A Travellerspoint blog

By this Author: birdfish

Salzseespass mit Requisiten

El Salar de Uyuni - Erste Station in Bolivien

sunny 23 °C

Unser Fahrer brachte uns sicher in die Ciudad de Uyuni, dem Basecamp zur Besichtigung des grössten Salzsees der Erde (10582 km2). Da wir die Gegend südlich des Salzsees bereits auf der Hinfahrt abgedeckt hatten, entschieden wir uns für eine Tagestour. Diese führte uns während sieben Stunden zum, auf und über den Salzsee.

Wie im vorherigen Blogeintrag erwähnt, war ich noch im Bann des Vulkans, den ich bestiegen hatte, und deshalb nur halb bei der Sache. Der Salzsee vermochte mich schon zu faszinieren, aber irgendwie war ich weniger beeindruckt, als ich dachte, dass ich wäre.

Im Folgenden ein paar Eindrücke mit zwei Kommentaren:
Das Highlight war für mich die Isla Incahuasi (Quechua für "Haus des Inka") mit den jahrhundertealten Kakteen. Die Insel wuchtet sich aus der weissen Salzfläche empor und erinnert an Dantes infernalisches Szenario.
Die spassigen Fotos (siehe unten) mit diversen Statisten gehören zu jeder Uyuni-Tour dazu (auch wenn uns zu Ohren gekommen ist, dass sich gewisse Travellers diesen Eskapaden verweigerten ... ;-) Die Guides sind unglaublich versiert, was das Bedienen der Smartpones angeht, und so gaben wir unseres gerne in fremde Hände ...

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Laut Wikipedia und den wohl meisten Tour-Agenturen in Uyuni zählt der - wie wir fanden - langweilige Zugfriedhof zu den Hauptattraktionen eines jeden Uyuni-Besuchs. Ursprünglich wurden die Mineralien, die in dieser Gegend abgebaut wurden, per Zug zur Pazifikküste verfrachtet; in den 1940er-Jahren kam jedoch der ganze Handel zum Erliegen.

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Die erste Tuchfühlung mit dem Salzsee.

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Mein Highlight der Tour: Die Isla Incahuasi.

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Zmittag mit unseren korenanischen Reisegefährten, inkl. Karate-Übung.

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Der Godzilla, unschuldig auf dem Markt in Uyuni erworben, war sehr furchteinflössend und unterhielt unsere ganze Truppe ...

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Unser liebes Reisemaskottchen - Kängi -, das mir meine beste Freundin mit auf die Reise gegeben hat, kommt hier dank verzerrter Perspektive einmal ganz gross raus.

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Sonnenuntergang auf dem See an einem Ort, wo noch ein bisschen Wasser liegt. Im Januar/Februar liegt verhältnismässig viel Wasser auf dem See; etwas, was anscheinend vor allem Japaner dazu verlockt, den See zu besuchen.

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Die Ciudad de Uyuni lockt nicht gerade mit vielen Sehenswürdigkeiten, aber wir fanden den Ort - im Gegensatz zu vielen anderen Touristen - ganz entspannend, um ein paar Tage auszuruhen. Die Temperaturen sinken zwar nachts rasch gegen oder unter Null, aber tagsüber ist das Wild-West-Town doch ganz angenehm, um sich da zu vertun.

Posted by birdfish 08:35 Archived in Bolivia Tagged uyuni salar isla_incahuasi Comments (1)

A World Apart

San Pedro de Atacama (Chile)

sunny 25 °C

"You know you're in Chile when the beer is twice the price and half the size", hört man Travellers sagen. In der Tat ist San Pedro de Atacama, dieser kleine Wüstenort im Norden Chiles, nicht gerade billig, vor allem die Touren nicht, die man da machen kann. Aber es lohnt sich! Die Landschaften der trockensten Wüste der Welt sind unglaublich eindrücklich. Wir machten zwei Tage lang vier Touren und am letzten Tag ging's dann für mich wieder einmal hoch hinaus.

Am ersten Abend liessen wir uns von einem fachkundigen und unterhaltsamen Franzosen alles über den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre erzählen. Durch etwa zehn Teleskope konnten wir zudem einen genaueren Blick auf einzelne Konstellationen werfen. Das Highlight war aber das Teleskop, das auf den Mond gerichtet war und durch das der Experte Fotos mit den Apparaten der Touristen machte.

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Im Anschluss an das Gespräch über fremde Galaxien fragte ich ihn, ob er denn an Leben ausserhalb unserer Galaxie glaube. Er bewies Humor und antwortete mit seinem charmanten französischen Akzent: "There is for sure some life out there. Whether these creatures are more intelligent than we, we cannot say. But what we can say for sure: We are more beautiful!"

Die erste Tour führte uns ins Valle de la Luna. Diese vegetationsarme Landschaft erinnert an eine Mondlandschaft, daher der Name. Wir erklommen Hügel, spurteten eine Sanddüne hinunter und liessen uns dann für den Sonnenuntergang auf einer Bergkuppe nieder, um zuzuschauen, wie die Berge von der untergehenden Sonne in Rot getaucht wurden.

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Das Weiss ist natürlich Salz, was der Landschaft einen zusätzlichen irrealen Touch verlieh.

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Der Volcán Licancabur ist der Hausberg San Pedros.

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Bereit für den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen hiess es früh aufstehen, denn der Dampf der Geysire auf dem drittgrössten Geysirfeld der Welt, El Tatio, lässt sich nur bei Kälte beobachten. Um fünf Uhr ging es los, etwa 1,5 Stunden fuhren wir im Minibus quer durch die Wüste. Noch vor Sonnenaufgang standen wir auf dem Feld, das Thermometer zeigte minus 7 Grad an!

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Endlich! Die Sonne kommt! Ich kann verstehen, warum die indigenen Völker hier einen Sonnenkult betreiben bei den tiefen Temperaturen in der Nacht.

Nachdem die Sonne aufgegangen war, konnte man sich in den nahe gelegenen Thermalquellen wieder aufwärmen.

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Auf dem Rückweg besuchten wir noch imposante Kakteen, die bis zu 500 Jahre alt sind. Und das eine oder andere Vicuña und Flamingos durften natürlich auch nicht fehlen.

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Let's hug, my friend!

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Das Nachmittagsprogramm gestaltete sich etwas entspannter: Es ging von Lagune zu Lagune. In der Laguna Sejar kann man sich wie im Toten Meer treiben lassen ohne unterzugehen, Schlammpackung inklusive.

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"Und da geht's morgen hin!"

Am nächsten Morgen hiess es wiederum um halb fünf aufstehen, diesmal aber für ein Erlebnis der besonderen Art. Nach unserem Fuji-Abenteuer fand ich, dass es wieder einmal an der Zeit war, einen Vulkan zu besteigen und meine persönliche Bestmarke zu überbieten. Die höchste Höhe, die ich je zu Fuss erreicht hatte, war etwa 5000 m.ü.M., wobei ich damals nur etwa 200 Höhenmeter überwinden musste. Der Volcán Lascar, der aktivste der chilenischen Vulkane, war da ein anderes Kaliber. Ich schloss mich einer Gruppe von drei Franzosen und einer Brasilianerin an, und zusammen mit zwei Bergführern ging es morgens um 5 los. Etwa um 7 Uhr erreichten wir die Laguna Lejia, das Aussenthermometer des Jeeps zeigte minus 12 Grad an. Wer will da schon aussteigen?!

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Ich hätte mir ein Stativ gewünscht...

Bei Sonnenaufgang machten wir uns auf 4800 m.üM. auf den Weg. Mein Ziel war, den Kraterrand auf 5450 m.ü.M. zu erreichen. Ambitionen, den Gipfel auf 5600 m.ü.M. zu erklimmen, hatte ich zwar schon, aber unser Hauptführer würde erst beim Kraterrand entscheiden, ob der Gipfelsturm unternommen würde.

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Unsere Gruppe beim Start (links im Bild unser Bergführer). Die Franzosen (zwei Männer und eine Frau) schienen stark zu sein. Ich ordnete mich konditionstechnisch vor der Brasilianerin, aber hinter den Franzosen ein.

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Der Kraterrand war nach etwa 2,5 Stunden steilen Aufstiegs erreicht. Ich fand es unglaublich anstrengend, vor allem wegen der Höhe und auch, weil man teilweise Schwefelgestank einatmen musste.

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Der Blick hoch zum Gipfel. Die "Wolke" ist der Schwefeldampf des Vulkans.

Unser Guide entschied: Wir gehen hoch! Und zwar als geschlossene Gruppe! Mein Flehen, mich beim Kraterrand zurückzulassen, ignorierte er... ;-)

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YESSSS!! Geschafft!! Das iPhone machte nicht mehr mit auf dieser Höhe, die Kamera dafür schon! Nach einer weiteren Stunde des Aufstiegs (die steilste Partie der ganzen Wanderung) erreichten wir 3 Stunden und 40 Minuten nach dem Losmarsch beim Jeep den Gipfel - eine sehr gute Zeit, wie unser Guide fand.

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Nach einer halbstündigen Pause auf dem Gipfel machten wir uns wieder auf den Abstieg. Mich überfielen heftige Kopfschmerzen...

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Auf dem Hosenboden ging es auf einem Schneefeld 400 m steil den Berg runter, gebremst wurde mit den Schuhen und den Stöcken.

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Uff! Zurück im "Basecamp".

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Da oben waren wir!

Jedes Mitglied der Gruppe hatte mit der Höhe zu kämpfen. Einem der Franzosen ging es ganz übel. Und auch meine Kopfschmerzen wurden immer arger. Auf der zweistündigen Rückfahrt überfiel mich eine starke Übelkeit; ich konnte meine Augen nicht schliessen. Ich kam in San Pedro an, fiel wie tot ins Bett und schlief erst einmal meinen Höhenrausch aus. Der Berg forderte seinen Tribut, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Am nächsten Morgen hiess es erneut Abschied nehmen von diesem wunderbaren Land. Mitten in der Wüste standen zwei kleine Häuschen, der chilenische bzw. bolivianische Zoll. Ein griesgrämiger Grenzbeamter drückte uns den bolivianischen Einreisestempel in den Pass und wir wurden in einen Jeep verfrachtet, in dem sich bereits fünf Reisende befanden, die zwei Kolleginnen an der Grenze abgeladen hatten, die weiter nach San Pedro reisten. Dies war ihr letzter Tag der dreitägigen Uyuni-Tour, und wir kamen sozusagen in den Genuss einer gratis Tagestour, denn wir hatten einfach einen Transport in die Ciudad de Uyuni gebucht. Umso besser!

Die Fahrt nach Uyuni ging durch das beeindruckende Eduardo-Avaroa-Naturreservat. Unser Fahrer versprach uns, er würde uns zu einem "secret spot" bringen.

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Und auf einmal war da Wasser mitten in der Wüste: der beeindruckende Geheimort unseres Guides, den man nur durch Klimmen erreichen konnte. "Auch ich war in Arkadien", sage ich da nur. ;-)

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Es herrschte eine idyllische Atmosphäre bei den grasenden Lamas.

Es ist schwer zu beschreiben, welchen Eindruck die Landschaften von Atacama auf mich machten. Es war wohl eine Mischung aus Glücksgefühlen und Unglauben, dass es diesen Flecken Erde wirklich gibt. Als wir in Uyuni ankamen, war ich auf jeden Fall körperlich und geistig extrem müde, die Intensität der letzten Tage blieben noch lange an mir haften. Obwohl ich den Salzsee von Uyuni, den wir in den nächsten Tagen besuchen würden, als ein Highlight unserer ganzen Südamerika-Tour ansah, musste ich feststellen, dass ich beim Besuch des Salzseees noch stets im Bann der Atacama-Wüste war... Aber davon dann das nächste Mal.

Posted by birdfish 13:14 Archived in Chile Tagged geyser atacama san_pedro valle_de_la_luna vulkán lascar lagune Comments (3)

Dreiländereck mit Knuffelbär

Die Iguazu-Wasserfälle

sunny 33 °C

Von Buenos Aires stiegen wir bequem in den Flieger, denn der Flug nach Puerto Iguazú im Norden Argentiniens war in unserem LAN-Pass enthalten. Der Anflug war sehr speziell: Man sah nur Regenwald und noch mehr Regenwald und irgendwann, ganz kurz bevor der Flieger aufsetzte, sah man dann doch noch etwas Zivilisation. Die Wasserfälle der Iguazú-Flusses befinden sich im Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay, wobei sich die beiden Erstgenannten die eigentliche Attraktion teilen.

Unsere Basis war in Argentinien, wir besuchten aber die Fälle am ersten Tag (bei Sonnenschein) auf der argentinischen Seite und am zweiten Tag (bei Regen) von der brasilianischen. Unter Travellern herrscht die grosse Frage, welche Seite denn schöner sei. Die brasilianische bietet einen besseren Überblick über das ganze Geschehen, aber die argentinische fanden wir abwechslungsreicher. Im Folgenden ein paar Impressionen dieser eindrücklichen Landschaft, die aus 20 grösseren und 255 kleineren Wasserfällen besteht, die sich auf einer Länge von 2.7 Kilometern erstrecken.

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Die Wasserfälle lassen sich auf Stegen mühelos erkunden.

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Bei der Garganta del Diablo (dem Teufelsschlund) fällt der Río Iguazú 80 m in die Tiefe. Dieser Wasserfall ist der imposanteste des ganzen Gebiets.

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Diese Knuffelbären, gennant Coatí, formieren sich zu Gangs und machen das Verweilen im Park unsicher.

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Ich war beeindruckt von den vielen Schmetterlingen, die sich in diesem Gebiet tummeln. Vom Bus aus konnten wir Scharen von tausenden Schmetterlingen auf einem Fleck beobachten.

Die folgenden drei Bilder wurden auf der brasilianischen Seite aufgenommen:

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Dies ist wiederum die Garganta del Diablo.

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Nach zwei Tagen Wasserfall von oben, unten, vorne und hinten nahmen wir es noch einen Tag gemütlich und besuchten den Parque Güirá Oga, der sich in der Nähe von Puerto Iguazú befindet. Diese gemeinnützige Organisation widmet sich der Pflege von verunfallten, ausgesetzten oder sonstwie bedürftigen Urwaldtieren. Sie werden in dieser Station aufgepäppelt und dann in einem Naturreservat wieder ausgesetzt.

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Das Gürteltier war schrecklich geschäftig und wollte partout nicht für ein Portrait stillhalten.

Drei Tage verweilten wir in diesem wunderschönen Flecken Erde, der tropisch und so gar nicht mehr argentinisch wirkt. Dann brachte uns ein Weiterflug zurück in wirklich argentinisches Land: nach Córdoba, der zweitgrössten Stadt des Landes.

Posted by birdfish 20:21 Archived in Argentina Tagged iguazu coati bird_park guira_oga Comments (1)

Von Geiern und Gletschern

Das südliche Patagonien (Argentinien)

sunny 10 °C

Die folgende Karte vergegenwärtigt noch einmal den Weg von Punta Arenas bis nach Puerto Williams, den wir mit dem Schiff zurückgelegt hatten (blaue Strecke). Chilenisches Territorium ist gelb (Festland) und rosa (Inseln) eingefärbt, argentinisches grün.

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Von da ging es dann, wie gesagt, auf einer teuren Bootsfahrt über den Beagle-Kanal. Sie war ihr Geld wohl kaum Wert, aber immerhin eine spannende Art, in ein neues Land zu gelangen.

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Mit diesem kleinen Boot sind wir quer über den Beagle-Kanal gereist.

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Ushuaia ist von imposanten Bergen umgeben.

Es war schon immer einer meiner Träume gewesen, einmal den südlichsten Ort der Welt zu besuchen. Da Ushuaia aber einfach nur besseres Marketing betreibt und der südlichste Ort Puerto Williams bzw. Puerto Toro ist, war ich nicht mehr so beeindruckt von der Stadt. Der Ort ist nett, aber auch nicht mehr. Wir begegneten so vielen Touristen wie schon lange nicht mehr - die meisten von einer Antarktis-Reise herkommend. Die Stadt selber hat man schnell erkundet. Wir liefen zu Fuss zum Gletscher Martial hoch, der über der Stadt thront und von wo aus man einen wunderbaren Blick auf den Beagle-Kanal hat. Beim Aufstieg schlug das Wetter aber auf einmal um: Es begann heftig zu wehen und sogar zu schneien. Deshalb mussten wir etwa 15 Minuten, bevor wir die Gletscherzunge erreicht hätten, wieder umkehren. Dennoch: Ich hatte genügend Zeit, viele Fotos zu schiessen! ;-)

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Ein Blick zurück auf den Beagle-Kanal.

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Die nächste Station war El Calafate. Die Fahrt dorthin hatte es in sich: Erst mussten wir von Ushuaia nach Rio Gallegos gelangen. Normalerweise dauert die Fahrt etwa zwölf Stunden. Da es aber auf der Strasse einen Lastwagenunfall mit zwei Toten gab, standen wir über zwei Stunden fest. Wer sich die Karte oben noch einmal anschaut, sieht, dass die Fahrt nordwärts durch chilenisches Territorium geht. Der Stau des Unfalls verlagerte sich dann an die chilenische Grenze - und die Chilenen nehmen es ja sehr genau mit der Einreise. Es dürfen ja keine Früchte oder tierischen Produkte eingeführt werden und sämtliches Gepäck wird gescannt. So verbrachten wir noch einmal etwa anderthalb Stunden am Zoll. Schliesslich kamen wir bei Dunkelheit in Rio Gallegos an; einer der schlimmeren Orte, wo wir je waren. Die Argentinier selber können auch gar nicht verstehen, dass sich so ein Moloch im schönen Patagonien befinden kann. Immerhin ging unser nächster Bus morgens um sieben, sodass wir diese unwirtliche Gegend bald wieder verlassen konnten. Nach rund 29 Stunden seit unserer Abreise in Ushuaia kamen wir endlich in El Calafate an.

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Die Landschaft Patagoniens ist oft öde, wenn man aber die Berge sieht, fühlt man sich schon fast ein bisschen wie zu Hause.

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El Calafate liegt am Lago Argentino.

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Diese Lagune mit Flamingos war unser erstes Ausflugsziel und ist von El Calafate bequem zu Fuss erreichbar.

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Der Ort verdankt seine Existenz grösstenteils der Ansammlung von Tour Operators und Hostels. Die Argentinier machen hier ebenfalls gerne Urlaub. Und warum? In der Nähe locken die Berge zum Trecken, das Highlight ist jedoch der Gletscher Perito Moreno, der sich vor der Haustür befindet. Dieser Gletscher, der sich im gleichnamigen Nationalpark befindet, der wiederum zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, wächst täglich. Wenn man genug lange wartet, kracht ein Stück davon in den Lago Argentino. Dem Gletscher beim "Kalben" zusehen zu können ist natürlich ein besonderes Erlebnis!

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Seit einiger Zeit kann man auf dem Gletscher Mini-Treckings oder einen grösseren Ausflug machen. Als ich davon hörte, war für mich klar: "Big Ice"! Diese Tour dauert einen ganzen Tag, rund vier Stunden davon spaziert man mit Steigeisen auf dem Gletscher rum. Für mich war dieser Tag einer der absoluten Höhepunkte auf unserer bisherigen Reise; wohl auch deswegen, weil ich so etwas noch nie erlebt habe. Die Farben, die man in den Gletscherspalten sieht, sind einfach magisch. Im Folgenden ein paar Eindrücke, die dieser Erfahrung nur gering gerecht werden können:

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Die Guides von BigIce waren alle super!

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Ganz am Schluss auf der Rückfahrt gab's Whiskey on the Rocks - natürlich mit Gletschereis!

El Chaltén, unsere nächste Station, liegt inmitten der Bergen. Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit, weil unser Flug von El Calafate nach Buenos Aires schon gebucht war, aber den Mount Fitz Roy zu sehen, wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Wir hatten das Glück, ihn an einem sonnenklaren Tag zu sehen, was anscheinend eher selten der Fall ist. Umso mehr genossen wir die super Aussicht von einem Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes aus.

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Wer links sitzt im Bus von El Calafate nach El Chaltén, kann ein wunderbares Panorama bestaunen. Die "Ruta 40" quer durch Patagonien ist die schönste und berühmteste Strecke Argentiniens.

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Kondore fliegen über El Chaltén und es macht Freude, diesen Königen der Lüfte zuzuschauen. Der Andenkondor (Vultur gryphus) zählt zu den so genannten Neuweltgeiern.

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Rechts im Bild der Mount Fitz Roy, die Zacken links gehören zum Cerro Torre. Beide Berge gehören zum Campo de Hielo Sur ("südliches Eisfeld"), dem grössten Gletschergebiet der südlichen Hemisphäre nach der Antarktis.

Am zweiten Tag liefen wir rund 25 km zur Laguna de los Tres, die sich unterhalb des Gipfels befindet. Wir fuhren mit einem Sammeltaxi zum Parkplatz "Los Pilares" und liefen von dort dem Río Blanco entlang mit Sicht auf den Gletscher Piedras Blancas (drittes Bild).

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Die letzte Stunde zur Lagune hoch ist unglaublich steil. Da es ein paar Tage zuvor geschneit hatte, waren Teile des Weges verschneit und/oder vereist.

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Aber die Mühen lohnten sich alleweil bei diesem Anblick!

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Auch der Rückweg nach El Chaltén bot viele schöne Aussichten:

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Nach rund zwei Wochen im südlichen Patagonien hiess es nun endlich wieder: "Zurück in den Sommer"! Wir waren gespannt auf die Hauptstadt Argentiniens ...

Posted by birdfish 20:03 Archived in Argentina Tagged perito_moreno el_calafate ushuaia el_chalten fitz_roy beagle_kanal laguna_de_los_tres Comments (1)

Frühstück mit Walfisch

Das südliche Patagonien (Chile)

sunny 10 °C

Unsere Weiterreise brachte uns auf den südamerikanischen Kontinent. Wer von Westen her kommt, beginnt die Route meist in Santiago de Chile. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal da und wusste, dass die Stadt nicht gerade mit vielen Attraktionen lockt, deshalb begrenzte sich unser Aufenthalt auf zwei Tage. Da wir zudem auf der Osterinsel mit acht Stunden Verspätung abgeflogen waren, weil der Flughafen wegen eines schweren Unfalls mit anschliessender Evakuierung der Verletzten gesperrt wurde, verkürzte sich der Aufenthalt noch ein bisschen.

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Die Kathedrale bildet das Kernstück der Plaza de Armas, wie der Hauptplatz der meisten südamerikanischen Städte heisst.

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Das Rathaus heisst noch immer Palacio de la Moneda (Münzanstalt), weil hier früher Geld geprägt wurde.

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Dass die Südamerikaner fürs Leben gern protestieren und demonstrieren, haben wir schon am ersten Tag in Santiago bemerkt. Diese Studenten bekunden ihren Unmut über Abtreibungen.

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Das Mini-Viertel "Paris - Londres" lädt mit seinen Pflastersteinstrassen zum Verweilen - oder Reiseführer-Studieren - ein.

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Der Cerro San Cristobal, Santiagos Hausberg mit 880 m.ü.M., bietet einen schönen Überblick über die Stadt, eine 22 m hohe Statue der Jungfrau Maria inklusive.

Ein Weiterflug brachte uns in das südliche Patgonien, ein Gebiet, das von Argentinien und Chile geteilt wird. Ursprünglich war unser Plan, von da direkt mit dem Bus nach Ushuaia, in die südlichste Stadt der Welt zu fahren. Ich wurde aber auf eine Firma namens Transbordadora Austral Broom aufmerksam, die Schiffsreisen nach Puerto Williams organisiert, das noch südlicher als Ushuaia liegt. Zwischen Ankunft per Flieger in Punta Arenas und Abreise mit dem Schiff hatten wir einen Tag Zeit, die Umgebung des Ortes (übrigens mit etwas mehr als 117'000 Einwohnern die südlichste Grossstadt der Welt) zu erkunden. Wir machten eine sehr empfehlenswerte Tour, die zwar viel Busfahren beinhaltete, uns jedoch schliesslich zu einer Gruppe von etwa 80 Königspinguinen brachte.

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Punta Arenas war einst eine reiche Stadt, die im chilenischen Wollhandel aufblühte. Viele Ausländer haben sich hier niedergelassen, insbesondere Kroaten und auch viele Schweizer. Es gibt sogar einen Stadtteil "Zurich" mit einer Guillermo-Tell-Strasse! Wir fanden aber den Ort mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 6 Grad und 148 Regentagen eher unwirtlich.

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Der Friedhof zeugt heute noch vom Glanz vergangener Tage: Die Grabstätten der Schafbarone und anderer wichtiger Persönlichkeiten.

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Ein interessantes Museum in Porvenir führte uns in die Kultur der Ureinwohner, der Selk'nam, ein. Dieses Nomadenvolk kam von Asien her über die Beringstrasse auf den armerikanischen Kontinent und wanderte bis in den untersten Zipfel Südamerikas. Sie lebten hauptsächlich von Guanakos (kamelartigen wilden Tieren) und anderen Kleintieren, die sie jagten. Die Selk'nam wurden im Zuge der argentinischen Kolonialisierung von Südpatagonien ausgerottet.

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Es herrscht Weltendstimmung im Feuerland. Den Namen "Tierra del Fuego" hat übrigens Magellan geprägt, der 1520 auf einer Erkundungstour in diesen Gefilden unterwegs war. Er fand keine Siedlungen, sah aber des Nachts viele Feuer im Süden der Meerenge brennen, die von den Nomaden entfacht worden waren.

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Schafe gibt es übrigens immer noch viele. Bei denen hier heisst die nächste Station Schlachtbank, wie mir unser Guide versichert hat.

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Der Weg zu den Pinguinen führte an einer Lagune mit Flamingos vorbei.

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Die Königspinguine der Bahía Inútil sind seit neun Jahren dort angesiedelt und sind - nicht wie jene Kolonie auf der Isla Magdalena in der Nähe - das ganze Jahr über zugegen. Wir lernten, dass man erst ab der dritten Generation von einer Kolonie spricht, also dann, wenn solche Tiere, die da geboren wurden, sich wieder fortgepflanzt haben. Momentan zählt die Pinguingruppe zwei Generationen. Des Weiteren haben wir uns sagen lassen, dass die Königspinguine die schöneren Zeichnungen haben als die Kaiserpinguine, die es nur in der Antarktis gibt. Dem Treiben zuzuschauen und dem Geschnatter zuzuhören fand ich sehr eindrücklich.

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Im Dorf Cerro Sombrero war nicht gerade viel los. Auf die Schafzucht folgte die Entdeckug des schwarzen Goldes. Heute lebt die Bevölkerung hier hauptsächlich von der Petrochemie.

Am nächsten Abend hiess es einschiffen auf der Yanghan. In 30 Stunden würde uns das Schiff von Punta Arenas nach Puerto Williams bringen. Wir gönnten uns den Luxus der ersten Klasse, wo man den Sessel wirklich waagrecht legen konnte. Ich habe super geschlafen! Im Folgenden ein paar Eindrücke dieser wunderlichen Schiffsreise durch die Magellanstrasse und den Beagle-Kanal:

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Am zweiten Tag kamen Kinder schreiend durch die Kabine gerannt: "Balena! Balena!" Ich fasste sofort meine Kamera und eilte aufs Deck. Und da tummelten sich tatsächlich mindestens zwei Walfische in einer Bucht, die wir soeben passiert hatten. Das ist alles, was das Objektiv meiner Kamera rausholen konnte:

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Es gibt schlechtere Aussichten vom Klo aus!

Dann passierten wir einen der unzähligen Gletscher des Darwin-Gebirges. Dieser hier küsste den Ozean: Eine wunderbare Ansicht! Unsere Crew liess es sich nicht nehmen und zog Eis aufs Schiff, das beim Verlassen des Schiffs als - wenn auch vergängliches - Präsent an die Passagiere abgegeben wurde.

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Um Mitternacht am nächsten Tag liefen wir im Hafen von Puerto Williams ein. Das Dorf zählt 2500 Einwohner und ist ... wirklich am Ende der Welt! Das Wetter war regnerisch, kalt, und wir fanden, dass auf einmal aus dem Motto unserer Reise, Let's Summer, nun "Let's Winter" geworden war ... o_O

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Im Hafen liegen viele europäische und amerikanische Yachten, deren Besitzer hier überwintern.

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Die Einwohner leben hauptsächlich von der Fischerei.

Eigentlich wollten wir den Ort baldmöglichst wieder verlassen, denn eigentlich war unser Ziel ja Ushuaia in Argentinien und nicht Puerto Williams in Chile. Da es aber am Sonntag keinen Bootservice über den Beagle-Kanal gab, blieben wir einen Tag länger und kamen in den Genuss einer Gratis-Bootsfahrt. Einmal pro Monat bedient die Yanghan, mit der wir gekommen waren, Puerto Toro, das mit seinen 18 Einwohnern der südlichste Ort der Welt ist, wo eine zivile Bevölkerung lebt. Auf einer Wanderung um das Dorf und auf einen dahinterliegenden Hügel konnten wir die subarktische Flora geniessen.

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Die wohl südlichste Kirche der Welt.

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Vergebens hatten wir am Yachthafen in Puerto Williams nachgefragt, ob zufällig bald jemand nach Ushuaia segeln würde, denn die halbstündige Bootsfahrt mit - wohlbemerkt - einem Schlauchboot kostet 120 Franken pro Person ... Aber was will man schon machen am Ende der Welt? Es war die einzige Möglichkeit, nach Argentinien zu gelangen.

Posted by birdfish 16:50 Archived in Chile Tagged santiago cerro_san_cristobal punta_arenas puerto_williams transbordadora_austral_broom Comments (0)

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