A Travellerspoint blog

By this Author: birdfish

Buffalo Beachlife

Der Nordwesten Brasiliens

sunny 32 °C

Liebe Lese-Gemeinde! Wir haben bereits seit drei Wochen wieder heimischen Boden unter den Füssen. Nachdem der erste Stress vorüber ist, möchten wir euch unsere letzten Abenteuer in Brasilien, diesem wunderbaren und vielseitigen Land, natürlich nicht vorenthalten und werden den Blog mit ein paar letzten Beiträgen noch ausstaffieren.

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Den Flug von São Paulo nach Belém hatten wir schon aus der Schweiz aus gebucht, da wir ursprünglich noch nach Surinam reisen wollten; aber unsere Pläne hatten sich geändert. Trotzdem wollten wir ihn nicht verfallen lassen, denn die wenig besuchte Region im Nordosten des Landes hat ihren besonderen Reiz.

Belém ist eine 1.5-Millionen-Metropole und Hauptort des Staates Pará. Auf dem Flug hatte ich das Glück, neben einem in Brasilien relativ bekannten Maler zu sitzen, der gerade seine Galerie in São Paulo besucht hatte und mir bereitwillig Tipps zu seiner Heimatstadt gab.

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Die Praça da República (Platz der Republik) mit dem Opernhaus (links) zeugt noch von der kolonialen Vergangenheit.

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Statue bei einem privaten Gymnasium.

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Die Catedral da Sé befindet sich in unmittelbarer Nähe des Ufers des Flusses Guajará, der zur Amazonas-Flusslandschaft gehört.

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An diesem ursprünglichen Hafen herrscht kaum Betrieb; der richtige Hafen ist im Nordosten der Stadt.

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Zu Besuch im Forte do Presépio, das die Portugiesen zum Schutz vor französischen und niederländischen Truppen errichteten.

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Auf dem Mercado Ver-o-Peso (blaue Markthalle in der Bildmitte) ist stets viel los und es soll ein Paradies für Langfinger sein. Wir blieben zum Glück verschont!

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Die Estação das Docas, wo früher die Docks waren, beherbergen heute Restaurants und Läden. Sehr zu empfehlen ist das Amazonas-Bier, das vor Ort gebraut wird.

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Schwarze Geier lassen sich in vielen Küstenregionen Brasiliens beobachten.

Belém ist nach Manaus die zweitwichtigste Stadt im Amazonas, der praktisch vor der Tür beginnt. Einfach in einem Tagesausflug zu erreichen ist eine kleine Insel inmitten des Rio Guamá, die von unserem Führer als Papageieninsel (Ilha dos Papagaios) bezeichnet wurde. Jeden Morgen ereignet sich bei Sonnenaufgang ein wunderbares Naturschauspiel. Tausende "orange-winged Amazon parrots" (zu Deutsch "Venezuela-Amazonen") erheben sich aus den Bäumen, wo sie die Nacht zugebracht haben und fliegen auf und davon. Den furchtbar geschwätzigen Tieren zuzusehen und sie zu hören ist eine einmalige Angelegenheit!

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Vor dem Sonnenaufgang herrscht noch Stille.

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Und wie die Sonne kommt ...

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... geht's auch schon los in die Lüfte!

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Schwer einzufangen ...!

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Auf der Tour haben wir auch so einiges über den Amazonas-Regenwald und seine Bewohner erfahren.

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Dieser alte Mann zeigte uns alles, was in seinem "Garten" wächst. Hier sieht man ihn beim Öffnen einer Paranuss.

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Auch Kakao wächst hier.

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Fürs Palmenerklimmen waren nicht alle im gleichen Mass begabt ...

Von Belém führte uns die Reise in den Norden auf die Insel Marajó, die zweitgrösste Insel Südamerikas und etwa so gross wie die Schweiz. Die Insel ist bekannt für ihre Büffelherden und so stand natürlich Büfffelreiten irgendwann auf dem Programm.

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Per Boot ging es durch den Dschungel bis ans Meer.

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Mangroven säumen das Meerufer. Der Amazonas bringt solche gewaltige Mengen an Frischwasser ins Meer, dass das Wasser in der Uferregion kaum salzhaltig ist.

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Zuerst wird auf dem Wiesli geübt ...

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Auf der zweiten Fazenda (Ranch) geht's dann "offroad" - im Eiltempo (ca. 3 km/h).

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Manche Strände sind unberührt, auf anderen lassen sich die typischen brasilianischen Strandbuden finden, wo man gerne mit einem Bierchen oder Caipi in der Hand die Sonne anbetet.

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Saúde!

Posted by birdfish 09:19 Archived in Brazil Tagged amazon buffalo belem marajo parrot_island Comments (1)

Von Spraydosenkunst und Goldschätzen

In Santa Fe de Bogotá

sunny 23 °C

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Zurück in der Zivilisation nach zehn Tagen wildem Norden fühlten wir den Karibik-Groove noch nachhallen. Irgendwie waren unsere Bewegungen langsamer als sonst und auch der Geist schien sich dem gemütlichen Rhythmus der Wellen angepasst zu haben und sich nicht mehr mitreissen lassen zu wollen. Wahnsinnig viel haben wir in den drei Tagen in der Hauptstadt Kolumbiens nicht unternommen ausser Alt- und Neubekannte getroffen, auf der autofreien Siebten flaniert, eine Street-Art-Tour besucht und uns im besten Museum Südamerikas vertan. Und das ist ja auch schon was!

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Die Street-Art-Tour war zwar bei weitem weniger ausführlich und interessant wie in Buenos Aires, aber wir erfuhren trotzdem einiges Neues zu den Künstlern, die in dieser Stadt am Werk sind. Die drei am häufigsten auftretenden Themen sind die Biodiversität Kolumbiens (eine der höchsten der Erde), die indigene Bevölkerung sowie der anhaltende Konflikt zwischen der FARC, den Paramilitärs und den Regierungstruppen.

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"Nadie gana" - keiner gewinnt bei der bewaffneten Auseinandersetzung.

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Die Plaza de Bolívar (keine südamerikanische Stadt kommt ohne den allgegenwärtigen Freiheitshelden aus!) wird von der Kathedrale und dem Obersten Gerichtshof flankiert. Leider ist der Platz gerade im Umbau.

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Der Palacio Nariño, die Residenz des Präsidenten Juan Manuel Santos, wird natürlich streng bewacht.

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Der Stadtteil Candelaria ist Gringolandia, d.h. aufgrund der relativen Sicherheit für Touristen attraktiv, und bietet den Besuchern kleine, gepflasterte Gässchen, Restaurants und Bars sowie eine Handvoll Souvenirläden. Das Herz Candelarias ist die Plazoleta del Chorro de Quevedo, wo tagsüber Livebands spielen und sich Einheimische sowie Auswärtige gerne niederlassen, um dem Geschehen zuzusehen.

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Eine der eindrücklichsten Kirchen, die wir bislang in Südamerika besucht haben, ist die reich geschmückte Iglesia de Santa Clara im Stadtzentrum.

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In Medellín hatten wir keine Zeit, das Museum des ortsansässigen Künstlers Botero zu besuchen. Dies holten wir aber in Bogotá im sehr empfehlenswerten Botero-Museum nach, das freien Eintritt gewährt.

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Anders proportioniert, weist diese Dame jedoch schon gewisse Ähnlichkeiten mit dem Original von Da Vinci auf.

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In Polynesien wurde uns von einer Kolumbianerin empfohlen: "Macht, was ihr wollt, in Bogotá, aber besucht das Goldmuseum, das Museo de Oro." Wie Recht sie doch hatte! Und gäbe es nur etwas, was man sich im ganzen Land ansehen sollte, dann das eindrückliche, wundervolle, berauschende, verzaubernde Goldmuseum. Wie oft haben wir uns im letzten Jahr durch staubige Ausstellungen gekämpft mit hunderten von Schau- und vor allem Texttafeln in Schriftgrösse 12, deren Lektüre jeweils mindestens einen Halbtag erfordern würde. Aber so kommt das Goldmuseum nicht daher!

Klein gehalten, entspricht es etwa einer halben Abteilung des Metropolitan Museum of Art in New York und es ist auch mit der gleichen Sorgfalt und der gleich ausgeklügelten Balance zwischen Informationsvermittlung und Hervorhebung ästhetischer Qualitäten ausgestattet. Man lernt zwar einiges über die Goldschmiedekunst, aber was das Museum wirklich vermitteln will, ist die Freude, die es dem Besucher bereitet, diese kunstvoll angefertigten Artefakte zu bestaunen. Man merkt's: Ich war total begeistert! Und dies, obwohl wir uns durch Horden Einheimische drängen mussten, denn es war Wochenende und das Museum ist auch bei (Gross-)Familien sehr beliebt.

Und mit den folgenden Bildern verabschieden wir uns von Kolumbien, diesem wunderbaren Land mit seinen freundlichen Einwohnern. Und nicht vergessen, die Bilder sind bloss ein fades Abbild dessen, was man im Museum wirklich erleben kann bei der direkten Begegnung mit diesen faszinierenden funkelnden Objekten, die zum Glück der Menschheit bis in alle Ewigkeit erhalten bleiben werden.

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Die folgenden beiden Fotos sind in einem Multimedia-Raum aufgenommen, die den Höhepunkt und Abschluss der Ausstellung bilden. Hochkarätig! ;-)

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Posted by birdfish 15:37 Archived in Colombia Tagged bogota street_art botero goldmuseum museo_de_oro Comments (1)

In der Stadt des ewigen Frühlings

Modernes Medellín

sunny 25 °C

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In Cali setzten wir uns einmal mehr ins Flugzeug, denn die Weiterreise per Bus hätte sich als langwierig und anstrengend herausgestellt. So flogen wir in 50 Minuten bequem mit der kolumbianischen Gesellschaft Avianca nach Medellín. Diese Stadt, in der das ganze Jahr über angenehme Temperaturen herrschen - nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm - galt in den 70er- und 80er-Jahren als die gefährlichste Stadt der Welt. 1993 hat sie sich aus den Fängen des Medelliner Kartells unter der Herrschaft von Drogenbaron Pablo Escobar befreit und erlebt seither sozial und kulturell einen Aufschwung. Wirtschaftlich ist es der Stadt eigentlich schon immer gut gegangen, denn die umliegende Zona Cafetera, das Hauptanbaugebiet kolumbianischen Kaffees, verhalf ihr zu Reichtum.

Wir hatten drei Tage für die Erkundung der Stadt eingeplant und merkten, dass es in der Zeit knapp reicht, die Innenstadt oberflächlich kennen zu lernen. Es gibt so viel zu tun und zu sehen, und auch vor den Toren der Stadt lädt die grüne Umgebung mit den vielen Hügeln und Bergen zum Verweilen ein. Für mich war Medellín bislang das Highlight Kolumbiens und eine der interessantesten und eindrücklichsten Städte Südamerikas.

Das Black Sheep Hostel, in dem wir wohnten, bot viele Touren in und um Medellín an. Aufgrund der knappen Zeit entschieden wir uns für zwei: die Pablo-Escobar-Tour und den geführten Stadtrundgang.

Zu Hause bei Roberto

Die erste Tour wurde von einer gut informierten jungen Kolombianerin geleitet. An verschiedenen Stationen in der Stadt erfuhren wir alles zum Medelliner Kartell, zu Pablo Escobar und wie der Drogenhandel die Stadt beeinflusst hatte.

Erste Station war der Friedhof, wo Pablo Escobar zusammen mit seiner Familie begraben ist. Ein Junge aus eher ärmlichen Verhältnissen, unternahm er Reisen in benachbarte Länder wie Bolivien, um dort Rohmaterial zur Kokainherstellung nach Kolumbien zu schmuggeln, und kam so zu Reichtum. Ihm gehörte halb Medellín und er konnte sich alles und jeden kaufen, was bzw. den er wollte. Ein Mythos besagt, dass er seinen Schlägern 1000 Dollar für jeden toten Polizisten bezahlte.

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Pablos Familiengrab auf dem örtlichen Friedhof ist immer mit Blumen geschmückt, die Familienmitglieder oder Unbekannte hinterlassen. Links im Bild unsere Führerin Ana.

Gefürchtet und gehasst, war er seit den späten 80er-Jahren auf der Flucht und wurde am 2. Dezember 1993 von einer Sondereinheit der Polizei (natürlich mit Unterstützung der USA) erschossen. (Die offizielle Version der Familie ist, dass er sich selbst das Leben nahm, als er sich von Polizisten umzingelt sah.)

Der interessanteste Teil der Tour war die Besichtigung des Hauses der Familie Escobar. Sein Bruder lebt dort mit seiner Familie. Das Haus ist halb Museum, halb Wohnsitz. Es war speziell, da herumstreifen zu dürfen, während gleichzeitig die Familie darin lebt.

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Mit diesem Auto soll Pablo Escobar jahrelang Drogen über die Grenze gechmuggelt haben. Später kaufte er sich Flugzeuge und nutzte den Flughafen in der Stadt für seine Kurierfahrten.

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Pablo lebte ein extravagantes Leben, besass mehrere Anwesen, darunter eine riesige Ranch mit exotischen Tieren und einem Wasserpark.

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Zeitweise war Pablo auch Politiker und nutzte seine diplomatische Immunität, um seine Geschäfte im Ausland abzuwickeln. Sein Geld soll er im kolumbianischen Dschungel sowie auf seinen persönlichen Anwesen vergraben haben. Ich vermute aber, dass viel davon ins Ausland geschafft wurde.

Der heutige Hausherr Roberto Escobar war passionierter und erfolgreicher Radrennfahrer, bevor er auf Geheiss seines Bruders ins Drogenbusiness einstieg. Roberto übergab sich 1991 freiwillig der Polizei, da sein Leben aufgrund der "Pepes" in Gefahr war und er sich im Gefängnis sicherer wähnte. Die Pepes (kurz für: Perseguidos por Pablo Escobar, Verfolgte von P.E.) waren eine paramilitärische Gruppe, deren Ziel die Hinrichtung Pablo Escobars sowie seiner Vertrauten war.

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Im Haus, das selber schon ziemlich verborgen abseits einer Nebenstrasse liegt, gibt es zahlreiche Verstecke.

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Roberto ist ein netter Gastgeber, der aber von seiner kriminellen Vergangenheit gezeichnet ist. Anderthalb Monate nach Pablos Tod erreichte ihn eine Briefbombe im Gefängnis, deren Explosion sein Gesicht verletzte. Nach unzähligen Operationen sieht er zwar einigermassen genesen aus, aber er hört kaum noch und seine Sehkraft ist stark eingeschränkt. Dennoch signiert er fleissig Bücher für Touristen (mit Fingerabdruck!) und posiert gerne auf Fotos. Auf meine Frage, wann er seinen Bruder zuletzt gesehen habe, meinte er, etwa ein Jahr vor seinem Tod sei die ganze Familie noch einmal zusammengekommen und er hätte bis morgens um zwei Uhr mit seinem Bruder geredet. Danach habe er ihn nie wieder gesehen.

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Auf der Tour wurde versucht, uns zu verdeutlichen, dass die Medelliner geteilter Meinung sind, was Pablo Escobar betrifft. Grundsätzlich hat die Bevölkerung unter dem Drogenkrieg gelitten, denn die Stadt war unsicher und kriminell und viele Familien hatten Angehörige, die durch das Medelliner Kartell umgebracht worden waren. Pablo Escobar war aber auch beliebt, denn er spendete vielen Armen Wohnungen, Schulen und soziale Einrichtungen. Von vielen gehasst, von vielen verehrt: Wir fanden es spannend, diese kontroverse Figur und ein Stück Medelliner Geschichte auf dieser Tour kennen zu lernen.

Nach dieser ernsten Angelegenheit war "programme léger" für den Nachmittag angesagt: Kolumbien spielte gegen Peru in der Copa América (dem südamerikanischen Pendant zur Fussball-EM) und so kleidete ich mich in gelb und wir machten uns auf zum Parque Lleras, um die "Selección", das nationale Fussballteam, anzufeuern.

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"Hopp Kolumbie!"

Auf der empfehlenswerten Citytour, die auf Trinkgeldbasis funktioniert, erfuhren wir einiges zu Kolumbiens Geschichte und sie war eine sehr gute Ergänzung zur Escobar-Tour, weil sie die Vergangenheit der Stadt von einem anderen Blickwinkel her zeigte: von dem ihrer gewöhnlichen Bewohner und ihrem Alltag. Pablo, unser enthusiastischer Guide, brachte uns auch in Winkel der Stadt, wo Touristen alleine kaum hingehen, wie zum Beispiel auf den Platz vor der Kathedrale, wo Obdachlose neben der Polizeistation Crack rauchen und gleichzeitig ganz normale Bürger zugegen sind. Kolumbien ist ein Land, wo Gegensätze aufeinandertreffen und koexistieren, und zwar auf engstem Raum!

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Die schöne Seite der Kathedrale (in meinem Rücken liegt der verruchte Park "Parque Bolívar").

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Unser sympathischer Führer Pablo.

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Das Monumento a la Raza von Arenas Betancur erzählt die Geschichte des Departements Antioquia.

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Medellín ist die Heimatstadt des bekanntesten Künstlers Lateinamerikas: Fernando Botero. Seine molligen Figuren sind weltbekannt.

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Der Parque de la Luz (von unserem Führer auch "Crimes Square" genannt) war früher der gefährlichste Platz der Welt. Heute ziert ihn eine Leuchtinstallation mit 300 Lampen, die für ein nächtliches Spektakel sorgen.

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Scharf bewacht werden in Kolumbien alle öffentlichen Einrichtungen wie hier die Kathedrale.

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Das alte Polizei-Hauptquartier wurde zum Konsumtempel umfunktioniert. Die Jugend freut's.

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Zum Abschluss des Tages fuhren wir mit der Seilbahn hoch über die Stadt und verschafften uns einen Rundumblick über diese eigentümliche Metropole, in der wir viel über ihre bewegende Geschichte und Kolumbien erfahren haben.

Posted by birdfish 14:43 Archived in Colombia Tagged cable_car medellin pablo_escobar real_city_tour Comments (1)

Paradise Lost

Die Galapagos-Inseln

sunny 25 °C

In den frühen Morgenstunden des 2. Juni wurden wir von unserem Tour-Operator im Casa Helbling abgeholt. Der alte Flughafen Quitos ist seit zwei Jahren ausser Betrieb, weil er mit grossen Maschinen nicht angeflogen werden konnte. Der neue Flughafen befindet sich fast eine Stunde ausserhalb des Stadtzentrums, aber wir konnten es uns im eigens für uns bestellten Mini-Van gemütlich machen und es dämmerte uns, dass wir kurzfristig ins Pauschal-Touristen-Paradies abgedriftet waren. Wie bequem ist doch Reisen so! Man wird vor der Hoteltür abgeholt, zum Check-in-Schalter gebracht, erhält die Reisedokumente in die Hand gedrückt und das Abenteuer kann losgehen. Für einmal war es schön, aus der Backpacker-Haut zu schlüpfen. ;-)

Der Flug mit der ecuadorischen Fluggesellschaft TAME brachte uns via Guayaquil nach Baltra, einer Insel der Galapagos-Gruppe, die ausser dem Flughafen und Vogelkolonien sowie tummelden Seelöwen nichts besitzt. Der Anflug gestaltete sich ähnlich kurios wie auf der Osterinsel: Erst ganz kurz, bevor der Flieger aufsetzt, ist Land in Sicht. Da unsere Kreuzfahrt erst in zwei Tagen beginnen würde, reisten wir nach Puerto Ayora, dem Hauptort der Insel Santa Cruz, die sich südlich von Baltra befindet. Ich hatte bereits eine Tauchexkursion für den nächsten Tag gebucht, sodass ich mich nach der Ankunft noch schnell beim Tauchshop melden und die Tauchausrüstung anprobieren musste.

Am nächsten Morgen ging es früh los, zuerst mit dem Bus über die ganze Insel, dann per Boot zu den Tauchsites (North Seymour und Mosquera). Die beiden Tauchgänge waren fabelhaft, man hatte das Gefühl, durch ein Aquarium zu schwimmen. Kaum hatte ich den Kopf unter Wasser, da sah ich auch schon die erste Schildkröte (von mindestens sechs weiteren), nach etwa 15 Minuten schwamm eine Schule Hammerhaie unter uns durch. Ich war im siebten Himmel. :-)

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Da ich keine Unterwasserkamera habe, aber dennoch dieses wundersame Tier mit seinem breitgezogenen Kopf hier erscheinen lassen möchte, musste ich aufs Internet zurückgreifen (Quelle: Adventureaquarium).

Am nächsten Tag mussten wir zum Flughafen zurückreisen, denn dort nahm uns unsere Reiseleiterin in Empfang. Sie war ausgebildete "Naturalistin" und sehr sachkundig. Im Bus lernten wir unsere weiteren Mitreisenden kennen: drei Schweizerinnen, die vier Monate auf Reisen sind, ein deutsch-schweizerisches Pärchen, eine Dänin, eine Deutsche und drei Amerikanerinnen (Tochter, Mutter und Grossmutter). Abgesehen von einer Person waren sie alle sehr angenehme Zeitgenossen. Bis auf die Dänin und uns buchten aber alle eine kürzere Tour, sodass wir nach fünf Tagen neue "Gspänli" bekamen: zwei etwas anstrengende ältere Italienerinnen und einen lustigen Chinesen, der sehr gut Englisch sprach.

Die Crew bestand neben Captain, Koch und Maschinisten aus drei weiteren Mitgliedern, die rund um die Uhr um unser Wohl besorgt waren (besonders um meines, denn ich wurde in der zweiten Nacht schon arg seekrank und verbrachte die ganze Nacht über dem Plastic-Sack ... Am nächsten Tag bekam ich dann gute Medizin von den Amerikanerinnen ...).

Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Galapagos-Inseln:

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Die Darwin, unser Zuhause für acht Tage.

Die folgenden Kandidaten haben wir jeden Tag mindestens einmal gesehen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Ohrenrobben auf Galapagos: die Galapagos-Seelöwen (Zalophus wollebaeki), auf den Bildern unten, die am häufigsten vorkommen, und die Galapagos-Seebären (Arctocephalus galapagoensis).

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Isla Mosquera

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Die pelzigen Gesellen sahen wir auch praktisch auf jedem Schnorcheltrip, und davon hatten wir zwei pro Tag. (Danke an Rikke Birck für alle Unterwasserfotos, die ich von ihr übernehmen durfte.)

Isla Plaza Sur

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Die Weibchen der Lavaechsen sind rot gefärbt.

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Beim Schnorcheln konnten wir unzählige Wasserschildkröten beobachten.

Isla Santa Fe

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Wir werden schon erwartet.

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Das Empfangskomitee ist gross.

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Isla Española

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Albatrosse (links und weiter unten) und Nazca Boobies sind hier überall anzutreffen.

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Ein Blowhole in Aktion.

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Isla Floreana

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An der Post Office Bay sollen früher Seefahrer ihre Korrespondenz hinterlassen haben. Heute sind es nur noch Touristen. Ob unsere Karte, die wir da hinterlegt haben, wohl jemals ankommt?

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Unser Reisegrüppli (natürlich nur mit den "Coolen" drauf ;-)

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Rochen (links) sahen wir zuhauf, Weissspitzen-Riffhaie nur einmal.

Isla Santa Cruz

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In der Charles Darwin Research Station lernten wir alles über die Schildkröten-Konservation auf Galapagos.

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Diese Panzertiere tollen im Gegensatz zu den obigen in freier Wildbahn herum.

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Auf der Suche nach Schildkröten kann es schon mal sumpfig werden. Im Ganzen hatten wir etwa zwölf gefunden.

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Der Fischmarkt von Puerto Ayora hat Kunden vor und hinter der Theke.

Isla Santiago

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Die Galapagos-Seebären kommen nur an ganz wenigen Orten vor. Der englische Name "furry seal" verweist auf das pelzige Aussehen.

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Um sich nicht zu unterkühlen, halten die Seebären beim Baden ihre Flossen aus dem Wasser.

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Seebären bevorzugen felsigen Untergrund; Seelöwen sind eher Strandgänger.

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Meerechsen kommen nur auf den Galapagos-Inseln vor. Sie sind kleiner als Landechsen.

Isla Bartolome

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Die Insel besteht aus einem erloschenen Vulkankegel, der erklommen (oder, in meinem Fall, erjoggt) werden kann.

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Ebenfalls eindrücklich ist die Wanderung über ein Lavafeld.

Isla Seymour

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Sonnenaufgang um 6 Uhr mit Pelikan.

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Mit Abstand die coolsten Vögel sind die Blue-footed Boobies (Blaufuss-Tölpel). Rechts im Balztanz.

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Boobies machen keine Nester, sondern legen ihr Ei direkt in den Sand.

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Ein Fregattvogel-Männchen wartet mit aufgeblasenem Kehlsack auf ein Weibchen.

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Dieses Männchen ist ein paar Stufen weiter im Fortpflanzungsprogramm, es beschützt das weisse Federknäuel.

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Fregattvögel sind für mich die Könige der Lüfte.

Es war eine wunderbare Reise in ein Paradies, das leider ganz weit weg von der Schweiz liegt. Aber eines ist klar: Irgendwann heisst es "Paradise regained" - ich werde zurückkehren!

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Posted by birdfish 16:32 Archived in Ecuador Tagged iguana santa_cruz turtle galapagos sea_lion boobie floreana baltra bartolomew espanola Comments (7)

Von der Stadt des Friedens zum grössten See Südamerikas

La Paz, Copacabana und der Lago Titicaca

sunny 15 °C

In der 1.4-Millionen-Metropole Nuestra Señora de La Paz (wörtlich: unsere liebe Frau des Friedens) kreuzten sich die Wege, die ich auf anderen Reisen schon genommen hatte, wieder einmal mit meinen jetzigen. Vor fünf Jahren hatten meine Cousine und ich diesem Moloch schon einmal einen Besuch abgestattet, der mir beim zweiten Mal besser gefiel, obwohl ich noch immer finde, dass es in Südamerika weitaus schönere Städte gibt.

Der Flug von Santa Cruz in die Hauptstadt geht als einer der spektakulärsten Flüge unserer Reise in die Geschichte ein. Die letzten zehn Minuten sind Action-geladen. Zuerst passiert die Maschine ganz nah den 6438 m hohen Illimani, den Beschützerberg von La Paz, danach setzt sie in vollem Karacho auf der 4061 m.ü.M. gelegenen Piste des Aeropuerto Internacional El Alto, dem höchstgelegenen internationalen Flughafen der Welt, auf. (Wegen der dünnen Luft sind die Flugzeuge auf dieser Höhe schneller unterwegs als anderswo.) Und dann geht alles nur noch in Zeitlupentempo vor sich. Springt normalerweise die Hälfte der Passagiere sofort von den Sitzen auf, sobald das "Fasten Seatbelt Sign" auslöscht, bleiben auf diesem Flug erst alle sitzen. Vereinzelt rappeln sich dann die ersten Passagiere auf, aber Stille herrscht im Flieger: Jeder spürt die dünne Luft und das duselige Gefühl im Kopf.

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Zum Greifen nah: der Illimani.

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La Paz wird überflogen; im Hintergrund der Altiplano auf rund 4100 m.ü.M., die Hochebene, die sich bis nach Peru erstreckt.

Wir hatten ein Bed & Breakfast (B&B) gebucht, das sich aber als ausgebucht herausstellte, und so wurden wir an einen eher ungewöhnlichen Ort verfrachtet: in den 12. Stock eines Hochhauses, in downtown La Paz (im Stadtteil Sopocachi) und nicht etwa im "Backpacker Heaven" beim Hexenmarkt. Wir bezogen ein Zimmer in einer Wohnung, und damit doch etwas B&B-Feeling aufkam, waren zwei sehr nette Studenten rund um die Uhr vor Ort und schauten, dass es uns an nichts mangelte.

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Der Hausberg Illimani vom Mirador (Aussichtspunkt) Kili Kili aus gesehen.

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Die Stadt erstreckt sich über eine gewaltige Distanz. Dies ist nur eine Fraktion davon.

Unser erster Gang führte uns ins Herz der Stadt. Auf der Plaza Murillo befinden sich die wichtigsten Gebäude:

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Die Catedral Metropolitana.

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Der Präsidentenpalast.

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Taubenfüttern ist eine beliebte Beschäftigung auf der Plaza Murillo. Die Vögel ihrerseits haben keine Berührungsängste.

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Die Basílica de San Francisco mit der gleichnamigen Plaza markiert das südliche Ende der Backpacker-Meile.

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Auf dem Hexenmarkt wurde früher allerlei magischer Klimbim feilgeboten. Heute ist der Markt grösstenteils zu einer Shoppingstrasse für Gringos mutiert. In ihren Ausläufern lassen sich aber noch ein paar Kuriositäten wie diese Lama-Föten (Mitte) finden, die für rituelle Zwecke noch stets Abnehmer finden.

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Diese farbigen Gefährte des öffentlichen Transportwesens pflügen sich durch den Verkehr.

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Das Stadtbild La Paz' wird wie alle bolivianischen Städte von seinen indigenen Bewohnerinnen geprägt. Ich habe mich immer gefragt, wie diese Hüte auf dem Kopf festsitzen. Anscheinend werden sie ausbalanciert, denn sie scheinen nicht im Haar festgemacht zu werden.

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Auch Ausländer haben sich in La Paz niedergelassen und wir konnten natürlich von einem holländischen Zmittag nicht absehen ;-)

Nach drei Nächten zogen wir per Bus weiter zur letzten Station Boliviens: Copacabana. Das kleine Städtchen liegt direkt am Titicaca-See. Vor fünf Jahren war es bereits schon ziemlich touristisch, aber jetzt herrscht richtig Trubel da. Man hat das Gefühl, dass sämtliche Besucher des Machu Picchu noch schnell hier rüberkommen (Cuzco liegt eine Tagesreise entfernt), um zu chillen. Ausserdem muss es irgendwie eine direkte Verbindung zwischen der Khao San Road in Bangkok und dem Örtchen geben, denn die Dreadlock-Dichte ist relativ hoch. Was im Lonely-Planet-Jargon "budget traveller crashpad" heisst, trägt leider nicht unbedingt zu einem nachhaltigen Tourismus bei: Nirgends in Bolivien gibt es so viele schlechte Restaurants. Wir haben uns fünf Tage lang durch sämtliche Restaurants gegessen und können gerade mal drei empfehlen: La Orilla (leider oft geschlossen und sehr klein), La Cupula (professionell und gut, aber am oberen Ende der Preisskala) sowie Km 0 (für Drinks und schnelles Essen). Alle anderen Beizen bieten entweder gar keinen Service (Bedienung taucht nie auf), einen schlechten Service (die Hälfte oder auch gleich die ganze Bestellung geht vergessen und/oder es dauert eine Ewigkeit, bis das Essen auf den Tisch kommt) oder wirklich ungeniessbares Essen.

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Immer gut: das Cuy (Meerschweinchen)!

Aber schliessslich waren wir ja auch nicht (nur) wegen des Essens da. Den See, der fast wie ein Meer anmutet, fand ich auch beim zweiten Mal beeindruckend schön.

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Über den Dächern von Copacabana auf dem heiligen Hügel Cerro Calvario.

Die Kathedrale ist der Heiligen Jungfrau von Copacabana gewidmet und ist ein Pilgerort für Christen der Region. Ein besonderer Brauch ist es, neue Fahrzeuge, die eigens für die Zeremonie geschmückt werden, von einem Priester segnen zu lassen und dann mit Champagner zu begiessen. Günstiger als eine Fahrzeugversicherung, wie unser Reiseführer schreibt.

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Der Rest des Champagners wird natürlich nicht weggeschüttet (siehe rechts im Bild).

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"Copacabana begrüsst dich ...": Bald schon kommt Papst Franziskus nach Südamerika und Copacabana steht natürlich auf seiner "bucket list"!

Leider war das Wetter genau am Tag unseres grossen Ausflugs auf die Isla del Sol alles andere als prächtig. Die Inkas glaubten, dass die Sonne auf der Insel geboren wurde: Während unseres Besuchs zeigte sie sich leider kein einziges Mal, stattdessen regnete es...

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Der Konsum von Coca-Blättern ist in Bolivien übrigens legal. Und auch ich führte immer ein Säcklein mit, um am Morgen Tee davon zuzubereiten.

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Bolivien hat seit einiger Zeit zwei offizielle Flaggen. Rechts die Staatsflagge und links die Flagge der indigenen Andenvölker, auch Wiphala genannt. (Eigentlich wollten wir uns einmal mit unseren Backpacks ablichten lassen, aber das hat nur bedingt geklappt...)

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Nach fünf Tagen hiess es Abschied nehmen vom Titicaca-See und Bolivien. In der Mitte des Hintergrunds der Huayna Potosi (6088 m) mit weisser Haube, den ich eigentlich gerne noch bestiegen hätte, wenn die Zeit gereicht hätte.

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Von La Paz El Alto ging es mit Zwischenstopp in Lima, Peru, in die Hauptstadt Ecuadors: Gemächlich schiebt sich der Flieger auf die Reisehöhe hoch.

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Auf dem Weg in den Norden überflogen wir den Titicaca-See.

Posted by birdfish 16:00 Archived in Bolivia Tagged titicaca la_paz copcabana Comments (2)

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