A Travellerspoint blog

By this Author: birdfish

Willkommen in China: Erste Station Tsingtao

Die Reise mit dem Schiff verlief mit einigem Geschaukle, sodass wir trotz Zweierkajüte nach 16 Stunden ziemlich gerädert in China ankamen. Die Einreise verlief effizient und problemlos; der Beamte bei der Passkontrolle hatte sogar ein Lächeln übrig. Es hatte ihn wohl amüsiert, dass doch noch zwei etwas fahle westliche Gesichter an seinem Schalter auftauchten.

Tsingtao ist weltberühmt wegen seines Bieres. Dieses hatten die Deutschen in der kurzen Kolonialherrschaft unter Kaiser Wilhelm II. von 1898 bis 1914 hier eingeführt, zusammen mit Steinbauten (anstelle von Holzhäusern), der damals besten Kanalisation Asiens, einem Trinkwassersystem und offiziellen Gebäuden. Für uns war Tsingtao das Tor zu China und wir waren von Anfang an begeistert. Es war zwar alles viel schmutziger als noch in Japan und Südkorea, aber die Leute waren ausgesprochen freundlich und in der Stadt herrschte eine "easy-going" Atmosphäre.

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Unsere Unterkunft war in einer ehemaligen Kirche. Dies ist einer der gemütlichen Aufenthaltsräume.

Unsere Unterkunft war in einer ehemaligen Kirche. Dies ist einer der gemütlichen Aufenthaltsräume.

Der Huilan-Pavillion, der die Etikette jeder Tsingtao-Bierflasche ziert.

Der Huilan-Pavillion, der die Etikette jeder Tsingtao-Bierflasche ziert.

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Ölteppich im Hafen von Tsingtao.

Ölteppich im Hafen von Tsingtao.

Die Strassen Tsingtaos sind geprägt von Kolonialbauten.

Die Strassen Tsingtaos sind geprägt von Kolonialbauten.

Die Sankt-Michael-Kirche.

Die Sankt-Michael-Kirche.

Der Tianhou-Tempel, eine Nachbildung des ursprünglich 1476 erbauten buddhistischen Tempels.

Der Tianhou-Tempel, eine Nachbildung des ursprünglich 1476 erbauten buddhistischen Tempels.

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Pagode im Tianhou-Tempel.

Pagode im Tianhou-Tempel.

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Der ehemalige Wohnsitz des deutschen Gouverneurs.

Der ehemalige Wohnsitz des deutschen Gouverneurs.

Die protestantische Kirche, von Curt Rothkegel entworfen und 1908 erbaut.

Die protestantische Kirche, von Curt Rothkegel entworfen und 1908 erbaut.

Die Kirche eignet sich gut als Hintergrund  für Hochzeits- oder andere kreative Fotos.

Die Kirche eignet sich gut als Hintergrund für Hochzeits- oder andere kreative Fotos.

Der lutheranisch karge Innenraum der Kirche.

Der lutheranisch karge Innenraum der Kirche.

Das Governor's Building.

Das Governor's Building.

Sessellift im Zhongshan-Park.

Sessellift im Zhongshan-Park.

Posted by birdfish 02:54 Archived in China Tagged qingdao hafen tsingtao Comments (1)

Seoul

Letzte Tage in Südkorea

sunny 30 °C

Unsere Durchreise durch Südkorea beendeten wir in der Hauptstadt Seoul. Obwohl diese Stadt selten in einem Atemzug mit asiatischen Metropolen wie Bangkok, Schanghai oder Kuala Lumpur genannt wird, braucht sie sich nicht hinter diesen zu verstecken. Sie bietet eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und versprüht jenes typisch asiatische, wuselige Flair, welches wir so lieben.

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Zahlreiche Paläste, von denen wir zwei besucht haben, locken genau so wie endlose Shopping-Möglichkeiten, ruhige Tempel und Schreine, moderne Architektur und eine angenehme Gelassenheit, die andere Grossstädte manchmal vermissen lassen. Die augenscheinlich eher geringe Anzahl (westlicher) Touristen bestätigt die Vermutung, dass Seoul trotz seiner Vorzüge nicht gerade weit oben auf der Rangliste der beliebtesten Asien-Ziele steht. Dies kam uns natürlich sehr entgegen.

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Unser Zuhause war diesmal nahe einer der zahlreichen Universitäten gelegen in einem jungen, lebhaften Viertel, von wo aus wir diese sympathische Stadt erkunden konnten. Ein weiteres Mal konnten wir im Guesthouse äusserst nette Bekanntschaften schliessen, darunter eine gleichaltrige Koreanerin, die uns interessante Einsichten in die koreanische Gesellschaft und in das Verhältnis zwischen den älteren und jungen Generationen geben konnte.

Alt und Neu

Seoul war lange der Hauptsitz der koreanischen Monarchie, wovon heute die teilweise erhaltenen Paläste noch zeugen. Wie so oft handelt es sich dabei um Rekonstruktionen, da viele historische Bauten durch die japanischen Invasoren zerstört worden sind. Die Schautafeln und Erklärungen lassen oft durchblicken, dass immer noch starke Ressentiments gegenüber den Japanern vorhanden sind (Japan hat sich mit seinen aggressiven Expansionsgelüsten und Kolonialisierungsversuchen in Asien nicht gerade beliebt gemacht).

Der Gyeongbokgung-Palast, einer der fünf Paläste Seouls.

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Traditionelle Tempelwächter.

Traditionelle Tempelwächter.

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Führung durch den Secret Garden des Changdeokgung-Palastes mit Guide in traditionellem koreanischen Gewand.

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Wiederum lockte ein Aussichtsturm, der N Seoul Tower, der einen eindrucksvollen Rundumblick über die Metropole bietet. Dieser wird als perfektes romantisches Ziel für Paare angepriesen, denn Tickets gelten für zwei Personen, überall gibt es Möglichkeiten, die sogenannten "Love Locks" anzubringen, und ein künstlicher Wunschbrunnen garantiert ewige Liebe, wenn man die eigens dafür geschaffene herzförmige Münze kauft und treffsicher im Brunnen versenkt. Pech für jene, die daneben werfen.

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Blick nach Norden

Blick nach Norden

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Ein weiteres Highlight für uns war das Dongdaemun Design Plaza, das an der Stelle eines ehemaligen Sportstadiums erbaut wurde. Für das Projekt verantwortlich zeichnete Zaha Hadid, die irakische Stararchitektin, deren Bauten oft durch fliessende, organische Formen bestechen.

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Mehr moderne Architektur fanden wir in Gangnam vor, einem eher teuren Viertel, das südlich des Han-Flusses gelegen ist. Weltruhm erlangte Gangnam erst vor Kurzem dank des koreanischen Popstars Psy, dessen Track "Gangnam Style" letztes Jahr um die Welt ging. Über die musikalische Qualität lässt sich natürlich streiten ... ;)
Gangnam ist bei Weitem nicht Manhattan, aber wer hohe Bauten aus Stahl, Beton und Glas liebt, kommt hier bestens auf seine Kosten :)

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Selbst im modernen Gangnam lassen sich noch immer Spuren des alten Seoul finden: der Bongeun-Tempel.

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Leinen los!

Dann hiess es Abschied nehmen von Südkorea: Eine schier endlose Metro-Fahrt brachte uns nach Incheon, der mit Seoul verwachsenen Nachbarstadt. Sie beherbergt zwar den internationalen Flughafen, wir aber entschieden uns für die Fähre nach China. Nach einem letzten typisch koreanischen Zmittag mit Reis, Suppe und vielen kleinen Beilagen bei einem sehr, sehr gesprächigen Restaurantführer (sein längerer Aufenthalt in den USA hat dafür gesorgt, dass er uns während einer Stunde ohne Punkt und Komma bestens unterhalten konnte), machten wir uns auf den Weg an den Hafen.

Kaum im Departure-Terminal angekommen, wähnten wir uns bereits in einer anderen Welt: in China. Denn der einzige Zweck der Fähre zwischen Südkorea und China scheint darin zu bestehen, dass Chinesen nach SK kommen können, um einzukaufen und dick beladen wieder heimzufahren. Und inmitten dieses ganzen Trubels irrten drei Westler herum: Wir beide und ein Amerikaner, der mit seinem Velo eine 3000 km Tour durch China plant. Wir kamen uns wieder einmal wie der sprichwörtliche bunte Hund vor.

Anders als von Japan nach Südkorea hatten wir diesmal die Nachtfähre gebucht. Es trennten uns 17 Stunden von einem Land zu nächsten - ein Flug hätte ca. 2 h gedauert, aber das wäre nur der halbe Spass gewesen. Denn eine Fahrt mit einer Fähre ist für uns immer ein Erlebnis! Es gibt einen Duty-Free-Shop, Restaurants, einen Minimarkt und Karaoke-Räume, um die wir einen grossen Bogen gemacht haben. Aber das Beste an allem: Wir gönnten uns den "Luxus" einer Royal-Kajüte. Mit zwei Betten, einer Sitzecke und einer Minibar waren wir besser bedient als in jedem japanischen Business-Hotel zuvor! Die gelegentlichen Lautsprecherdurchsagen im Zimmer, wenn wieder ein gewisser Mr. Hong oder Lee gesucht wurde, konnten unsere Freude nicht schmälern.

Kurz vor dem Ablegen.

Kurz vor dem Ablegen.

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Und so tuckerten und schaukelten wir gemütlich Richtung Qingdao (Tsingtao), wo wir beide zum ersten Mal Fuss in Festlandchina setzen würden. Die Spannung war gross ...

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Posted by birdfish 09:03 Archived in South Korea Tagged architecture palace seoul gangnam n-tower Comments (1)

Danyang und Cheongju

Danyang, die kleine Stadt in einer Flussschlaufe etwa in der Mitte Koreas, hat uns so gut gefallen, dass wir eine Nacht länger als geplant geblieben sind. Unser Love Motel mit dem Namen "Luxury" (der natürlich etwas mehr verspricht, als er hält... ;-) war direkt am Flussufer gelegen und dahinter erstreckten sich die Berge des Soebaeksan-Nationalsparks.

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Gleich nach der Ankunft stellten wir unser Gepäck ein und machten uns auf zum 30-minütig entfernten Guin-sa-Tempel. Dieser ist idyllisch in den Bergen gelegen. Wir hatten schon vorab gelesen, dass es für jedermann, der sich im Tempel aufhält (wie fast in jedem Tempel in Südkorea könnte man hier auch Temple Stays machen), ein gratis Mittagsessen gibt. Kaum kamen wir in die Nähe des Speisesaals, wurden wir auch schon eingeladen, mitzuspeisen. Die Kost war einfach - Reis mit Gemüse (koreanisch: Bibimbap) und einen Apfel zum Dessert - aber die Busfahrt nach Danyang am Morgen und der Aufstieg hatten uns hunrig gemacht - also langten wir herzhaft zu.

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Etwas skurril anmutende Verkörperungen der chinesischen Sternzeichen mit Donation Box.

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Die ganze Tempelanlage erstreckt sich über mehrere hundert Meter.

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Am zweiten Tag war wieder einmal Hiking angesagt. Der Mount Birobong ist mit 1439 m.ü.M. für Schweizer und Fuji-Verhältnisse eher klein gewachsen, dennoch hatte es der 6 km lange Aufstieg in sich. Wir freundeten uns mit einem koreanischen Ehepaar an, die mit zwei Arbeitskollegen unterwegs waren. Diese hatten ein halbes Festmahl mit auf den Berg geschleppt und luden uns ein, mit ihnen zu essen. Also schon der nächste Zmittag umsonst - und das Essen, das die Frau selber gekocht hatte, war fabelhaft dazu! Ein Zeichen des Respekts ist es, dargebotene Gegenstände, insbesondere Visitenkarten (und jeder Südkoreaner hat welche), mit beiden Händen entgegenzunehmen. Dies gestaltete sich in meinem Fall allerdings als unmöglich, denn ich hatte soeben ein Stück Schweinefleisch mit meinen Stäbchen aufgegabelt, als Herr Kwon Hyuk Sang mir seine Karte entgegenstreckte...

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Der Aufstieg führte durch einen dichten Wald und folgte teilweise dem Lauf eines Flüsschens.

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Leider war es sehr neblig auf dem Gipfel, sodass wir uns die viel gepriesene Aussicht nur in Gedanken ausmalen konnten.

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Auf dem Gipfel angekommen.

Der letzte Tag führte uns zu einer Pagode im Fluss, etwas ausserhalb von Danyang. Leider war dies eines der absoluten Highlights auf koreanischen Reiseplänen, sodass die Attraktion mit einheimischen Touristen überströmt war. Es gab Speedboat-Trips rund um den Fels, einer liess einen ferngesteuerten Helikopter mit Kamera über dem Fels kreisen und es gab eine Openair-Karaoke-Arena, die rege in Gebrauch war...

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Wir entflohen dem Rummel in Richtung Grotten, die es da zuhauf gab. Auf einer etwas klaustrophobischen Tour durchquerten wir eine und genossen es, nicht nur den Lärm, sondern auch die Hitze für kurze Zeit hinter uns gelassen zu haben.

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Cheongju war eine ziemlich grosse Stadt und unsere letzte Station vor der Hauptstadt. Berühmt ist der Ort vor allem für das älteste Buch, das 1377 mit beweglichen Lettern gedruckt wurde (und zwar 78 Jahre vor der Gutenberg-Bibel). Diese historische Tatsache wurde von der UNESCO 2001 anerkannt. Das Buch selber ist in der Bibliothèque Nationale de France in Paris aufbewahrt. Dennoch lohnt es sich, das sehr informative und schön gestaltete Museum zu besichtigen. Ein Faksimile der Ausgabe ist vorhanden, ebenso wie etwas unheimliche, sprechende Wachsfiguren, die den Prozess des Buchdrucks bildlich nacherzählen (auf Koreanisch).

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Im Songnisan-Nationalpark erklommen wir einen weiteren Gipfel und kamen wieder zu einem Zmittag umsonst. Die Parkwächter und deren mongolische Praktikantin (im Bild in der Mitte zwischen mir und einer koreanischen Parkwächterin) überliessen und des Rest ihres Lunches (koreanische Sushi und Fried Chicken), da auch sie viel zu viel Essen mitgeschleppt haben. (Bei uns kommt langsam der Verdacht auf, dass Koreaner einfach fürs Leben gern ihre Mahlzeit teilen. Keine schlechte Angewohnheit ;-)

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Die Wälder sind voll von Streifenhörnchen. Hier sahen wir eine ganze Weile einer Mutter mit vier Jungen zu, die jedes einzelne vom einen Baum via Boden zum nächsten beförderte. Die flinken Dinger fotografisch festzuhalten ist allerdings eine Herausforderung!

Gleich beim Eingang des Nationalsparks befand sich der Beopju-sa-Tempel, der eine 33 Meter hohe Buddha-Statue beherbergt - natürlich ein gefundenes Sujet für unzählige Fotos. Die fünfstöckige Holzpagode ist anscheinend die einzige ihrer Art in Südkorea.

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Schweinisches zum Abschluss: Ein Foto, das direkt neben unserer Unterkunft aufgenommen wurde. En Guete dänn!

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Posted by birdfish 06:47 Archived in South Korea Comments (0)

Auf ins Innere des Landes

Nach dem bisschen Grossstadtflair in Busan sind wir nach Gyeongju aufgebrochen. Es war ein Wunder, dass wir überhaupt ein Zugticket an den richtigen Ort lösen konnten, denn neben Gyeongju gibts auch noch ein Cheongyu, ein Jeonju und ein Chungju. Das ist etwa dasselbe, wie wenn es in der Schweiz neben Wallisellen auch noch ein Valisellen und ein Wallisollen gäbe, die dann auch noch alle im Umkreis von 50km lägen... Am besten, man kommt gleich mit dem Reiseführer an den Schalter, denn die subtilen Lautunterschiede sind für westliche Zugen nicht zu reproduzieren.

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Unsere Unterkunft in Gyeongju, ein traditioneller Hanok.

Gyeongju war das Zentrum der Shilla-Dynastie und wird gerne als "museum without walls" beschrieben. Interessant waren vor allem die grünen Grabhügel, in denen Herrscher aus vergangenen Zeiten bestattet sind und die überall in der Stadt zu finden sind. (Für alle Anglisten: Das Prinzip ist genau das Gleiche wie in Sutton Hoo. Unglaublich, nicht?) Leider hat uns das Wetter viel Regen beschert an diesem Tag. Und zwar monsunartiger Niederschlag. Nach nur einer Minute draussen war man komplett durchtränkt (meine Turnschuhe brauchten etwa drei Tage, bis sie wieder trocken waren - aber der Monsun lässt sich noch erriechen... ;-)

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Am nächsten Tag war das Wetter etwas besser und wir besuchten den in den nahen Bergen gelegene Bulguk-sa ("sa" steht für Tempel), der ebenfalls mit dem Gütesiegel der UNESCO ausgezeichnet ist. Die Tempelanlage stammt auch aus der Shilla-Dynastie. Man muss dazu noch sagen, dass praktisch alle Tempel und Paläste in Korea Replikas sind, denn die ursprünglichen Bauten fielen praktisch immer den Besuchen der feindlichen Nachbarn (sprich: Japan) zum Opfer.

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Als zweiter Punkt auf dem Tagesprogramm war die Grotte Seokguram (ebenfalls UNESCO W.H.), in der ein wunderschöner Buddha sitzt (Photos von Buddha-Statuen sind in Korea meist nicht erlaubt, so auch hier) und Richtung East Sea, also Pazifik, blickt. Wie unser Reiseführer schreibt: "Seokguram can be a magical place, especially when mist cloaks the mountain tops." Genauso war es.

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Die nächste Station war die Stadt Andong, die als solches für westliche Reisende nicht von grossem Interesse ist. Sie dient aber als guter Ausgangspunkt für das Hahoe Folk Village. Andere traditionelle Dörfer in Korea sind anscheinend Reproduktionen für die übrigens meist inländischen Touristen - Westler und Japaner sowie Chinesen sind rar gesät in Korea. In Hahoe leben aber noch etwa 200 Koreaner (mit staatlichen Subventionen) nach traditioneller Weise der Joseon-Dynastie. Das bedeutet, dass sie sich mehrheitlich selbst versorgen. Das Dorfbild folgt strikten Regeln. Eine Familie bewohnt jeweils einen Hanok (traditionelles Haus), das aus Holz und einem Ziegeldach besteht. Rund um das Hauptgebäude herum gibt es einfachere Häuser mit Reetdächern, die von den Angestellten bewohnt wurden. Zwischen den Häusern wachsen Chilis, Zuchettis und was der Boden sonst noch so hergibt.

Ein traditionelles Lehmhaus mit Reetdach

Ein traditionelles Lehmhaus mit Reetdach

Die Reetdächer eignen sich auch zur Gemüsezucht.

Die Reetdächer eignen sich auch zur Gemüsezucht.

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Hahoe wird von einem Fluss umwunden. Nach traditioneller Sichtweise soll dies dem Ort besonders viel Glück und Wohlstand bringen.

Die etwas tempelhaft anmutende Dorfkirche. Das Christentum ist in Südkorea weit verbreitet.

Die etwas tempelhaft anmutende Dorfkirche. Das Christentum ist in Südkorea weit verbreitet.


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Posted by birdfish 02:55 Archived in South Korea Tagged gyeongju andong hahoe folkvillage Comments (0)

Nikko

Als wir das letzte Mal in Japan waren, stand Nikko auf unserer Liste, schlussendlich mussten wir es aber aufgeben, weil wir zu wenig Zeit hatten. Dieses Mal wollten wir uns die Berge, Wälder und Tempelanlagen aber nicht entgehen lassen. Die Anreise von Tokyo dauert etwa zwei Stunden. Im zweiten Zug waren wir zusammen mit einer Mädchen-High-school-Klasse eingepfercht in einem Regionalzug. Als wir uns Nikko annäherten, brach auf einmal ein gewaltiges Gewitter los. Im Nu war der Bahnhof überflutet und wir mussten vom Zug durch knöcheltiefes Wasser in die Wartehalle waten.

Nikko ist berühmt für seine Tempel aus der Edo-Zeit (1600-1868). Sie sind ähnlich wie in Kyoto in den Bergen in und um den Ort angesiedelt worden. Man kann sich sehr gut wie wir zwei Tage in den Anlagen vertun und hat noch immer nicht alles gesehen.

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Die Tempel sind alle in dichtem Wald gelegen

Die Tempel sind alle in dichtem Wald gelegen

Shin-kyo, die heilige Brücke über den Daiya-gawa

Shin-kyo, die heilige Brücke über den Daiya-gawa

Am zweiten Tag wollten wir eigentlich die schöne Umgebung mit Seen, Wasserfällen und Hochmooren mit einem Mietauto erkunden, wurden aber Opfer der japanischen Bürokratie. Angeblich anerkennt Japan das Abkommen von 1968 nicht, auf der Basis dessen der schweizerische internationale Führerschein ausgestellt wurde. Die Schweiz wird sogar in einer Broschüre, die man uns bei der Toyota-Vermietung unter die Nase hielt, als "enemy state" bezeichnet. Eine wohl etwas unglückliche Übersetzung. Wir haben's verkraftet.

Steinlaterne, Tosho-gu-Tempelanlage

Steinlaterne, Tosho-gu-Tempelanlage

Wächter der Tosho-gu-Tempelanlage

Wächter der Tosho-gu-Tempelanlage

Innerhalb der Tosho-gu-Tempelanlage

Innerhalb der Tosho-gu-Tempelanlage

Wir nahmen also den überteuerten Bus zum nächstgelegenen See und machten dort eine Bootsfahrt. Schade war es schon, hatten wir am Ende so wenig der Umgebung gesehen. Das Internet informierte uns, dass wir eine offizielle japanische Übersetzung des nationalen Führerscheins brauchen. Wieder was gelernt.

Futarasan-jinja-Tempel

Futarasan-jinja-Tempel

Laternenweg

Laternenweg

Abkühlung bei der Kanman-ga-Fuchi-Schlucht

Abkühlung bei der Kanman-ga-Fuchi-Schlucht

Posted by birdfish 04:10 Archived in Japan Tagged temples nikko woods Comments (0)

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