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Kumano Kodo Pilgerroute

So eine Reise kann man ja auf verschiedene Weisen machen. Nach vier Fluegen und einer Schiffsreise waren wir auf Irabu-jima in Okinawa gestrandet. Dann haben wir unsere Reise mit Schiff und Flugzeug fortgesetzt. Von Osaka aus sind wir dann mit der JR Railway nach Tanabe im Sueden gefahren und am naechsten Tag mit dem Bus nach Takijiri (diese Namen! Zum Glueck kann man sie im Reisefuehrer noch einmal nachschlagen...). Da wartete auch schon der Gepaeckservice, den wir schon uebers Internet gebucht hatten, und los ging es in den Wald hinein. Die naechste Strecke auf unserer Reise wuerden wir zu Fuss absolvieren auf dem alten Pilgerweg des Kumano Kodo, von Takijiri ueber Chikatsuya nach Hongu. Das Netz des Kumano Kodo ist lang. Unsere Route deckte 40 km ab und dauerte Zeit Tage.

Anfaenglich waren wir ueberwaltigt von der Natur; den hohen Baeumen, den Froeschen, Schlangen, Voegeln und Salamandern, Aber mit der Zeit wurde die Reise auch etwas eintoenig und anstrengend. Wir hatten naemlich bemerkt, dass der Weg nicht den Taelern folgte, sondern mehr oder weniger der Luftline. Das heisst, wenn ein Berg im Weg war, ging es auf der einen Seite rauf, und oben angekkommen, ging es flugs auf der anderen Seite wieder hinunter. Bei 30 Grad am Schatten war dies natuerlich ein besonderes Vergnuegen. So verging also der erste Tag mit bergauf- und bergabwandern.

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Am Start des Kumano Kodo Trails

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Der zweite Tag hielt ausser dem Wetter wenig Überraschungen für uns bereit. Weiter ging es bergauf, bergab über Wurzelstöcke, Steinstufen, Waldwege. Nach sieben Stunden begann es zu regnen. Es regnete so stark, dass sich innerhalb der Wurzelstöcke kleine Seen bildeten. Fortan mussten wir auf den Wurzeln weitergehen, die sich aber als ziemlich rutschig herausstellten. Irgendwo in diesem grünglänzenden Märchenwald sass auf einmal ein riesiger Frosch zwischen zwei Wurzelstöcken, wohl vom Regen angelockt. Als einziges Lebewesen weit und breit schien er sich über den Wassersegen aus dem Himmel zu freuen. Beinahe hätte ich meinen Fuss darauf gesetzt, er war so gut getarnt.

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Nach neun Stunden Wald kamen endlich erste Dächer in Sicht. Zivilisation! Beim Näherkommen entpuppten sich jedoch die vermeintlichen Dächer als Grabsteine. Ich war so müde, dass ich mich am liebsten gleich zwischen diese Gräber gelegt hätte. Aber wo ein Friedhof ist, kann es doch nicht mehr weit sein bis zum Ort.

Es ging dann noch einmal etwa 20 Minuten ein sehr steiles Stück Weg den Hang hinunter, plötzlich hörte der Wald einfach so auf. Wir standen auf der Strasse. Nach der ersten Stunde im Wald wünschte ich mir schon, er möge bald wieder aufhören. Wünschte mir gerade Strassen, am besten eben asphaltiert. Und jetzt als wir der Strasse entlang hinunter nach Hongu zottelten, wünschte ich mir die Bäume und die Waldeinsamkeit doch schon fast wieder zurück.

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Der Pilgerweg führte uns direkt in den Kumano Hongu Taisha, eine sehr heilige Tempelanlage des Shintoismus. Da es schon abends um sechs war, war kein Mensch mehr zu sehen. Es dunkelte bereits ein, da der Himmel noch immer sehr bedeckt war. Zu müde, durch die Anlage zu streifen, machten wir uns direkt auf den Weg zu unserem Guesthouse, das - oh Wunder - am anderen Ende des Dorfes lag.

Als wir die Stufen zur Unterkunft hochstiegen, hörte es auf zu regnen. Die Pilgerreise war zu Ende. Die Erleuchtung? Nein, wir hatten sie nicht gefunden. Noch nicht. Aber das Waldwegwandern hatte vorerst ein Ende. Hallelujah!

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Der grosse Torii von Hongu

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Kumano Hongu Taisha, Ziel unserer Pilgerreise

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Waschstation am Tempeleingang

Posted by birdfish 01:26 Archived in Japan Tagged kansai kumano hongu

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