A Travellerspoint blog

By this Author: b.visser

Ain't No Mountain High Enough

Unsere Expedition auf den Mount Fuji

semi-overcast 5 °C
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Nach einem Abstecher in die Tempel- und Bergwelt von Nikko führte uns die Weiterreise in die Region um den Mount Fuji, den höchsten und heiligsten Berg Japans. Eigentlich handelt es sich um einen Vulkan, der allerding seit über 300 Jahren vor sich hin schlummert und heute als beliebtes Ziel bei japanischen Pilgerern und Touristen gilt. Dank seines nahezu symmetrischen Kegels gilt er als besonders schön und wurde immer wieder in der japanischen Kunst aufgegriffen, sowohl in der Malerei als auch in der Literatur, sodass er sogar in die Liste des UNESCO-Welterbes als Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

Lake Kawaguchiko mit dem Fuji-san

Lake Kawaguchiko mit dem Fuji-san

Im Vergleich zu anderen Dreitausendern gilt der Fuji-san, wie er im Japanischen genannt wird, als relativ einfach zu besteigen. Mit einer vernünftigen Outdoor-Ausrüstung und ein wenig Kondition schaffen sogar Kinder und Rentner, wie wir feststellen konnten, den Aufstieg.

Die Anreise

Als grösste Herausforderung erwies sich für uns allerdings die Anreise. Die ausführende Reiseplanerin hatte zwar alles minutiös herausgesucht, dummerweise jedoch den falschen Zielbahnhof gewählt. Zum Glück stand bei unserer Ankunft ein Bus bereit, der uns zum richtigen Bahnhof bringen würde, von wo aus wir Anschluss an unser Ziel hätten. So einfach wars leider nicht und so standen wir an einem weiteren Bahnhof ohne Ahnung, wie es weiter gehen sollte. Die Tatsache, dass in der Region um den Mt. Fuji jede Haltestelle, jeder Bahnhof und jede Strasse "Fuji..." heisst, trug auch nicht gerade zu einer besseren Orientierung bei.
Zum Glück fiel einer jungen Japanerin unsere Ratlosigkeit auf. Denn Westler, die frenetisch in einem Reiseführer blättern, während sie unter dem Gewicht ihrer Rucksäcke beinahe zusammenbrechen, bleiben meist nicht lange unbemerkt. Die junge Dame bot uns an, herauszufinden, wo unser Bus oder Zug fahren könnte. Nach kurzer Rücksprache mit der Zeitungsdame und der Frau vom Ticketoffice war klar, dass von hier gar nichts fahren würde, das uns hätte weiterbringen können. Sie bot uns daher an, uns mit dem Auto an einen weiteren Bahnhof zu bringen (an jenen nämlich, an den wir von Anfang an hätten fahren sollen). Kurz darauf fuhr ihre Kollegin, mit der sie zum Lunch verabredet war, mit dem Auto vor und schon waren wir unterwegs. Es dauerte nicht lange, da wurden wir gefragt, ob sie uns gleich an unseren Bestimmungsort bringen sollten. Die beiden hätten ohnehin den Nachmittag frei und ein kleiner Ausflug würde ihnen überhaupt nichts ausmachen. Und so befanden wir uns schon auf einem Road-Trip mit zwei netten Japanerinnen, die einfach so zwei wildfremden Backpackern ihre Hilfe angeboten hatten.
Unterwegs machten wir Halt bei einer Raststätte, die eigentlich ein Bauernhof war (ob echt oder nur nachgestellt, das haben wir nicht herausgefunden), und luden die Mädels zu einer Nudelsuppe ein. Am späteren Nachmittag und einer ausgiebigen Foto-Session vor unserer Unterkunft hatten wir unser vorläufiges Ziel erreicht. Die letzten Stunden vor Sonnenuntergang nutzten wir, um ein paar Bilder von jenem Berg zu schiessen, den wir am nächsten Tag erklimmen sollten.

Die Roadgirls beim Lunch

Die Roadgirls beim Lunch

Beim Hotel angekommen

Beim Hotel angekommen

Der Aufstieg

Verschiedene Wege führen zum Gipfel auf 3776 Meter Höhe hinauf und wir hatten uns für die beliebte Yoshida-Route entschieden. Bestiegen werden kann der Fuji-san lediglich im Juli und August, in den übrigen Monaten ist seine Kuppe von Schnee bedeckt und auch das Wetter auf dem Gipfel ist nicht besonders einladend. Die kurze Saison bringt daher mit sich, dass relativ viele Leute in kurzer Zeit den Berg erstürmen. Man spricht von bis zu 3000 Touristen täglich, davon 99 Prozent (so kam es uns vor) einheimische. Die Routen zum Gipfel sind eigentlich Pilgerwege, die in verschiedene Stationen unterteilt sind. Besucher, die lediglich den Berg besteigen möchten, machen dies üblicherweise von der 5. Station aus, der letzten, die von Bussen angefahren werden kann. Sie bildet quasi das Basecamp für die Horden von Bergsteigern und Abenteuerlustigen. Hier kann man noch einmal sein Equipment aufrüsten, bevor der Spass beginnt.

Als wir uns so umsahen, wurde uns klar, dass Japaner die Besteigung des heiligen Fuji sehr ernst nehmen. Viele machten den Eindruck, als würden sie an einer Polarexpedition teilnehmen, andere waren in Anzüge gehüllt, als wären sie an den Aufräumarbeiten in Fukushima beteiligt. Da kamen wir uns gleich ein wenig underdressed vor mit unserer 08/15-Outdoor-Bekleidung ...

Nebliger Start

Nebliger Start

Um elf gings los und gemeinsam mit hunderten weiteren Wanderern\Extremsportlern\Atomwissenschaftlern machten wir uns auf den steilen Weg zum Gipfel. Der Aufstieg war anstrengend, aber dank unseres intensiven Vortrainings (Uetliberg und grosser Mythen) und meiner mittlerweile bewährten Wanderstöcke war das ganze weniger schlimm als anfangs befürchtet. Die Wege waren meist mit Schotter und Lavasteinen bedeckt, wodurch man so manches Mal ins Stolpern und Rutschen geriet. Dazwischen führte die Route aber über steile, felsige Abschnitte, auf denen hohe Konzentration gefragt war. Die Umgebung glich einer Mondlandschaft - ab der sechsten Station nahm die Vegetation rasch ab und um uns herum war alles nur noch grau in grau.

Im Nebelmeer

Im Nebelmeer


Nach der 7th station wirds unwegsam...

Nach der 7th station wirds unwegsam...

Nach fünf schweisstreibenden Stunden kamen wir schliesslich bei der 8. Station an, wo wir den Abend verbrachten, bevor es in der Nacht weitergehen sollte auf den Gipfel, den man idealerweise kurz vor Sonnenaufgang erreicht.
Da wir früh losmarschiert waren, kamen wir bereits um vier Uhr bei der 8. Station an, worauf uns sogleich das Abendessen aufgetischt wurde. Denn wer früh aufbrechen will, muss früh ins Bett! Dass wir im Gegensatz zu den meisten Asiaten uns nicht einfach hinlegen und in Tiefschlaf fallen können, spielte dabei keine Rolle. So lagen wir die nächsten Stunden mit Dutzenden weiteren Bergsteigern eingepfercht in einem muffligen, unbequemen Massenschlag und warteten, bis wir um drei Uhr morgens weiterlaufen konnten.

Vor dem Fujisan-Hotel, 8th station, 3400 m.ü.M.

Vor dem Fujisan-Hotel, 8th station, 3400 m.ü.M.

Die letzte Etappe bis zum Gipfel glich einer eigentlichen Prozession - im Dunkeln konnte man lediglich die langen Lichterketten erkennen, die durch die vielen Stirnlampen gebildet wurden und sich den Berg hinaufschlängelten. Da auf dieser Höhe die verschiedenen Routen zusammentreffen, war das Gedränge auf dem Weg entsprechend gross, sodass es zu regelrechten Staus kam. Mit viel Geduld und ein wenig Ellenbogeneinsatz erreichten wir genau zum Sonnenaufgang, der sich wegen der dichten Wolken ein wenig verzögerte, den Gipfel und konnten uns mit vielen weiteren erschöpften Wanderern der wunderschönen Aussicht erfreuen.

Zwei Löwen bewachen den Torii, durch den man gehen muss. Das Ziel ist erreicht! Der Fuji-san mit 3776 m.ü.M. ist erklommen! Zeit: ca. 04.40 Uhr.

Zwei Löwen bewachen den Torii, durch den man gehen muss. Das Ziel ist erreicht! Der Fuji-san mit 3776 m.ü.M. ist erklommen! Zeit: ca. 04.40 Uhr.


Man beachte die Handschuhe (fast schon japanisch...)

Man beachte die Handschuhe (fast schon japanisch...)


Es gibt tausende von Sonnenaufgängen auf dem Mount Fuji!

Es gibt tausende von Sonnenaufgängen auf dem Mount Fuji!


Blick auf den Yamanaka-ko-See

Blick auf den Yamanaka-ko-See


Beim Kraterrand

Beim Kraterrand

Wir trotzten der eisigen Kälte und dem beissenden Wind jedoch nur kurz, bevor wir uns nach einem heissen Kaffee und einer Miso-Suppo wieder auf den Weg hinunter machten. Der Abstieg war im grossen und ganzen eine einzige Rutschpartie, der lose Schotter brachte so manchen zu Fall.

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Nach zackigen 3 Stunden erreichten wir schliesslich wieder unseren Ausgangspunkt und wir verstanden nun, weshalb wir am Vortag so viele Rückkehrer gesehen hatten, die zwar zu Tode erschöpft aussahen, dafür aber ein zufriedenes Lächeln im Gesicht trugen. Auch wir waren nun stolz auf uns, hatten wir den verehrten und gefürchteten Fuji-san, den Piz Palü Japans, bezwungen!

(dramatische Musik und Abspann)

Posted by b.visser 20:08 Archived in Japan Tagged mt. fuji fuji-san Comments (0)

Yokohama


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Wir wollten uns dieses Mal in Yokohama, einer, wie es schien, gemütlichen Hafenstadt installieren. Yokohama liegt nur 20 Minuten südlich von Tokio. Wir hatten allerdings an zwei Tagen mit Bekanntschaften von Okinawa abgemacht, sodass wir schliesslich doch die meiste Zeit in Tokio unterwegs waren. Wir waren den betreffenden Personen unendlich dankbar, dass sie sich Zeit genommen hatten, uns einen kleinen Teil dieser wunderbaren und so vielseitigen Stadt zu zeigen. Die Schrift und die Sprache machen es manchmal - gerade bei Restaurantbesuchen - schwierig, wirklich gute Erfahrungen zu machen. Deshalb waren wir besonders froh, dass wir uns in der Hauptstadt mit Einheimischen bewegen konnten.

Wir waren schon das letzte Mal von den Menschenmassen, dem immensen Konsum- und Unterhaltungsangebot, dem ganzen Facettenreichtum dieses sympathischen Molochs fasziniert. Diese Faszination war auch dieses Mal wieder spürbar. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes, weil wir es versäumt haben, die betreffenden Personen um ihre Erlaubnis zu bitten, die Fotos in diesem Blog zu veröffentlichen, werden wir hier keine Namen nennen.

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Im Ueno-Park

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Der Hafen von Yokohama

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Tokio vom Skytree aus gesehen.

E. kocht Monja, eine Art Omelette, für uns auf dem Teppanyaki.

E. kocht Monja, eine Art Omelette, für uns auf dem Teppanyaki.

Der Monja ist bereit!

Der Monja ist bereit!

Die berühmte Shibuya Crossing in Tokio. Fussgänger überqueren aus allen Richtungen gleichzeitig die Strasse. Tag und Nacht gibt es immer Unmengen von Leuten hier. Samstag nachts um zehn war auf jeden Fall Züri-Fäscht-Stimmung.

Die berühmte Shibuya Crossing in Tokio. Fussgänger überqueren aus allen Richtungen gleichzeitig die Strasse. Tag und Nacht gibt es immer Unmengen von Leuten hier. Samstag nachts um zehn war auf jeden Fall Züri-Fäscht-Stimmung.

Posted by b.visser 04:03 Archived in Japan Tagged buildings skylines tokyo ueno yokohama Comments (0)

Osaka

Falsche Schlösser und all-inclusive Internetshops

sunny 31 °C

Unsere zweite Station in Japan ist Osaka, die grösste Stadt der Region Kansai in Honshu, der Hauptinsel Japans. Osaka ist sozusagen die kleine Schwester von Tokyo, die der Hauptstadt punkto Quirligkeit, Schrillheit und Gedränge in nichts nachsteht. Lange war Osaka die Wirtschaftsmetropole Japans bevor ihm Tokyo den Rang ablief.
Auch in Osaka bekommen wir den japanischen Sommer in vollen Zügen zu spüren. Während tagsüber die drückende Hitze die Leute einen Gang runterschalten lässt, erwacht das Leben nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Neonlichter angehen und die Ausgeh- und Shoppingviertel beleuchtet werden, als wäre Weihnachten. Überall flackern, flimmern und leuchten die Reklamen, auf denen Restaurants, Clubs und Spielhallen angepriesen werden. Und das ganze wird natürlich - schliesslich sind wir ja in Asien - akustisch untermalt mit lautem Gedudel, Gebimmel und Geplärre. Jeder möchte der lauteste sein und am meisten Aufmerksamkeit erregen.

Lichter an in Osaka!

Lichter an in Osaka!

Die Nacht wird zum Tag

Die Nacht wird zum Tag




An unserem ersten Tag steht ein wenig Sightseeing auf dem Programm, wobei sich die Attraktionen Osakas an einer Hand abzählen lassen. Der Stolz der Stadt ist Osaka-jo, die mittelalterliche Burg. Oder besser gesagt: die Beton-Replika der ehemaligen Burg, die mehreren Brandschatzungen zum Opfer fiel. Wie anderenorts in Asien wird auch in Japan nicht der grösste Wert auf Authentizität gelegt. Hauptsache, die Fassade stimmt. Was von aussen wie ein erhabenes, filigranes Bauwerk ausschaut, dass in seiner Architektur der (allerdings echten) Burg von Himeji ähnelt, entpuppt sich als kunstvoller Betonbau, in dem sich mehrere Stockwerke um ein Treppenhaus und mehrere Liftschächte winden, mit denen die Besucherströme gelenkt werden. In der umfangreichen Ausstellung wird auf unzähligen, textlastigen Schautafeln erklärt, wie irgendein Shogun die Burg erbaut und andere Fürsten sie eingenommen, in Brand gesteckt und zerstört haben. Erst gegen Schluss des Rundgangs wurden wir mit ein paar Samurai-Rüstungen, Waffen und Schlachtenbilder belohnt.

Osaka-jo, ein Wunderwerk aus Stuck und Beton

Osaka-jo, ein Wunderwerk aus Stuck und Beton




Wir trotzten der Mittagshitze und machten uns zu Fuss auf den Weg an einen der beiden Flüsse, welche die Stadt teilen. Inmitten des Flusses O-Kawa liegt eine Insel, auf der zahlreiche Bänke und Parkanlagen zum Picknick einladen. Weiter gings anschliessend in den Norden der Stadt zum Umeda-Sky-Building, einem Bürogebäude mit Aussichtsterrasse. Da ich (B.) ein Aussichtsnarr bin, liessen wir auch diese Gelegenheit nicht aus, eine Stadt von oben zu bewundern. Osaka bietet zwar nicht gerade eine annähernd so aufregende Skyline wie Manhattan, sie ist aber alleweil schön anzusehen. Eine schöne Gelegenheit, den Blick etwas schweifen zu lassen und sich einen Überblick zu verschaffen. Für jene Leser, die bereits einmal in Kyoto waren: Das Sky-Building wurde vom gleichen Architekten entworfen, der auch für den Bahnhof Kyoto verantwortlich zeichnet. Eine ziemlich futuristische Angelegenheit also.

Skyline von Osaka

Skyline von Osaka

Spieglein, Spieglein

Spieglein, Spieglein




Die weiteren Tage in Osaka nutzten wir, um uns ein wenig zu organisieren. Wer bereits einmal eine längere Reise unternommen hat, der weiss, dass es unterwegs allerhand zu erledigen gibt. So mussten wir unsere Ausrüstung noch um ein paar Gadgets erweitern, Wanderstöcke auftreiben, ein iPhone in Reparatur geben und ein Internet-Café aufsuchen. Und dies war eine Erfahrung für sich!
Wir haben schon mehrmals den Hinweis vernommen, dass Internet-Cafés in Japan eine Möglichkeit bieten, die Nacht zu verbringen. Wie soll das gehen, in einem hell beleuchteten Raum auf einem unbequemen Klappstuhl, mag man sich fragen. Nun, Cybercafés in Japan sind auf alle Bedürfnisse ausgerichtet. Bei der Anmeldung an der Rezeption gibt man die gewünschte Option an: Einzel- oder Doppelplatz, Sitzgelegenheit oder auf dem Boden, Rauchen oder Nichtrauchen. Dann bekommt man ein Kabäuschen zugewiesen, dass zwar nach oben offen ist, aber einen Rundumsichtschutz bietet. Die Glastüre lässt sich noch mit einem Vorhang verdecken, so dass die Privatsphäre beim Surfen gewährt bleibt. Wenn die Online-Poker-Session mal länger dauern sollte und sich der Hunger meldet, gibt es Snack-Automaten, Tee, Kaffee und heisses Wasser für Nudelsuppen. Dauert das World-of-Warcraft-Turnier bis zum nächsten Tag, so stehen Waschräume und Duschen bereit. Und so hörten wir auch aus einer benachbarten Kabine zufriedenes Schnarchen, während wir unseren E-Mail-Verkehr bearbeiteten. Dass das Ganze auch seinen Preis hat, erfuhren wir allerdings erst beim Checkout ...

Für den letzten Tag nahmen wir uns das Aquarium vor, das mit der erstaunlichen Tatsache wirbt, einen Walhai zu beherbergen (für Nichttaucher: Walhaie sind vegane Meeresstaubsauger von beachtlicher Grösse). Ein wenig unüberlegt von uns war jedoch die Idee, einen solchen Ausflug an einem Sonntag zu unternehmen. So waren wir nicht ganz alleine und einzig dank unserer Geduld und Beharrlichkeit war es uns möglich, einen Blick auf den einen oder anderen Fisch zu erhaschen. Der besagte Walhai übrigens war gemäss Anzeige "gerade abwesend". Wir hoffen sehr, er weilt irgendwo in den Sommerferien und ist nicht an den eher beschränkten Platzverhältnissen zu Grunde gegangen ...

Simulierte arktische Kälte

Simulierte arktische Kälte



Gemächliches schwereloses Treiben

Gemächliches schwereloses Treiben


Nach dem schrillen Grossstadtleben führt uns die Weiterreise in die Präfektur Wakayama südlich von Osaka, wo wir uns auf eine Pilgerwanderung begeben werden. Mehr dazu in einem späteren Post ...

Posted by b.visser 07:07 Archived in Japan Tagged osaka umeda namba osaka-jo Comments (1)

Yo u koso nihon - willkommen in Japan!

Sonne, Sand und Awomori - unser Start zur Weltreise

sunny 31 °C

Nach einer langen, langen Anreise über London - Tokyo - Naha - Miyako-jima sind wir am 16. Juli auf Irabu-jima, einer kleinen Insel in der Präfektur Okinawa, wohl behalten angekommen. Da wir ja bereits einmal in dieser abgelegenen Region verweilten, wussten wir, dass westliche Besucher eher rar sind. So erstaunte es uns nicht, dass wir auf unserem letzten Flug, vom Hauptort Naha zur Insel Miyako-Jima, die einzigen Westler an Bord waren. Dies sollte auch die ganze Woche so bleiben - obwohl in Okinawa etwa 30'000 amerikanische Soldaten stationiert sind, bleiben wir die einzigen Nicht-Japaner auf dieser Insel.

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Der Empfang in unserem Guesthouse war erwartungsgemäss herzlich - wobei "Guesthouse" eigentlich das falsche Wort ist. Eine Woche lang wohnten wir in einer japanischen WG oder einer Art Kommune. Nebst den zwei Doppelzimmern, wovon eines wir belegten, gab es nur noch einen Massenschlag, der etwa zwanzig Gästen Platz bot. Das Herzstück der Pension war der Gemeinschaftsraum mit Küche, der zugleich als Essraum, Mittagsschlafplatz, Réception, Bar und Partyraum diente. Stühle suchte man vergebens - das Leben hier spielt sich am Boden auf Tatami-Matten ab.
In dieser Woche erlebten wir hautnah mit, wie sehr die Gemeinschaft und das Zusammensein in Japan gewichtet wird. Alles wird zu einem Gemeinschaftserlebnis, kein Schritt oder Handgriff, ohne dass nicht jemand mitschaut, mitredet, mitmacht. Wir tanzten dabei ein wenig aus der Reihe, nahmen wir uns doch die Freiheit, auch mal nur zu zweit etwas zu unternehmen.
Wir freundeten uns rasch mit den bereits anwesenden Gästen an - eine bunte Mischung von Festlandjapanern und Insulanern. Die Tatsache, dass wir aus der Schweiz kommen, sorgte für Gesprächsstoff - die meisten Japaner können sich unter der Schweiz etwas vorstellen oder waren gar bereits einmal dort.

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Mon-chan, der Kommunenhund

Okinawa - das Inselparadies fernab von Japan

Okinawa ist so gar nicht wie der Rest Japans. Die Inseln liegen weit abgelegen vom Festland - hier auf Irabu-Jima sind wir näher bei Taiwan als bei Tokyo! Das Klima ist tropisch und das tägliche Leben lässt jegliche Hektik, wie man sie beispielsweise von Tokyo oder Osaka her kennt, vermissen. Die Einwohner dieser Präfektur sind ausgesprochen stolz auf ihre Herkunft, ihre Kultur und insbesondere ihre Küche. Die kulinarischen Eckpfeiler - nebst der üblichen Fülle an Meeresgetier in allen Formen und Garzuständen und Reis - bilden Schweinefleisch und Awomori. Letzteres ist ein alkoholisches Getränk auf Reisbasis, das mit Eis und Wasser getrunken wird. Geschmacklich gibt es kaum einen Unterschied zu Sake, dem bekannten Reiswein (jedenfalls für unsere westlichen Gaumen nicht), nur der Alkoholgehalt ist etwas höher, was sich beim allabendlichen "Umtrunk" durchaus bemerkbar macht ...).
Schweinefleisch wiederum zeigt, wie nah Okinawa bei China liegt - nirgendwo sonst im Land ist es so beliebt wie hier. Ob geschmort, gebraten, gegrillt - Schwein muss sein! Und zum Zeigen, dass sie's ernst meinen, hat einer der anderen Gäste als Mitbringsel für die Inhaber übers Internet in Spanien einen ganzen Pata-Negra-Schinken, inklusive Halterung und Messer, bestellt und mitgeschleppt. Da bereuten wir kurzerhand, hatten wir keine Berner Schlachtplatte mit dabei ...

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Unsere "Kommune"

Unsere Tage auf der Insel gingen im Nu vorbei. Die schönen Strände luden zum Baden ein, vorgelagerte Riffe konnten beim Schnorcheln erkundet werden und die flache Topographie machte das Velofahren zur idealen Fortbewegungsart. Auf einem organisierten Tauchtrip konnte Katja sich in die weitere Unterwasserwelt "vertiefen", während ich an Bord des Tauchbootes an meinem Teint arbeitete. Dieser Ausflug wurde anschliessend noch mit einer japanischen Spezialität gekrönt, die wir so frisch kaum je wieder serviert bekommen werden. Kaum hatten wir wieder im Hafen angelegt, fragte ein freundlicher Fischer auf einem angrenzenden Boot unsere Gruppe, ob wir zu unseren Nudeln noch Sashimi möchten. Diese Frage lässt sich ein Japaner nicht zwei Mal stellen und so grub der alte Mann flugs einen fangfrischen Bonito (ein Fisch aus der Familie der Makrelen und Thunfische) aus dem Kühlfach hervor, und begann, diesen vor unseren erstaunten Augen fachgerecht zu säubern, auszunehmen und schliesslich in perfekte Sashimi-Scheiben zu zerteilen, die wir schliesslich mit mitgebrachter Sojasauce genüsslich verspeisten.

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Abends war jeweils Gruppen-Entertainment angesagt: Neue Gäste wurden mit einem Welcome-Drink begrüsst (praktischerweise brachten die Neuankömmlinge die Getränke gleich selbst mit), um 7 gings ab auf die Dachterasse, um den Sonnenuntergang abzuwarten, und nach Einbruch der Dunkelheit zurück in den Gesellschaftsraum zum gemeinsamen Abendessen, das der Inhaber jeweils in aufwändiger Arbeit zubereitet hatte. Den Rest des Abends verbrachten unsere japanischen Freunde mit Trinken, Singen und Feiern, während wir uns diskret davonschlichen, wenn uns der Trubel zu viel wurde.

Am 23. Juli hiess es dann Abschied nehmen von unseren Mitbewohnern, als wir uns auf den Weg aufs Festland nach Osaka machten.

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Sonnenuntergang an der Sawada Beach (Sawada-no-hama), 3 Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt.

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Schoene Straende gibts in Okinawa zuhauf!

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Abschied von Birafuya

Posted by b.visser 03:51 Archived in Japan Tagged beach okinawa irabu miyako Comments (0)

Willkommen auf unserem Weltreiseblog

Geschätzte Leser und Daheimgebliebene

Willkommen auf unserem Reiseblog! Hier werden wir in loser Folge von unserer Weltreise berichten und erzählen, was wir unterwegs so alles erleben und wo wir uns herumtreiben. Wir freuen uns natürlich jederzeit auf Feedback und Neuigkeiten aus der Heimat.

Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre und hoffen, dass den einen oder die andere ebenfalls das Reisefieber packt!

Bastiaan und Katja

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Posted by b.visser 00:42 Comments (4)

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