A Travellerspoint blog

July 2014

Yo u koso nihon - willkommen in Japan!

Sonne, Sand und Awomori - unser Start zur Weltreise

sunny 31 °C

Nach einer langen, langen Anreise über London - Tokyo - Naha - Miyako-jima sind wir am 16. Juli auf Irabu-jima, einer kleinen Insel in der Präfektur Okinawa, wohl behalten angekommen. Da wir ja bereits einmal in dieser abgelegenen Region verweilten, wussten wir, dass westliche Besucher eher rar sind. So erstaunte es uns nicht, dass wir auf unserem letzten Flug, vom Hauptort Naha zur Insel Miyako-Jima, die einzigen Westler an Bord waren. Dies sollte auch die ganze Woche so bleiben - obwohl in Okinawa etwa 30'000 amerikanische Soldaten stationiert sind, bleiben wir die einzigen Nicht-Japaner auf dieser Insel.

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Der Empfang in unserem Guesthouse war erwartungsgemäss herzlich - wobei "Guesthouse" eigentlich das falsche Wort ist. Eine Woche lang wohnten wir in einer japanischen WG oder einer Art Kommune. Nebst den zwei Doppelzimmern, wovon eines wir belegten, gab es nur noch einen Massenschlag, der etwa zwanzig Gästen Platz bot. Das Herzstück der Pension war der Gemeinschaftsraum mit Küche, der zugleich als Essraum, Mittagsschlafplatz, Réception, Bar und Partyraum diente. Stühle suchte man vergebens - das Leben hier spielt sich am Boden auf Tatami-Matten ab.
In dieser Woche erlebten wir hautnah mit, wie sehr die Gemeinschaft und das Zusammensein in Japan gewichtet wird. Alles wird zu einem Gemeinschaftserlebnis, kein Schritt oder Handgriff, ohne dass nicht jemand mitschaut, mitredet, mitmacht. Wir tanzten dabei ein wenig aus der Reihe, nahmen wir uns doch die Freiheit, auch mal nur zu zweit etwas zu unternehmen.
Wir freundeten uns rasch mit den bereits anwesenden Gästen an - eine bunte Mischung von Festlandjapanern und Insulanern. Die Tatsache, dass wir aus der Schweiz kommen, sorgte für Gesprächsstoff - die meisten Japaner können sich unter der Schweiz etwas vorstellen oder waren gar bereits einmal dort.

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Mon-chan, der Kommunenhund

Okinawa - das Inselparadies fernab von Japan

Okinawa ist so gar nicht wie der Rest Japans. Die Inseln liegen weit abgelegen vom Festland - hier auf Irabu-Jima sind wir näher bei Taiwan als bei Tokyo! Das Klima ist tropisch und das tägliche Leben lässt jegliche Hektik, wie man sie beispielsweise von Tokyo oder Osaka her kennt, vermissen. Die Einwohner dieser Präfektur sind ausgesprochen stolz auf ihre Herkunft, ihre Kultur und insbesondere ihre Küche. Die kulinarischen Eckpfeiler - nebst der üblichen Fülle an Meeresgetier in allen Formen und Garzuständen und Reis - bilden Schweinefleisch und Awomori. Letzteres ist ein alkoholisches Getränk auf Reisbasis, das mit Eis und Wasser getrunken wird. Geschmacklich gibt es kaum einen Unterschied zu Sake, dem bekannten Reiswein (jedenfalls für unsere westlichen Gaumen nicht), nur der Alkoholgehalt ist etwas höher, was sich beim allabendlichen "Umtrunk" durchaus bemerkbar macht ...).
Schweinefleisch wiederum zeigt, wie nah Okinawa bei China liegt - nirgendwo sonst im Land ist es so beliebt wie hier. Ob geschmort, gebraten, gegrillt - Schwein muss sein! Und zum Zeigen, dass sie's ernst meinen, hat einer der anderen Gäste als Mitbringsel für die Inhaber übers Internet in Spanien einen ganzen Pata-Negra-Schinken, inklusive Halterung und Messer, bestellt und mitgeschleppt. Da bereuten wir kurzerhand, hatten wir keine Berner Schlachtplatte mit dabei ...

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Unsere "Kommune"

Unsere Tage auf der Insel gingen im Nu vorbei. Die schönen Strände luden zum Baden ein, vorgelagerte Riffe konnten beim Schnorcheln erkundet werden und die flache Topographie machte das Velofahren zur idealen Fortbewegungsart. Auf einem organisierten Tauchtrip konnte Katja sich in die weitere Unterwasserwelt "vertiefen", während ich an Bord des Tauchbootes an meinem Teint arbeitete. Dieser Ausflug wurde anschliessend noch mit einer japanischen Spezialität gekrönt, die wir so frisch kaum je wieder serviert bekommen werden. Kaum hatten wir wieder im Hafen angelegt, fragte ein freundlicher Fischer auf einem angrenzenden Boot unsere Gruppe, ob wir zu unseren Nudeln noch Sashimi möchten. Diese Frage lässt sich ein Japaner nicht zwei Mal stellen und so grub der alte Mann flugs einen fangfrischen Bonito (ein Fisch aus der Familie der Makrelen und Thunfische) aus dem Kühlfach hervor, und begann, diesen vor unseren erstaunten Augen fachgerecht zu säubern, auszunehmen und schliesslich in perfekte Sashimi-Scheiben zu zerteilen, die wir schliesslich mit mitgebrachter Sojasauce genüsslich verspeisten.

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Abends war jeweils Gruppen-Entertainment angesagt: Neue Gäste wurden mit einem Welcome-Drink begrüsst (praktischerweise brachten die Neuankömmlinge die Getränke gleich selbst mit), um 7 gings ab auf die Dachterasse, um den Sonnenuntergang abzuwarten, und nach Einbruch der Dunkelheit zurück in den Gesellschaftsraum zum gemeinsamen Abendessen, das der Inhaber jeweils in aufwändiger Arbeit zubereitet hatte. Den Rest des Abends verbrachten unsere japanischen Freunde mit Trinken, Singen und Feiern, während wir uns diskret davonschlichen, wenn uns der Trubel zu viel wurde.

Am 23. Juli hiess es dann Abschied nehmen von unseren Mitbewohnern, als wir uns auf den Weg aufs Festland nach Osaka machten.

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Sonnenuntergang an der Sawada Beach (Sawada-no-hama), 3 Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt.

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Schoene Straende gibts in Okinawa zuhauf!

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Abschied von Birafuya

Posted by b.visser 03:51 Archived in Japan Tagged beach okinawa irabu miyako Comments (0)

Travelling Soundz

Was wäre Reisen ohne gute Musik? Nur zu gut erinnere ich mich an die Zeit in Indien, Nepal und Tibet 1999, als meine Cousine Tanja und ich mit einem Walkman unterwegs waren. Damals hatten wir maximal zehn Kassetten dabei und ich kann Gölä und die Venga Boys bis heute nicht mehr hören... Auf unserer ersten Reise nach Südostasien 2004 hatten Bastiaan und ich in einen portablen Harddisk investiert (so eine Art Steinzeit-iPod), mit einem niedrigst-auflösenden Display und einem Fassungsvermögen von etwa 100 MB (damals gigantisch!). Darauf hatte schon richtig viel Musik Platz. Nur leider ging das Ding schon in der ersten Woche in die Brüche, sodass wir in Vietnam auf der Strasse einen Discman erstehen mussten. Der hat dann doch ganze acht Wochen überlebt und wir haben ihn dann in Bangkok an der Khao San Road, dem pulsierenden Herz des Backpacker-Mekkas, noch für 40 Baht (1 Franken) verkauft, obschon er kaputt war. Dann musste wieder ein neuer her für den zweiten Teil unserer Reise bis nach Singapur. 2006, auf unserer zweiten Asienreise, waren wir dann in die iPod-Klasse aufgestiegen. Der hatte zwar manchmal seine lieben Mühen, wenn es im Bus zu holprig wurde, aber er hat die Reise überstanden und liefert uns auch heute noch Musik.

Bei den folgenden Links geht es um Lieder, die uns auf unserer Reise begleitet haben (nämlich "Hotel California", das für uns sozusagen die akustische Verkörperung geworden ist des Pancake-Trails, sprich: des Wegs, dem die Gesamtheit der westlichen Touristen durch Südostasien folgt) oder jetzt begleiten. Es sind Lieder, bei denen es in einer gewissen Weise ums Reisen geht. Reisen im wörtlichen Sinne, indem man eine Wegstrecke zurücklegt. Reisen aber auch im Kopf, das Grenzüberschreiten und Zurücklassen, das Sich-auf-Neues-Einlassen.

"Hotel California" von den Eagles, unser all-time favourite. Das Lied handelt u.a. davon, dass man irgendwo strandet und nicht mehr davonkommt, cf. "You can check out anytime you like, but you can never leave." https://www.youtube.com/watch?v=Yyy4yaVwsv0|

"Beginners Luck" von den Eels. "The road in front of us is long and it is wide. We've got beginners luck, we've got it on our side." Auch wenn wir schon alte Reisehasen sind, nehmen wir uns dises Lied zum Motto. https://www.youtube.com/watch?v=ZoS0P3aHGtA|

"The Passenger" von Iggy Pop. Da brauchts gar keinen Kommentar dazu - einfach ein gutes Lied! https://www.youtube.com/watch?v=hLhN oEHaw|

Und zu guter letzt "Gotta get away" von den Black Keys, das den Spirit des Davonlaufens festzuhalten versucht. mit bemerkenswertem Video...

Posted by birdfish 01:03 Archived in Japan Tagged musik Comments (0)

Willkommen auf unserem Weltreiseblog

Geschätzte Leser und Daheimgebliebene

Willkommen auf unserem Reiseblog! Hier werden wir in loser Folge von unserer Weltreise berichten und erzählen, was wir unterwegs so alles erleben und wo wir uns herumtreiben. Wir freuen uns natürlich jederzeit auf Feedback und Neuigkeiten aus der Heimat.

Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre und hoffen, dass den einen oder die andere ebenfalls das Reisefieber packt!

Bastiaan und Katja

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Posted by b.visser 00:42 Comments (4)

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