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Danyang und Cheongju

Danyang, die kleine Stadt in einer Flussschlaufe etwa in der Mitte Koreas, hat uns so gut gefallen, dass wir eine Nacht länger als geplant geblieben sind. Unser Love Motel mit dem Namen "Luxury" (der natürlich etwas mehr verspricht, als er hält... ;-) war direkt am Flussufer gelegen und dahinter erstreckten sich die Berge des Soebaeksan-Nationalsparks.

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Gleich nach der Ankunft stellten wir unser Gepäck ein und machten uns auf zum 30-minütig entfernten Guin-sa-Tempel. Dieser ist idyllisch in den Bergen gelegen. Wir hatten schon vorab gelesen, dass es für jedermann, der sich im Tempel aufhält (wie fast in jedem Tempel in Südkorea könnte man hier auch Temple Stays machen), ein gratis Mittagsessen gibt. Kaum kamen wir in die Nähe des Speisesaals, wurden wir auch schon eingeladen, mitzuspeisen. Die Kost war einfach - Reis mit Gemüse (koreanisch: Bibimbap) und einen Apfel zum Dessert - aber die Busfahrt nach Danyang am Morgen und der Aufstieg hatten uns hunrig gemacht - also langten wir herzhaft zu.

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Etwas skurril anmutende Verkörperungen der chinesischen Sternzeichen mit Donation Box.

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Die ganze Tempelanlage erstreckt sich über mehrere hundert Meter.

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Am zweiten Tag war wieder einmal Hiking angesagt. Der Mount Birobong ist mit 1439 m.ü.M. für Schweizer und Fuji-Verhältnisse eher klein gewachsen, dennoch hatte es der 6 km lange Aufstieg in sich. Wir freundeten uns mit einem koreanischen Ehepaar an, die mit zwei Arbeitskollegen unterwegs waren. Diese hatten ein halbes Festmahl mit auf den Berg geschleppt und luden uns ein, mit ihnen zu essen. Also schon der nächste Zmittag umsonst - und das Essen, das die Frau selber gekocht hatte, war fabelhaft dazu! Ein Zeichen des Respekts ist es, dargebotene Gegenstände, insbesondere Visitenkarten (und jeder Südkoreaner hat welche), mit beiden Händen entgegenzunehmen. Dies gestaltete sich in meinem Fall allerdings als unmöglich, denn ich hatte soeben ein Stück Schweinefleisch mit meinen Stäbchen aufgegabelt, als Herr Kwon Hyuk Sang mir seine Karte entgegenstreckte...

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Der Aufstieg führte durch einen dichten Wald und folgte teilweise dem Lauf eines Flüsschens.

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Leider war es sehr neblig auf dem Gipfel, sodass wir uns die viel gepriesene Aussicht nur in Gedanken ausmalen konnten.

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Auf dem Gipfel angekommen.

Der letzte Tag führte uns zu einer Pagode im Fluss, etwas ausserhalb von Danyang. Leider war dies eines der absoluten Highlights auf koreanischen Reiseplänen, sodass die Attraktion mit einheimischen Touristen überströmt war. Es gab Speedboat-Trips rund um den Fels, einer liess einen ferngesteuerten Helikopter mit Kamera über dem Fels kreisen und es gab eine Openair-Karaoke-Arena, die rege in Gebrauch war...

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Wir entflohen dem Rummel in Richtung Grotten, die es da zuhauf gab. Auf einer etwas klaustrophobischen Tour durchquerten wir eine und genossen es, nicht nur den Lärm, sondern auch die Hitze für kurze Zeit hinter uns gelassen zu haben.

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Cheongju war eine ziemlich grosse Stadt und unsere letzte Station vor der Hauptstadt. Berühmt ist der Ort vor allem für das älteste Buch, das 1377 mit beweglichen Lettern gedruckt wurde (und zwar 78 Jahre vor der Gutenberg-Bibel). Diese historische Tatsache wurde von der UNESCO 2001 anerkannt. Das Buch selber ist in der Bibliothèque Nationale de France in Paris aufbewahrt. Dennoch lohnt es sich, das sehr informative und schön gestaltete Museum zu besichtigen. Ein Faksimile der Ausgabe ist vorhanden, ebenso wie etwas unheimliche, sprechende Wachsfiguren, die den Prozess des Buchdrucks bildlich nacherzählen (auf Koreanisch).

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Im Songnisan-Nationalpark erklommen wir einen weiteren Gipfel und kamen wieder zu einem Zmittag umsonst. Die Parkwächter und deren mongolische Praktikantin (im Bild in der Mitte zwischen mir und einer koreanischen Parkwächterin) überliessen und des Rest ihres Lunches (koreanische Sushi und Fried Chicken), da auch sie viel zu viel Essen mitgeschleppt haben. (Bei uns kommt langsam der Verdacht auf, dass Koreaner einfach fürs Leben gern ihre Mahlzeit teilen. Keine schlechte Angewohnheit ;-)

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Die Wälder sind voll von Streifenhörnchen. Hier sahen wir eine ganze Weile einer Mutter mit vier Jungen zu, die jedes einzelne vom einen Baum via Boden zum nächsten beförderte. Die flinken Dinger fotografisch festzuhalten ist allerdings eine Herausforderung!

Gleich beim Eingang des Nationalsparks befand sich der Beopju-sa-Tempel, der eine 33 Meter hohe Buddha-Statue beherbergt - natürlich ein gefundenes Sujet für unzählige Fotos. Die fünfstöckige Holzpagode ist anscheinend die einzige ihrer Art in Südkorea.

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Schweinisches zum Abschluss: Ein Foto, das direkt neben unserer Unterkunft aufgenommen wurde. En Guete dänn!

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Posted by birdfish 06:47 Archived in South Korea

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