzer Zeit weiter, denn eigentlich galt er uns nur als Ausgangspunkt für eine Tageswanderung im darüberliegendenen Fort Geumjeongsanseong . Von diesem ist ausser der Befestigungsmauer nichts mehr erhalten, aber das ehemalige Festungsgebiet dient heute als beliebtes Wandergebiet mit vielen verschiedenen Routen. Wir wählten die ca. 8 km lange Route vom Nordtor zum Südtor und spazierten und kletterten die nächsten 4 Stunden gemütlich der bestens (auf koreanisch) ausgeschilderten Route entlang. Zwischendurch boten sich uns Aussichten auf die Stadt hinunter und Ansichten, die mit etwas Fantasie an die Grosse Mauer in China erinnerten.

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Kunstvolles Zimmerhandwerk

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Die kleine Mauer von Südkorea

Das Osttor.

Das Osttor.

Am Abend machten wir Bekanntschaft mit einer südkoreanischen Institution, der wir sehr angetan waren: einem sogenannten "Hof". Hofs (oder Höfe?) sind Bierkneipen, die offenbar keine Lizenz für härtere Sachen haben, diese dafür mit einer beeindruckenden Bierauswahl wettmachen. Jene Biertrinkenden, die bereits einmal in Asien waren, wissen, dass der lokale Gerstensaft zwar durchaus schmackhaft ist, aber manchmal verleidet. Nun, da bietet ein koreanischer "Hof" die Lösung: Dutzende internationale Biere, offen oder in der Flasche, zu erschwinglichen Preisen. Ob Guinness, VB, Budvar, Hoegaarden oder Lapin Kulta - für jeden ist etwas dabei! Und als Holländer bin ich natürlich immer schwer beeindruckt, wenn ich Grolsch in der Bügelflasche vorfinde :)
Aber auch der steigende Bierpegel machte die Verständigung mit den koreanischen Gästen am Tresen nicht einfacher und so beschränkte sich unser Gespräch wie so oft auf ein Minimum (auch die Übersetzungs-App unseres Nachbars konnte da nicht helfen ...).

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Beim Schnauz des Konfuzius!

An unserem zweiten Tag in Busan hatten wir eine leidliche, aber immer wieder notwendige Mission: Bargeld auftreiben. Dies kann in Asien ein mühseliges Unterfangen sein, denn es gilt, sämtliche Geldautomaten abzuklappern und auszuprobieren, ob sie Maestro akzeptieren (denn wir weigern uns standhaft, mit der Kreditkarte Geld zu beziehen wegen der absurd hohen Gebühren).
Nachdem wir im Hauptbahnhof den Jackpot geknackt hatten, machten wir uns auf den Weg an einen der Stadtstrände Busans. Das Wetter hatte bereits umgeschlagen und so fuhren wir eigentlich nur noch hin, um uns den Wahnsinn einmal anzusehen. Denn Busan zählt 3,6 Millionen Einwohner und gerade mal sieben Strände - Rimini (oder Scheveningen) im Grossformat, sozusagen.

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Badespass in intimem Rahmen

Posted by b.visser 07:17 Archived in South Korea Tagged love motel busan haeundae beomeosa geumjeongsanseong Comments (1)

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