A Travellerspoint blog

North Korea

Im Reich der Kims - Teil II

Jenseits von Pjöngjang

sunny 27 °C

On the Road

Nach unserer "Einführung" in Pjöngjang begaben wir uns auf den Weg nach Wonsan, einer Stadt an der Ostküste. Der Weg führte über einen der wenigen Highways, die zwar gross angelegt aber praktisch frei von Verkehr sind. Dafür passierten wir links und rechts laufend stehen gebliebene Busse und Lastwägen und viele Menschen, die einfach nur zu Fuss oder mit dem Ochsenkarren von irgendwo nach nirgendwo unterwegs waren. Ein Zeichen dafür, dass der in den Nachkriegsjahren angestrebte Wohlstand nie Wirklichkeit wurde - die Autobahnen bleiben bis heute leer ...

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Auf dem Highway ist nicht gerade die Hölle los.

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Nach drei holprigen Stunden und unzähligen Schlaglöchern kamen wir an einem Ort an, der auch in den Schweizer Boulevardmedien für Schmunzeln sorgte: im Masik Ski Resort. Dort steht seit kurzem ein Luxushotel im Chalet-Stil der dekadenteren Sorte, daneben warten einige kurze Pisten darauf, im Winter von Schneekanonen berieselt zu werden. Man erinnert sich: Kim III. bestellte in der Schweiz einen Sessellift, der ihm jedoch zu seinem Ärger verweigert wurde. Das Hotel dient derzeit wohl als Vorzeigeobjekt, um Touristen zu zeigen, wie gut es dem Land eigentlich geht.

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Rund 300 Betten zählt das Hotel. Wir waren an jenem Abend jedoch die einzigen Gäste.

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Im Hintergrund die schneefreie Piste.

Am darauffolgenden Tag besuchten wir in Wonsan ein Kinderferienlager. Eigentlich hatten wir den Wunsch geäussert, eine Schule zu besuchen, aber darauf wurde nicht näher eingegangen.
Die Ferienanlage, die u.a. ein Hallenbad, Sportplätze, einen Wasserpark und sogar ein Aquarium umfasst, wurde auf Anordnung Kims III. frisch renoviert und man verlieh ihr gerade noch den letzten Schliff, bevor die nächsten kleinen Gäste anreisen würden. Die Anlage steht sogar "internationalen" Gästen offen; zu diesem Zweck ist alles auch auf Chinesisch und Russisch angeschrieben. Auf unsere Bemerkung hin, die Anlage sei ohne anwesende Kinder etwas leblos, meinte Senior stolz, wir seien eben VIP-Gäste und dürften das Lager ausnahmsweise schon vor seiner Neueröffnung besichtigen.

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Die Bettchen sind bereits gemacht.

Anschliessend fuhren wir an den Strand, wo uns gezeigt wurde, dass auch in Nordkorea einem Badeplausch nichts im Wege steht!

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In Rimini ist sicher mehr los ...

Am Nachmittag führte uns die Fahrt ins Kumgang-Gebirge, wo für den nächsten Tag ein "Hike" zu einem Wasserfall geplant war. Der Wasserfall fiel aufgrund der Jahreszeit etwas dürftig aus und der Hike dorthin war eher ein Spaziergang. Als Entschädigung haben wir dafür unterwegs zwei nette Herren kennen gelernt, O. aus der Schweiz und T. aus Deutschland, mit denen wir uns auf dem Rückweg und beim gemeinsamen Mittagessen zu viert bestens unterhalten haben. Nach einigen Tagen in Nordkorea unter ständiger Aufsicht der Guides tat dieser Gedankenaustausch allen sichtlich gut! Danke übrigens den beiden für den offerierten Wein :)

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Wir wähnten uns zunächst im Verzasca-Tal.

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Während des Aufstiegs und auf dem Gipfel boten sich uns knorrige Landschaften und eine schöne Aussicht.

Ein weiterer Höhepunkt einer Nordkoreareise ist natürlich ein Besuch der entmilitarisierten Zone in der Nähe von Kaesong. Dabei handelt es sich um einen drei Kilometer breiten Landstreifen entlang des 38. Breitengrads, der de facto die Grenze zwischen Norden und Süden bildet. In der militärischen Siedlung Panmunjeong, der gemeinsamen Sicherheitszone, stehen jene Baracken, in denen die Waffenstillstandsverhandlungen stattgefunden haben und die Amerikaner bei der Kapitulation auf den Knien um Gnade gefleht haben sollen.
Quer durch das Hauptquartier verläuft die eigentliche Demarkationslinie, auf der nord- und südkoreanische Soldaten sich finster dreinblickend gegenüberstehen.

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Die Besucher lauschen mehr oder weniger beeindruckt den Erklärungen.

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Ein Exemplar des Waffenstillstandsabkommens.

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Blick auf das südkoreanische Hauptquartier. In den blauen Hütten fanden Verhandlungen zwischen beiden Parteien statt. Die mittlere Baracke ist Besuchern von beiden Seiten abwechselnd zugänglich. Wenn man das Innere der Baracke durchschreitet, befindet man sich auf südkoreanischem Boden. Seoul liegt gerade mal 70 km weit entfernt!

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Ausnahmsweise war es erlaubt, sich mit den uniformierten Genossen fotografieren zu lassen. Wirklich zu Spässen aufgelegt waren diese aber nicht ...

Zurück in Kaesong war es Zeit für ein wenig koreanische Geschichte, die sich vor 1912, dem Geburtsjahr Kim Il-Sungs und dem Jahr Null der modernen koreanischen Geschichtsschreibung, zugetragen hat. Wir besuchten eine ehemalige konfuzianische Studienstätte sowie das Grabmal eines bedeutenden Königs der Koryo-Dynastie. Die grünbewachsenen Grabhügel waren uns ja bereits von Südkorea her bekannt.

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Historische Stätten bieten sich als Hintergrund für Hochzeitsfotos geradezu an.

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Über den Dächern von Kaesongs Altstadt ...

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... wacht Genosse Kim I.

An unserem letzten Tag stand ein Besuch des Museums für US-amerikanische Kriegsgräueltaten auf dem Programm. Hier wurde gezeigt, auf welch vielfältige und grauenvolle Weise die Amerikaner die koreanische Bevölkerung gefoltert und getötet haben sollen. Was stimmt und was nicht, wird man wohl nie erfahren. Die Tötungen und Kriegsverbrechen konnten nie von unabhängigen Stellen untersucht werden.

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Explizite Schautafeln veranschaulichen die Gräueltaten.

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Der ideologische Kampf geht weiter!

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Dieser Mann ist einer der wenigen Überlebenden eines Vorfalls, bei dem mehrere Hundert Kinder und Frauen getötet wurden. Die Amerikaner sollen zwei Munitionsdepots, in denen sich die Opfer versteckt hielten, in Brand gesteckt haben. Heute erzählt er den Besuchern seine bewegende Geschichte.

Hiermit war unsere kurze Reise durch Nordkorea zu Ende und wir machten uns auf den Rückweg nach Pjöngjang, wo wir uns beim letzten Abendessen von unseren Betreuern verabschiedeten, bevor wir tags darauf wohlbehalten nach Peking zurückkehrten.

Unsere Tupolev 204-100 vor dem Abflug in Pjöngjang. Sowjetische Ingenieurskunst vom Feinsten!

Unsere Tupolev 204-100 vor dem Abflug in Pjöngjang. Sowjetische Ingenieurskunst vom Feinsten!


Sicher gelandet in Peking.

Sicher gelandet in Peking.

Weitere Eindrücke

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Der Verkehr ist grösstenteils unmotorisiert.

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Entlang den Strassen werden Maiskörner zum Trocknen ausgelegt.

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Es fährt ein Zug nach nirgendwo: Die Bahnstrecke, die Pjöngjang mit Seoul verbindet, wird wohl noch lange unbefahren bleiben.

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Die gesamte Küste wird von Stacheldrahtzäunen gesäumt, damit keiner davonschwimmt.

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Kommerzielle Werbeplakate sucht man in Nordkorea vergebens.

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Erntezeit: Überall stapelt sich der Mais, der später zu Farmkooperativen gebracht wird.

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Strassenszene in Kaesong.

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Tête-à-Tête am Hafen von Wonsan

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So idyllisch kann Nordkorea sein: Samil-Lagune im Kumgang-Gebirge.

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Am Ende unseres Spaziergangs werden wir bereits wieder von Senior und dem Fahrer erwartet.

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Für unser leibliches Wohl war stets gesorgt.

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Fangfrisches Meeresgetier (Ich schwöre, der aufgeschnittene Fisch hat sich noch bewegt!).

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Hotellobbys sind Geschmackssache.

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Fototapete war gestern!

Posted by b.visser 04:58 Archived in North Korea Comments (2)

Im Reich der Kims

Ein Abstecher nach Nordkorea - Teil I

sunny 27 °C

Hinweis: Der folgende Eintrag ist sehr ausführlich, da ich ein wenig Kontext zu dieser wohl aussergewöhnlichsten Destination unserer Reise geben möchte.

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In der zweiten Septemberwoche unternahmen wir von Peking aus eine sechstägige Reise in die Demokratische Volksrepublik Korea, wie Nordkorea offiziell heisst. Nordkorea ist eines der abgeschottetsten und unbekanntesten Länder unserer Welt und umso mehr mag es erstaunen, dass es Touristen überhaupt möglich ist, das Land zu bereisen.
Die Reise dorthin ist nur im Rahmen einer geführten Tour erlaubt. Verschiedene Anbieter im Ausland dienen als Vermittler, wir haben uns für einen Operator in Peking unter britischer Leitung entschieden. Dieser übernahm alle Formalitäten, organisierte die Visa und die Flüge und nach einem vorgängigen Instruktionstreffen konnten wir am 9. September unseren Flug mit der nationalen Flugline Air Koryo in die Hauptstadt Pjöngjang antreten. Dort angekommen, wurden wir nach sorgfältiger Inspektion unserer Mobiltelefone, iPad usw. von unseren beiden Betreuern in Empfang genommen, die uns die kommenden Tage praktisch rund um die Uhr begleiten würden. Die beiden, nennen wir sie "Senior" und "Junior", waren uns auf Anhieb sympathisch, was erheblich zu einem angenehmen Aufenthalt in Nordkorea beitrug.

Nordkorea ist übrigens ein äusserst sicheres Reiseland - die "Rund-um-die-Uhr-Betreuung" stellt sicher, dass alles wie am Schnürchen läuft.

Unsere Beweggründe
Darüber, ob eine Reise in ein Land, das mit eiserner Faust regiert wird, wo die Bevölkerung in bitterer Armut darbt und ein Führerkult zelebriert wird, der seinesgleichen sucht, moralisch vertretbar ist, kann man streiten. Wir und viele weitere Besucher sind jedoch der Meinung, dass der wenige Kontakt zur Aussenwelt, den Einheimische im Austausch mit Touristen erhalten, vielleicht langfristig dazu beitragen kann, Ressentiments und Vorurteile gegenüber dem Westen abzubauen und zu zeigen, dass auch von aussen ein genuines Interesse an Land, Leute und Kultur besteht.
Wer jedoch hitzige politische Diskussionen mit Einheimischen erwartet oder es als seine Mission betrachtet, vor Ort Kritik am Regime zu üben, ist eindeutig fehl am Platz. Man muss akzeptieren, dass die Geschichte, die einem aufgetischt wird, sehr einseitig (und häufig schlichtweg falsch) ist. Mit der Zeit wird man sich aber bewusst, dass jede Geschichte zwei Perspektiven hat. Eine davon haben wir näher kennengelernt.

Pomp und Gloria in Pjöngjang
Zu Beginn unserer Reise wurde uns in den ersten beiden Tagen der ganze sozialistische Bombast vorgeführt, um den kein Tourist herumkommt. Morgens früh ging es zum Mansudae Grand Monument, das aus zwei riesigen Statuen von Kim I. und Kim II. besteht, zu deren Füssen wir Blumen hinlegen und uns verbeugen "durften" - damit respektiert man einfach die lokalen Gepflogenheiten und es ist nichts anderes, als wenn man vor dem Betreten eines buddhistischen Tempels die Schuhe auszieht oder wenn die Frauen beim Betreten einer Moschee das Haupt bedecken.

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Heroische Standbilder flankieren den Platz.

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"Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt ...", hiess es ja schon zu DDR-Zeiten.

Weiter gings zum Victorious Fatherland Liberation War Museum, in dem mit zahlreichen Dioramen, Schaubildern und einem schwer anti-amerikanischem Propagandafilm der Koreakrieg und die raffinierten Tricks und Strategien der Guerrillakämpfer unter Kim I. aufgezeigt werden. Der ganze Stolz sind einige abgeschossene Bomber, Panzer und ein gekapertes US-Aufklärungsschiff, die im Aussenbereich ihren letzten Standplatz gefunden haben.

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Senior (l.) und Junior (r.) zeigen den Weg durch die "Schützengräben" des Museums.

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Diese freundliche Dame kommentierte detailreich unseren Rundgang durchs Museum.

Nach so vielen Heldentaten Kims I. wurde es Zeit, uns anzusehen, wo der Grosse Führer das Licht der Welt erblickte. Dazu fuhren wir vor die Stadt, wo auf einem Hügel ein bescheidenes Bauernhaus von seiner ebenso bescheidenen Herkunft zeugen soll. Das ganze sah jedoch aus, als wäre es lange nach 1912, seinem Geburtsjahr, aufgestellt worden ...

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Nach einem opulenten Mittagessen besuchten wir das Party Foundation Monument (selbsterklärend). Bemerkenswert am offiziellen Parteiwappen ist, dass nebst dem bekannten Hammer und der Sichel noch ein Pinsel abgebildet ist - dieser steht für die Intellektuellen, die laut Ideologie ebenso wie Arbeiter und Bauern zum Wohl der Gesellschaft beitragen sollen.

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Das Monument, kunstvoll festgehalten als Ölgemälde.

Weiter gings zum 172 m hohen Juche-Tower, von dem sich ein wunderbarer Ausblick über die Stadt bot. "Juche" heisst übrigens die Philosophie, die Kim I. erfunden und zur Staatsideologie gemacht hat. Ihre Grundpfeiler sind politische Souveränität, wirtschaftliche Selbstversorgung und militärische Eigenständigkeit.

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Blick vom Turm auf Pjöngjang.

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So wohnt man in Pjöngjang.

Nächster Halt war die Grosse Studienhalle des Volkes, eine riesige Bibliothek mit angeblich Millionen von Büchern, die jedem koreanischen Bürger kostenlos offensteht. Es werden auch Vorlesungen gehalten, Fremdsprachen gelehrt und es gibt sogar "Internet" (die nette Bibliothekarin meinte voller Stolz, sie hätten gar 40 "Internet"!? - Bitte die Kommentarfunktion benutzen, wer weiss, wie der Plural von "Internet" lautet: Internets oder gar Internette?).

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Im Eingangsbereich der Studienhalle wird man vom Ewigen Präsidenten Kim Il-Sung begrüsst.

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Studierende beim Fremdsprachenbüffeln.

Am Ende des ersten Tages besuchten wir noch den Children's Palace, wo Kinder jeden Alters ausserschulisch Kunsthandwerk, Musik, Tanz, Sport usw. lernen und betreiben können. In einem Land ohne Facebook, iPads oder Computer-Games haben Kinder eben noch richtige Hobbys. Am Schluss wurden die Besucher mit einer perfekt einstudierten Darbietung belohnt, in der die Kinder voller Stolz ihr ganzes Können demonstrierten.

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Jeder fängt mal klein an ...

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Audienz beim Grossen Führer

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Am nächsten Morgen fuhren wir zum Höhepunkt eines jeden Besuchs in Pjöngjang: dem Kumsusan Sun Memorial Palace. Einst das Parlament, in dem Kim I. schaltete und waltete, wurde es nach seinem Tod 1994 in ein Mausoleum umgewandelt, wo der Ewige Präsident ähnlich wie seine ideologischen Genossen Lenin, Mao und Ho Chi Minh heute noch ehrenvoll aufgebahrt liegt. 2011 wurde Kim II. nach seinem Ableben in einem separaten Trakt hinzugefügt. Nach einer endlosen Fahrt auf Rollbändern (wie im Flughafen) an unzähligen Portraits vorbei, begleitet von Trauermusik, und Durchqueren einer Schuhputzanlage und einer Entstaubungsschleuse gelangt man in den abgedunkelten Saal, in dessen Mitte der Grosse Führer in einem Kristallsarg, zugedeckt mit der Parteiflagge, liegt. Eine Prozession von Besuchern schlängelte sich andächtig um den Leichnam, drei Mal musste man sich dabei verbeugen. Anschliessend wurden die Besucher in weitere Räume geführt, wo Auszeichnungen, Medaillen, die Staatskarrosse und sein persönlicher Zugwaggon gezeigt wurden. Anschliessend dann das gleiche Programm von vorne, diesmal beim Sohnemann Kim Jong-Il. Nach so viel Andacht tat ein Spaziergang in der weitläufigen Gartenanlage richtig gut.

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Besucherinnen kleiden sich für den Besuch dieser heiligen Stätte in traditionelle Gewänder.

Ach ja: Zum erwarteten Respekt vor den Führern gehört eine anständige Garderobe und für die Männer bedeutet das Hemd und Krawatte, was jeder anständige Backpacker schliesslich stets dabei hat. In weiser Voraussicht habe ich mich auf dem Textilmarkt in Seoul rechtzeitig ausgestattet :)

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Zum Verschnaufen fuhren wir anschliessend zur Stadt hinaus auf einen nahegelegenen Berg, von dem sich nach einem kurzen Aufstieg eine schöne Aussicht über Pjöngjang und das Umland bot. Unsere beiden Führer hatten sich den Nachmittag wohl etwas weniger schweisstreibend ausgemalt, aber sie blieben bei guter Laune :)

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Zurück in der Stadt durften wir die berühmt-berüchtigte U-Bahn besuchen und sogar eine (!) Station weit mitfahren (obwohl eigentlich fünf angekündigt waren). Um dieses Bauwerk ranken sich viele Mythen: Manche behaupten, es gebe gar kein U-Bahnnetz, sondern nur zwei Stationen mit Statisten, die den Touristen etwas vorgaukeln sollen. Viel wahrscheinlicher ist, dass einige der gerade mal 17 Stationen nicht in Betrieb sind, weil der Strom chronisch knapp und der Unterhalt teuer ist. Fakt ist jedenfalls, dass das Rollmaterial aus ausgemusterten Wagen der Berliner U-Bahn besteht. Der Prunk der beiden besichtigten Stationen erinnerte jedenfalls an das Moskauer Vorbild.

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Das bescheidene U-Bahnnetz.

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An jeder Strassenkreuzung anzutreffen: Pjöngjangs kesse Politessen.

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Der Triumphbogen zu Ehren Kim Il-Sungs erster Ansprache zum Volk - ganze 3 Meter höher als sein Pariser Vorbild.

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Das Wiedervereinigungsmonument: Je eine der Frauen steht für eine Landeshälfte.

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Blick vom Kim-Il-Sung-Platz über den Fluss zum Juche-Turm.

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Abendstimmung in Pjöngjang, gesehen von unserem Hotelzimmer aus im 34. Stock.

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Das Ryugyong Hotel. Der Schein trügt: Fast zwei Jahrzehnte lang verunstaltete der nackte Rohbau das Stadtbild, da sich die Investoren zurückgezogen hatten. Erst kürzlich wurde die Fassade verkleidet, dahinter steht der Koloss jedoch immer noch leer.

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Besuch im "Foreigners Bookshop", wo wir uns mit den gesammelten Werken der Kims hätten eindecken können.

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Festlich gekleidet huldigen die Pjöngjangerinnen am Nationalfeiertag (9. September) dem Grossen Führer.

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Schulkinder ziehen nach Schulschluss singend durch die Strassen.

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Ein Jugendorchester gibt Marschmusik zum Besten.

Posted by b.visser 03:55 Archived in North Korea Tagged kim dprk pyongyang il-sung jong-il Comments (1)

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