A Travellerspoint blog

Auf ins Innere des Landes

Nach dem bisschen Grossstadtflair in Busan sind wir nach Gyeongju aufgebrochen. Es war ein Wunder, dass wir überhaupt ein Zugticket an den richtigen Ort lösen konnten, denn neben Gyeongju gibts auch noch ein Cheongyu, ein Jeonju und ein Chungju. Das ist etwa dasselbe, wie wenn es in der Schweiz neben Wallisellen auch noch ein Valisellen und ein Wallisollen gäbe, die dann auch noch alle im Umkreis von 50km lägen... Am besten, man kommt gleich mit dem Reiseführer an den Schalter, denn die subtilen Lautunterschiede sind für westliche Zugen nicht zu reproduzieren.

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Unsere Unterkunft in Gyeongju, ein traditioneller Hanok.

Gyeongju war das Zentrum der Shilla-Dynastie und wird gerne als "museum without walls" beschrieben. Interessant waren vor allem die grünen Grabhügel, in denen Herrscher aus vergangenen Zeiten bestattet sind und die überall in der Stadt zu finden sind. (Für alle Anglisten: Das Prinzip ist genau das Gleiche wie in Sutton Hoo. Unglaublich, nicht?) Leider hat uns das Wetter viel Regen beschert an diesem Tag. Und zwar monsunartiger Niederschlag. Nach nur einer Minute draussen war man komplett durchtränkt (meine Turnschuhe brauchten etwa drei Tage, bis sie wieder trocken waren - aber der Monsun lässt sich noch erriechen... ;-)

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Am nächsten Tag war das Wetter etwas besser und wir besuchten den in den nahen Bergen gelegene Bulguk-sa ("sa" steht für Tempel), der ebenfalls mit dem Gütesiegel der UNESCO ausgezeichnet ist. Die Tempelanlage stammt auch aus der Shilla-Dynastie. Man muss dazu noch sagen, dass praktisch alle Tempel und Paläste in Korea Replikas sind, denn die ursprünglichen Bauten fielen praktisch immer den Besuchen der feindlichen Nachbarn (sprich: Japan) zum Opfer.

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Als zweiter Punkt auf dem Tagesprogramm war die Grotte Seokguram (ebenfalls UNESCO W.H.), in der ein wunderschöner Buddha sitzt (Photos von Buddha-Statuen sind in Korea meist nicht erlaubt, so auch hier) und Richtung East Sea, also Pazifik, blickt. Wie unser Reiseführer schreibt: "Seokguram can be a magical place, especially when mist cloaks the mountain tops." Genauso war es.

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Die nächste Station war die Stadt Andong, die als solches für westliche Reisende nicht von grossem Interesse ist. Sie dient aber als guter Ausgangspunkt für das Hahoe Folk Village. Andere traditionelle Dörfer in Korea sind anscheinend Reproduktionen für die übrigens meist inländischen Touristen - Westler und Japaner sowie Chinesen sind rar gesät in Korea. In Hahoe leben aber noch etwa 200 Koreaner (mit staatlichen Subventionen) nach traditioneller Weise der Joseon-Dynastie. Das bedeutet, dass sie sich mehrheitlich selbst versorgen. Das Dorfbild folgt strikten Regeln. Eine Familie bewohnt jeweils einen Hanok (traditionelles Haus), das aus Holz und einem Ziegeldach besteht. Rund um das Hauptgebäude herum gibt es einfachere Häuser mit Reetdächern, die von den Angestellten bewohnt wurden. Zwischen den Häusern wachsen Chilis, Zuchettis und was der Boden sonst noch so hergibt.

Ein traditionelles Lehmhaus mit Reetdach

Ein traditionelles Lehmhaus mit Reetdach

Die Reetdächer eignen sich auch zur Gemüsezucht.

Die Reetdächer eignen sich auch zur Gemüsezucht.

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Hahoe wird von einem Fluss umwunden. Nach traditioneller Sichtweise soll dies dem Ort besonders viel Glück und Wohlstand bringen.

Die etwas tempelhaft anmutende Dorfkirche. Das Christentum ist in Südkorea weit verbreitet.

Die etwas tempelhaft anmutende Dorfkirche. Das Christentum ist in Südkorea weit verbreitet.


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Posted by birdfish 02:55 Archived in South Korea Tagged gyeongju andong hahoe folkvillage

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