A Travellerspoint blog

Bhutan - Teil 2

Der Donnerdrache steppt den Berg hoch

Bevor wir uns auf die epische Reise zurück in den Westen nach Paro aufmachten, besuchten wir einen der wichtigsten Tempel Bhutans. Chimi Lakhang ist der Fruchtbarkeitstempel. Frauen, die schwanger werden möchten, kommen hierher, um von einem Mönch mit einem Holzpenis gesegnet zu werden. Leider waren die Mönche zur Zeit unserer Visite mit Rezitationen beschäftigt und konnten keine "Blessings" vornehmen ... ;-)

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Nachdem wir also Tag fünf im Auto verbracht hatten (Strassenblockaden wegen Ausbauarbeiten der Strasse führten zudem zu bis zu anderthalbstündigen Wartezeiten... insgesamt waren wir elf Stunden unterwegs), ging's am nächsten Morgen von Paro aus los zum Highlight unserer Tour: dem Bumdra-Treck! Wir starteten oberhalb Paros, wo wir auf unsere "Crew" stiessen. Vorläufig bestand sie aus einem Helfer und dem Horseman. Die vierbeinige Flotte setzte sich aus drei Pferden und einem Fohlen zusammen. Wir folgten etwa zwei Stunden in den Spuren der Pferde und genossen dann den Lunch auf einer Anhöhe mit einem wunderbaren Weitblick über das Tal von Paro.

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Mit vollem Magen ging's dann weiter den Berg hinauf, bis wir am späten Nachmittag Fuss in unser Lager unterhalb des Bumdra-Klosters setzten. Das Lager ist eine permanente Ansammlung von verschiedenen Zelten und wird von einem Koch mit seinen Helfern betrieben, die teilweise das ganze Jahr über dort oben auf knapp 4000 m.ü.M. verweilen. An den beiden Tagen, die wir da verbrachten, waren wir die einzigen Touristen. Die Haupt-Trekkingsaison ist im Dezember bereits vorüber. Am angenehmsten sind die Monate September und Oktober, wenn der Sommermonsun abgetrocknet hat, die Weiden grün glänzen und es nachts in den Höhen noch nicht zu kalt ist. Bei uns wurde es nachts bis minus 10 Grad. Ein Höhenfeuer und Gasofen im Speisezelt sowie dicke Daunenschlafsäcke und Decken verhinderten, dass uns unbequem kalt wurde.

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Das Bumdra-Kloster beherbergt jeweils einige Mönche, die zum Zweck der Meditation hierhin gelangen. Drei Jahre und drei Monate am Stück meditiert hier ein Mönch, unterbrochen nur durch Essenseinnahme und Schlaf.

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Ein Teil des permanenten Lagers, in dem wir zweimal nächtigten.

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Sonnenuntergang über dem Himalaya. Zehn Minuten später war es schon mindestens 5 Grad kälter ...

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Ein Wasserkanister mit Spiegel diente als Open-air-Badezimmer.

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Bastiaan übt sich im Pfeilwerfen (eine Art Freiluftdart). Dies und Bogensport sind die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Bhutanesen.

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Hier ein Bogenschütze bei einem Turnier in Thimphu.

Der nächste Tag führte uns zum Gipfel des Berges. Es war bloss eine einstündige Wanderung und ich war etwas enttäuscht, denn ich hätte mir insgesamt mehr Bewegung gewünscht. Der Blick über den Norden Bhutans, auf den heiligen Berg Jhomolhari (auch: Chomolhari), mit 7314 m einer der höchsten Berge Bhutans, und auf das dahinter liegende Tibet machte aber die Enttäuschung wieder wett.

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Gebetsfahnen werden auf jedem erreichbaren Gipfel angebracht. Die darauf gedruckten Gebete werden durch das Flattern der Fahnen im Wind freigesetzt.

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Das weisse Dreieck ist Jhomolhari. Der Weg zu seinem Base Camp ist der beliebteste Trek in Bhutan.

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Gruppenfoto mit unserem Guide und einem der Helfer, der uns auf den Gipfel begleitet hat.

Der Nachmittag verbrachten wir mit Sonnenbaden mit Sicht auf den Himalaya von unserem Camp aus. Selbst beim Trekken scheinen die Bhutanesen das Leben möglichst angenehm zu gestalten und geniessen zu wollen.

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Eine Flora fast wie zu Hause ...

Der achte Tag brachte uns zum touristischsten Ort in ganz Bhutan, dem Taktshang Goemba, besser bekannt unter dem Namen Tiger's Nest. Die Bhutanesen lieben Geschichten; jeder Ort, ob Berg oder Kloster (und davon gibt es bekanntlich eine Menge in Bhutan) ist gespickt mit Legenden. Einer solchen zufolge soll der Nationalheilige Guru Rinpoche, eine historische Figur aus dem 8. Jahrhundert, der den Buddhismus in Bhutan eingeführt hat und der überall verehrt wird, auf einem Tiger dorthin geflogen sein, um einen dort beheimateten Dämon zu beseitigen. Nach dieser Tat hat er drei Monate lang auf einem Felsvorprung meditiert, bevor er weitergezogen ist, um in anderen Teilen Bhutans seine magischen Kräfte einzusetzen. Das Kloster ist sehr faszinierend, weil es fast wie ein Schwalbennest an den Klippen des Berges zu hängen scheint. Es ist aber bei weitem nicht das einzige Kloster, das an einer so dramatischen Lage erbaut wurde. Viele Klöster sind da entstanden, wo Mönche unter einem Felsvorsprung einen geschützten Ort für ihre oft monatelange Meditationspraxis aufgesucht hatten.

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Der Märchenwald oberhalb des Klosters, durch den wir hinabgestiegen waren.

Wer nicht weiss, wie man auf einem Tiger durch die Lüfte reitet, muss sich wohl oder übel von Paro her auf den Weg zum Kloster machen. Vom Parkplatz aus führt der ziemlich steile Weg zwei Stunden lang den Berg hoch. Wer die Anstrengung scheut, kann sich per Pferd hochtragen lassen. Da wir aber von den Höhen des Himalaya her kamen, gewissermassen auch aus den Lüften, wenngleich von unseren eigenen Füssen getragen, erreichten wir das Kloster von der anderen Seite her. Nach zwei Tagen Bergstille kam mir das touristische Treiben in und um das Kloster vor wie die Chilbi im Albisgüetli. Ruhe und Einkehr waren mit einem Mal verflogen. Ich möchte den Besuch des Klosters nicht missen, aber wie mit allen Attraktionen würde es sich auch hier lohnen, sehr früh aufzustehen, um vor der Masse anzukommen.

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Butterkerzen gehören zu jedem Tempel dazu (und führten oft dazu, dass Tempel immer wieder niederbrannten). Im Tiger's Nest hatten wir die Möglichkeit, selber eine solche Kerze anzuzünden, die dann vom anwesenden Priester gesegnet wurde, und so an einem buddhistischen Ritual teilzunehmen.

Der neunte und letzte richtige Tag in Bhutan verbrachten wir in Paro, das in einem lieblichen Tal gelegen ist. Das Klima ist etwas milder als in Thimphu, was sich in einer üppigeren Vegetation niederschlägt.

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Wir besuchten zuerst den alten Drukgyel Dzong, der bloss noch eine Ruine ist, und dann den farbenfrohen Kyichu Lakhang, den ältesten Tempel Paros. Das ist es, was Bhutan hauptsächlich zu bieten hat: Nebst der wunderbaren Natur sind es vor allem die Tempel, denn der Buddhismus nimmt die zentrale Rolle des gesellschaftlichen und privaten Lebens, auch der jüngeren Generation, ein. Manch ein Bhutanreisender mag das mit der Zeit langweilen; ich konnte mich auch nach neun Tagen noch immer an den vielen farbenfrohen Thangkas (Rollenbildern), an den Statuen der Buddhas und Heiligen und an den Butterkerzen erfreuen.

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Besuch bei einem Schreiner, der Holzschnitzereien für Tempel anfertigt.

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Des Schreiners Vierbeiner, der es sich unter der Hobelbank bequem gemacht hat.

Das Getemple wurde in weiteren Heiligstätten fortgesetzt, bevor es nach einem Gang über den Sonntagsmarkt schliesslich im Besuch des Dzongs von Paro mündete, von dessen oberem Stock aus man eine gute Sicht auf Teile des Tals geniessen konnte.

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Chillis, zum Trocknen aufgehängt, gibt es nicht nur in Paro an jeder Ecke.

Am nächsten Tag endete unser Abenteuer im Himalaya am Flughafen von Paro. Vom beschaulichen Ländle hoch oben in den Bergen des Himalaya mit seinen ruhigen, besonnenen, lebensfrohen Bewohnern ging es nun weiter nach Dhaka, in die Hauptstadt Bangladeschs. Vom 15000-Seelen-Dorf in die Millionenstadt (geschätzte 16 Millionen); noch wussten wir nicht, was uns da alles erwarten würde ...

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Posted by birdfish 01:39 Archived in Bhutan Tagged paro bumdra tiger's_nest Comments (1)

Bhutan - Teil 1

Im Land des Donnerdrachen

semi-overcast 10 °C

Von der tropischen Hitze Bangkoks ging es nun auf in die kalten Gefilde des Himalayas ins winzige Königreich Bhutan. Um uns einen Fensterplatz auf der linken Seite des Flugzeugs und somit die beste Sicht auf den Mt. Everest zu sichern, sind wir bereits morgens um fünf zum Suvarnabhumi Flughafen losgefahren, wo wir vergeblich versuchten, uns gegen eine wilde Horde drängelnder Thai-Omas durchzusetzen. Zum Glück hat es trotzdem mit den Plätzen geklappt und nach etwa 2 Stunden und einem kurzen Zwischenhalt in Bodgaya, Indien, tauchte am Horizont eine eindrückliche Bergkulisse auf.

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Selten gibt er sich ganz unbedeckt, oft schwebt ihm eine Wolkenhaube wie ein Heiligenschein um das Haupt: Mighty Mount Everest! Was für ein Anblick!

Der Landeanflug auf Paro erwies sich erwartungsgemäss als abenteuerlich: Der internationale Flughafen von Bhutan gilt aufgrund seiner Lage in einem Tal, umgeben von Fünftausendern, als einer der anspruchsvollsten der Welt und darf nur von wenigen zertifizierten Piloten bei Tageslicht und im Sichtflug angeflogen werden. Minutenlang schwenkt das Flugzeug scheinbar nur wenige dutzend Meter über Bergkuppen hinweg, bevor es wenige Sekunden (!) vor dem Aufsetzen noch einmal scharf nach Süden abdreht und schliesslich wieder festen Boden unter die Räder bekommt.

Nach den üblichen Formalitäten wurden wir im rustikalen Flughafen von unserem Guide T. und unserer Fahrerin D. in Empfang genommen. Die einstündige, kurvenreiche Fahrt in die Hauptstadt Thimpu hat unsere Mägen dann vor dem Mittagessen noch arg auf die Probe gestellt.

Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung und so haben wir uns auf Erkundungstour durch die 50'000-Seelen-Metropole Thimphu gemacht. Diese wohl kleinste Hauptstadt Asiens ist so beschaulich, dass ein einziger Polizist genügt, um den Verkehr zu regeln. Es gab mal eine Ampel, aber die Bhutanesen fanden, diese passe so gar und ganz nicht in ihre Welt, dass sie wieder abgeschafft wurde.

Was gleich auffällt: Fast alle Männer tragen den traditionellen Gho, ein knielanger Mantel/Rock, der aus einem Stück gewobenem Stoff besteht. Dieser wird kunstvoll gewickelt und drapiert und manchmal bedarf es der Hilfe einer weiteren Person, dieses Kleidungsstück korrekt anzuziehen. Das traditionelle Kleidungsstück der Frauen heisst Kira und wird ähnlich getragen wie der Longyi in Burma.

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Frauen in traditionellen Gewändern umrunden einen Tempel in Thimphu.

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Am zweiten Tag wurden uns die Highlights von Thimphu gezeigt. Dazu gehörten der oben abgebildete Tempel, das wichtigste Heiligtum von Thimphu, den wir als erstes am Morgen besuchten. Danach ging es weiter zur grössten Buddha-Statue Bhutans, von dessen Terrasse man eine tolle Sicht über die Stadt hatte.

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Am Nachmittag besuchten wir den Dzong von Timphu. Ein Dzong ist eine Art Festung, die sowohl weltlichen wie auch religiösen Zwecken dient. Es gibt sie in jeder grösseren Stadt bzw. in den Verwaltungsbezirken. Die eine Seite der Anlage besteht aus den Ministerien, die andere aus Tempeln. Am Dzong von Timphu ist speziell, dass er gleichzeitig die Räumlichkeiten des Königs beherbergt. Der König selber wohnt in einem sehr bescheidenen "Palast" (eher ein Haus) in der Nähe des Dzongs. Man kann ihn anscheinend am Morgen und Abend sehen, wie er aus dem Dzong über den Fluss zu seinem Haus wandelt. Dies widerspiegelt die bescheidene Art der Bhutanesen, die um nichts viel Aufheben machen.

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Gebetsmühlen: Durch Drehen des Zylinders wird das darauf aufgetragene Gebet "in die Welt entlassen".

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Rot und weiss sind alle Verwaltungsgebäude und Sakralbauten.

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Bastiaan mit unserem Guide, der in religiösen Stätten von besonderem Rang eine weisse Schärpe (Kabney) zum Gho tragen muss.

Da Wochenende war, liessen wir es uns nicht nehmen, den Wochenendmarkt zu besuchen. Auch hier trafen wir eine sehr beschauliche Atmosphäre an, wenn man bedenkt, dass dies der Hauptmarkt der Hauptstadt ist - in einem Land, wo Leute auch wirklich auf dem Markt einkaufen, weil es keine grossen Supermärkte gibt. Der ganze Markt war etwa so gross wie der auf dem Bürkliplatz in Zürich.

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Chillis sind das beliebteste Gemüse der Bhutanesen. Es gibt sogar ein Gericht, das nur aus Chillis und Käse besteht: Emadatse (siehe unten).

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Bhutanesisches Essen wird in vielen kleinen Schüsseln angerichtet. Es besteht meist aus einem Fleisch- oder Fischgericht und diversen Gemüsekreationen. Der Reis - teilweise rötlich gefärbt und grobkörnig - gehört selbstverständlich immer dazu; wir mochten ihn sehr gern und er war eine gut Abwechslung zum weissen Reis, den wir vier Monate lang zuvor gegessen hatten. ;-)

Der nächste Tag führte uns in den Osten nach Punakha, der alten Hauptstadt Bhutans. Sie ist aufgrund ihres milden Klimas noch heute der bevorzugte Ort zur Überwinterung des Klerus. Wenn der Abt jeweils seine Koffer packt und Thimphu den Rücken kehrt, ist in Bhutan offiziell der Winter eingekehrt. Gleichsam bringt seine Rückkehr den Frühling mit sich. Dort, wo sich der Mo Chhu (Mutterfluss) und der Pho Chhu (Vaterfluss) vereinen, liegt der Dzong von Phunaka, möglichweise das beeindruckendste Gebäude in ganz Bhutan. Der erste König von Bhutan wurde 1907 dort gekrönt und der fünfte und jetzige König liess sich in denselben Gefilden in einer heimlichen Zeremonie 2008 krönen, bevor die Thronübergabe öffentlich gemacht wurde und er eine offizielle Zeremonie in Thimphu folgen liess.

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Unsere Truppe für die erste Hälfte der Reise, posierend vor dem Dzong in Punakha.

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Ein Novize im Innern des Dzongs.

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Musik ist ein wichtiger Bestandteil der buddhistischen Rituale.

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Der Schneelöwe ist ein gern gemalter Gast an buddhistischen Orten. Er symbolisiert eine östliche Tugend: Angstlosigkeit.

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Die wunderbare Architektur faszinierte uns immer wieder von neuem.

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Es gibt eine Redewendung, die besagt, dass bhutanesische Hunde den ganzen Tag schlafen und die ganze Nacht bellen. Wie wahr das ist, konnten wir an wirklich jedem Ort feststellen, an dem wir übernachteten. Die Bhutanesen glauben, dass die Hunde Geister sehen können und deswegen in ein Gejaule verfallen. Wie dem auch sei; wer einen leichten Schlaf hat, sollte unbedingt Ohropax mitführen.

Der vierte Tag unserer Reise brachte eine lange Autofahrt weiter in den Osten mit sich. Im Zentrum Bhutans befinden sich die Black Mountains, an deren westlichen Ausläufern sich ein riesiges Sumpfgebiet befindet, das zum Vogel-Naturschutzgebiet erklärt wurde. Auf einem Rundgang durch das Gebiet auf dem Gangtey Nature Trail konnten wir etwa hundert Schwarzhalskraniche beobachten, die jedes Jahr dem Winter in Russland entfliehen. Die Vögel sind in weiten Teilen Asiens und insbesondere in Bhutan sehr heilig. Ihre Ankunft wird jeweils mit einem mehrtägigen Fest gefeiert. Wenn man sich achtet, findet man den Kranich überall in unterschiedlicher Form wieder.

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Unser Guide am Feldstecher, den er stets mit sich führte.

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Kranichtrio im Flug.

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Der Schwarzhalskranich ist gut vertreten in bhutanesischen Wandmalereien.

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Das liebliche Tal von Gangtey.

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Nebst Gefiedertem gibt's auch Behaartes: Eine Yakherde hat sich über die Gräser des Sumpfgebietes hergemacht.

Viel mehr als die Federviecher beobachten kann man in Gangtey aber um diese Jahreszeit nicht tun. Wir können allen Bhutanreisenden nur empfehlen, einen Inlandflug in ihren Trip einzubauen, da man sich in Bhutan aufgrund der Topographie nur von West nach Ost und wieder nach West bewegen kann - eine "Runde" ist also nicht möglich. Für uns hiess das, dass die Schwarzen Berge der östlichste Punkt waren, den wir besuchten. Von nun an ging die Reise wieder zurück - auf derselben Strasse, über dieselben Kurven. Ich glaube, es gibt ausser in Thimphu und Paro keine Strasse, die geradeaus verläuft. In den Bergen geht es eigentlich von einer Kurve fliessend in die andere über. Ich hätte mir auf jeden Fall gewünscht, unsere Reise wäre noch weiter nach Osten verlaufen, bis nach Bhumtang, das ganz im Zentrum liegt und wo ein Schweizer eine Brauerei betreibt. Von dort aus hätte man bequem nach Paro zurückfliegen können. Für uns hiess es jetzt aber: auf zurück in den Westen!

Weitere Fotos:

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Penisse als Fruchtbarkeitssymbole sind oft auf Hausmauern aufgemalt.

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Farbenfroher Schmuck im Innern eines Tempels.

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Das Rad des Lebens, der buddhistische Kosmos, lässt sich in fast jedem Tempel wiederfinden.

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Bös gesinnte Götter halten Dämonen davon ab, heilige Stätten heimzusuchen.

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Der sympathisch wirkende König ist an jeder Strassenecke auf Plakaten anzutreffen.

Posted by birdfish 00:11 Archived in Bhutan Tagged bhutan paro gangtey thimpu thunderdragon drukair gho kranich Comments (3)

Abstecher Thailand

sunny 35 °C

Thailand, wo wir beide schon so oft waren, war nicht auf der Liste für diese Reise. Dennoch hat es uns ein weiteres Mal hierhin verschlagen, allerdings eher unfreiwillig. Beim Golden Rock, der letzten Station in unserem Loop südöstlich von Yangon, hatte ich das Gefühl, etwas Schlechtes gegessen zu haben. Am nächsten Tag fuhr ich unter Schmerzen in einem überfüllten Bus, in dem die Airconditioning-Anlage nicht richtig funktionierte, in fünf Stunden zurück nach Yangon. Zwei Arztbesuche an den folgenden beiden Tagen schienen anzudeuten, dass der Wurmfortsatz des Blinddarms entzündet war. Es wurde mir angeraten, nach Bangkok zu fliegen, wo die medizinische Versorgung besser ist. Also buchten wir den Flug um (ursprünglich wären wir erst zwei Wochen später kurz nach Bangkok geflogen, um da den Flieger nach Bhutan zu nehmen) und flogen wiederum zwei Tage später in die Hauptstadt Thailands.

In Bangkok hatte ich mich bereits online beim Bumrungrad International Hospital angemeldet. Das Spital zählt zu den Spitzen-Krankenhäusern in ganz Asien. Wir fuhren mit dem Spital-Shuttle vom Flughafen schnell in unser Hotel und dann gings gleich weiter zum Untersuch. Die CT-Auswertung hinterliess keine Zweifel, der Appendix musste entfernt werden. Und zwar so schnell wie möglich, denn der Blinddarm war bereits geplatzt, wie man im Volksmund sagt, der Bauchraum von der Infektion betroffen. Während wir uns um die Formalitäten mit dem Zimmer kümmerten, wurde der Chirurg aufgeboten. Nachts um 10 wurde operiert, 1,5 Stunden lang waren die Ärzte an der Arbeit. Mir wurde anschliessend gesagt, es sei eine schwierige Operation gewesen. Die Wunde wurde erst drei Tage später vernäht, denn sie musste regelmässig gereinigt werden.

Im Spital selber hat es mir an nichts gemangelt. Ich hatte ein Einzelzimmer mit Küche und Essplatz, Sofa-Ecke, super Aussicht auf die Stadt und eine Entourage von den freundlichsten Krankenschwestern, die man sich vorstellen kann. Sie nannten mich "Big Baby", weil ich mich anfänglich nicht selber aufrichten und waschen konnte. Trotz der Fünf-Sterne-Versorgung und Bastiaans regelmässigen ausgedehnten Besuchen waren die Tage und vor allem die Nächte sehr lang und ich war froh, als ich nach fünf Tagen das Spital wieder verlassen konnte.

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Die Aussicht von meinem Zimmer Richtung Westen.

Zur Erholung fuhren wir per Taxi nach Hua Hin, das drei Stunden südlich von Bangkok liegt. Ich kenne Hua Hin schon aus meiner Jugend, das erste Mal war ich vor zwanzig Jahren da. Der Sand ist zwar nicht ganz so weiss und das Wasser nicht ganz so klar,wie auf den Inseln, aber die frische Meeresluft war angenehm und es tat gut, der Hitze und dem Lärm in Bangkok entronnen zu sein.

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Bungalow mit Aussicht aufs Meer. Was will man mehr?

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Das Restaurant des Boutique-Hotels befand sich gleich am Wasser. Einfach herrlich!

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Am Morgen war jeweils Flut und der Strand verschwunden.

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Der Standing Buddha befindet sich auf dem Hügel auf dem oberen Foto.

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Es wimmelte von Geckos und Fröschen, sodass wir irgendwann nur noch von der Amphibien-WG sprachen, in der wir wohnten.

Da ich vor der Weiterreise nach Bhutan zur Schlusskontrolle im Spital antraben musste, fuhren wir nach sechs Nächten wieder zurück nach Bangkok. Nach zehn Jahren haben wir ein weiteres Mal den Königspalast besucht. Natürlich hatte es wieder viel zu viele Menschen überall, aber die schönen Gebäude konnten aufs Neue bezaubern.

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Neben dem Grand Palace befindet sich der Wat Pho (wat = Tempel), in dem der riesige liegende Buddha, aufgestützt auf seinem rechten Arm, täglich tausende von Besuchern empfängt. (Vgl. der Eintrag zu Yangon und dem Reclining Buddha dort.)

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Ein Buddhist, der Opfergaben darbietet.

Ein besonderes Vergnügen in Bangkok ist eine Fahrt auf dem Chao Phraya. Ganz anders als auf dem Irrawaddy in Burma ist hier immer sehr viel los!

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Sehr beliebt (und laut) sind die Long-Tail-Boote.

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Wer es gemütlich mag, lässt sich mit einer Art Dschunke herumchauffieren.

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Der wunderbare Wat Arun, direkt am Fluss gelegen.

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Mönche auf dem Weg zum Wat Arun. Anders als in Burma, wo die Roben der Mönche bordeauxrot sind, leuchten die Gewänder der Thai-Mönche in knalligstem Orange.

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Das Oishi Grand ist ein japanisches Buffetrestaurant im Siam Discovery Center. Es ist unser liebstes Restaurant in Bangkok - Sushi und Sashimi à discrétion sind nur zwei der Leckereien, die auf einen warten. Und da ich mittlerweile fast schon wieder normale Portionen essen konnte, war ein Besuch natürlich ein Muss.

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Orchideen-Schau im Siam Paragon Center.

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Weihnächtliche Stimmung trotz 36 Grad? Man macht hier alles, um die kauffreudigen und -kräftigen Touristen, Expats und Einheimischen bei Stange zu halten.

Posted by birdfish 07:26 Archived in Thailand Tagged bangkok hua_hin krankenhaus bumrungrad Comments (1)

Burma (Myanmar) - Teil 3

sunny 32 °C

Zurück in Yangon wollten wir uns um unser Indien-Visum kümmern. Träge Internetverbindungen, die das Ausfüllen der Online-Formulare erschwerten, indische Feiertage, welche die Bearbeitung unserer Anträge verzögert hätten, und die Tatsache, dass wir morgens um fünf bei der indischen Botschaft hätten antraben sollen, um uns frühestens um neun Uhr auf eine Liste eintragen zu können, haben uns die Lust an einem Abstecher nach Indien definitiv genommen. So haben wir uns kurzerhand entschieden, stattdessen ein wenig länger in Burma zu bleiben und haben uns vorerst auf eine quälend lange Busfahrt nach Mawlamyine begeben.

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Der Bus musste erst repariert werden. Nach 1.5 Stunden kam ein Junge mit einem Ersatzteil auf dem Gepäckträger angefahren, und nachdem dieses eingebaut war, konnte es mit zweistündiger Verspätung losgehen.

Mawlamyine (Moulmein), 300 km südöstlich von Yangon gelegen, ist die Hauptstadt des Mon-Staates und war einst die Hauptstadt Britisch-Burmas. Zu ihren berühmtesten Einwohnern zählte einst der englische Schriftsteller George Orwell. Sein Essay "Shooting an Elephant" handelt von einem Erlebnis, das er als Police Officer in dieser Stadt hatte.

Unser kurzer Aufenthalt in dieser unspektakulären Stadt hat einmal mehr gezeigt, wie unterschliedlich und stimmungsabhängig die Wahrnehmung von Reisenden sein kann. Während einige unserer Weggefährten die Stadt in angenehmer Erinnerung hatten, war sie für uns ein wenig einladender, trostloser Unort. Strömender Regen liess uns frieren, im schmuddeligen Guesthouse mit seiner reservierten Crew fühlten wir uns nicht wohl und die Leute liessen jene Freundlichkeit vermissen, die wir bis anhin so geschätzt hatten in Burma. Obwohl verschiedene Tagesausflüge gelockt hätten, beliessen wir es bei einem kurzen Rundgang durch die Stadt und zogen nach nur einem Tag wieder von dannen.

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Die St. Patrick's Cathedral, die wieder einmal einen neuen Anstrich vertragen könnte.

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Blick von der Terrasse der Kyaikthanian Paya. Rudyard Kipling, der kurz in der Stadt verweilte, hat sich von der Pagode zum folgenden Anfang seines Gedichts "Mandalay" inspirieren lassen:

By the old Moulmein Pagoda,
Lookin' eastward to the sea,
There's a Burma girl a-settin',
And I know she thinks o' me;

Der Legende nach hat er sich auf den ersten Stufen zum Tempel hoch unsterblich in ein burmesisches Mädchen verliebt und nur der Dampfer, der ihn am nächsten Tag zurück nach Yangon brachte, bewahrte ihn davor, sich in dieser Stadt niederzulassen.

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Lichtdurchflutete Vorhalle der Mahamuni Paya.

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Beobachten der Novizen im Mahamuni-Tempel.

Unser nächster Halt, Hpa-An im Kayin-Staat, vermochte uns aber bereits wieder zu begeistern: Wir trafen auf freundliche Bewohner, ein gemütliches Guesthouse und nette Fellow-Travellers, mit denen wir uns rege austauschten (einen Franzosen trafen wir nach Yangon und Bagan bereits zum dritten Mal). Auf einem Tagesausflug im Tuktuk erkundeten wir die nähere Umgebung. Unser Fahrer chauffierte uns kreuz und quer durch bezaubernde Landschaften entlang eindrücklicher Karstgebirge zu verschiedenen Tempeln, Höhlen und einem Kloster inmitten eines Sees.

Die Kaw Ka Thawng Cave war die erste Station auf unserer Tagestour.

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Affen bevölkern das Gebiet um den Tempel.

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Die zweite Station war die Kawgun Cave, die einmal mehr einen Buddha "beim Chillen" beherbergte.

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Vor dem Mittagessen besuchten wir noch das Kyauk Kalap Monastery, dessen Stupa hoch auf einem Felsen thront.

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Die Karstlandschaft erinnerte uns an ähnliche Gebiete in Vang Vieng (Laos) oder Guilin (China).

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Die Saddan Cave kann man in der Trockenzeit zu Fuss durchqueren. Am Ende wartet der folgende moosüberwachsene Stein, der auch als Schrein dient, auf die Abenteuerlustigen (es ist sehr rutschig und dunkel im Innern der Höhle und es stinkt nach Fledermausexkrementen...). Vom Ende kann man sich bequem per Boot zum Ausgangspunkt zurückschiffen lassen.

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Seinen Abschluss fand der Tag in der Kaw Ka Taung Cave, in der es neben vielen Buddhas auch Mönchstatuen zu bestaunen gab.

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Abends fand etwas ausserhalb eine Art Jahrmarkt anlässlich der Feierlichkeiten zum State Day des Kayin-Staates statt. Es gab Essstände, Verkaufsstände (Kleider, Gartenwerkzeuge, Küchenutensilien, ...), traditionelle Tanzvorstellungen und sogar einige rudimentäre Chilbi-Bahnen. Am eindrücklichsten (und beängstigendsten) war das durch Muskelkraft angetriebene Riesenrad. Im Innern der klapprigen Holzkonstruktion kletterten eine Handvoll Jungen herum, durch deren Körpergewicht das Rad in Bewegung gesetzt wurde. Der Anblick, wie diese Wagehälse im sich drehenden Riesenrad über und unter den Kabinen durchkletterten und sprangen, war haarsträubend!

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Gegessen wurde an einem Stand zusammen mit Einheimischen: Katja eine Art Nudelsalat und ich eine Nudelsuppe.

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Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Kyaiktiyo, wo der so genannte "Golden Rock" Pilgerer aus dem ganzen Land in seinen Bann zieht. Ein riesiger Granitbrocken, überzogen mit Hunderten Schichten Blattgold (nur Männer dürfen die hauchdünnen Blättchen anbringen), balanciert auf dem Rand einer Klippe. Dort scheint er der Schwerkraft zu trotzen; der Legende nach wird der Fels nur von zwei Haaren Buddhas im Gleichgewicht gehalten, sodass er nicht herunterfällt.
Fast interessanter als der Fels ist das bunte Treiben in der Tempelanlage. Hunderte Pilgerer kniehen betend am Boden, durchkämmen die Souvenirstände, knabbern frittierte Köstlichkeiten (die Samosas sind empfehlenswert!) und amüsieren sich sichtlich an den wenigen westlichen Besuchern.

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Da wäre Kipling glatt neidisch geworden ;)

Auf der offenen Ladefläche von Lastwagen gehts wieder über kurvenreiche Strassen talwärts. Ich habe mich dazu nicht brav auf eine Bank gesetzt sondern hinten hingestellt, damit ich ein wenig die Übersicht über das ganze Geschehen hatte!

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Leider musste ich mir den Golden Rock alleine ansehen, da Katja an jenem Morgen das Bett mit Bauchschmerzen hüten musste. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, welch unheilvollen Verlauf die Sache nehmen würde ...

Posted by b.visser 07:56 Archived in Myanmar Tagged golden_rock mon hpa-an mawlamyine kayin Comments (0)

Burma (Myanmar) - Teil 2

Bagan

sunny 32 °C

Die rund zehnstündige Fahrt auf dem Irrawaddy nutzten wir, um uns auf die vielen Sehenswürdigkeiten in Bagan, dem Ziel unserer Reise auf dem Fluss, vorzubereiten.

Bagan, eine historische Königsstadt und mit über 2000 Sakralbauten eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Südostasiens, lockt heute viele Touristen aus aller Welt an. Von der eigentlichen Stadt ist nichts geblieben, nach ihrer Blütezeit vom 11. bis 13. Jahrhundert wurde sie dem Zerfall und den Plünderern überlassen. In der ganzen Ebene zwischen den heutigen Orten Old Bagan, Nyaung-U und New Bagan stehen aber immer noch aberhunderte von Tempeln und Pagoden aus Backstein - manche sind immer noch gut erhalten und prunkvoll verziert, andere stehen schief und abgebröckelt in der Landschaft, als könnten sie jederzeit wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

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Zurecht nennt man Myanmar "das goldene Land": Shwezigon-Pagode in Nyaung-U.

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Im Inneren gibt es viele buddhistische Kunstwerke zu entdecken.

Die bequemste (und effizienteste) Art, die weitläufige Anlage zu erkunden, ist per Elektro-Moped. Touristen sehen auf diesen Spielzeuggefährten zwar ein bisschen bescheuert aus, aber Eitelkeit ist hier fehl am Platz.

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Born to be wild!

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Anders als beispielsweise in Angkor Wat in Kambodscha lockt hier nicht ein spezifisches Bauwerk die Besucher an. Es ist vielmehr die schiere Menge und die Gesamtheit der vielen einzelnen Tempel. Besonders von oben (einige der Tempel haben Terassen, die man erklimmen kann) bieten sich eindrückliche Ansichten.

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Zum Abschluss eines langen Tempeltages fuhren wir mit unseren Mopeds über holprige Sandwege, die auch von Ziegenhirten und ihren Herden benutzt wurden, zum Pyathatgyi-Tempel, von dessen Terrasse aus wir zusahen, wie die Sonne langsam hinter den Hügeln unterging. Dies ist eine beliebte Art, den Tag ausklingen zu lassen, und so dauerte es auch nicht lange, bis Tour-Busse heranrollten und ihre kamerabewehrten Insassen ausspuckten.

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Um uns etwas Besonderes zu gönnen, haben wir uns das Beste für den Schluss aufgehoben: Eine Ballonfahrt bei Morgengrauen.

Ein Unternehmen unter britischer Leitung und mit ca. 100 lokalen Angestellten bietet bei geeigneter Witterung in der Trockenzeit Flüge über die Tempelanlagen an. Morgens kurz vor fünf wurden wir abgeholt und auf ein Feld gebracht (ein Fussballfeld, wie sich bei Sonnenaufgang herausstellen sollte), wo wir noch im Dunkeln bei Tee und Kaffee über den Ablauf und die Sicherheitsbestimmungen aufgeklärt wurden. Nebenher füllten die vielen burmesischen Helfer die Ballone mit Luft, die anschliessend mit Gasbrennern erhitzt wurde.
Als die Ballone sich mit den Körben aufgerichtet hatten, durften wir jeweils zu zehnt zusteigen. Mit an Bord unseres Ballons waren der spanische Pilot und sein englischer Assistent, den ich während der ganzen Fahrt mit Fragen löchern durfte (oder weiss etwa sonst jemand, wie man ein Gefährt, das keinen eigenen Antrieb hat, um seine eigene Achse dreht? *).

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Ventilatoren Blasen Luft in die Ballone, die anschliessend erhitzt wird.

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Kurz nach dem Abheben zeigte sich Bagan in seiner ganzen Pracht: Die vielen Tempel, die wir tags zuvor noch aus der Nähe erkundet hatten, zogen nun wie kleine LEGO-Bauwerke unter uns vorbei. Junge Novizen sprangen aufgeregt umher und winkten uns zu, Kinder rannten am Boden den Ballonen nach. Und um uns herum die anderen Ballone, die schwerelos und gemächlich über die Tempel hinwegschwebten. Auch Katja, die sich für gewöhnlich am Boden wohler fühlt als in der Luft, hat die kurze Reise genossen und diese schönen Fotos gemacht.

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Nach 45 Minuten Flugzeit und einer erstaunlich sanften Landung durften wir bei Croissants und einem Glas Sekt noch ein Zertifikat und einen USB-Stick mit den Fotos der Aussenkamera entgegennehmen.

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Frühstück ist angerichtet!

Um uns eine weitere, lange Busreise zu ersparen, flogen wir gleichentags noch mit dem Flugzeug zurück nach Yangon. Auch auf diesem Flug mit einer ATR 72-600 boten sich uns dank der niedrigen Flughöhe und des guten Wetters schöne Aussichten auf die Landschaft unter uns.

Zurück in Yangong wartete das nächste Abenteuer auf uns: Beantragen eines Indien-Visums. Ob das klappen würde ..?

[*Ballone verfügen seitlich über zwei gegenüberliegende Klappen, ähnlich wie Kiemen, die sich jeweils mit Seilzügen öffnen lassen. Die ausströmende Luft lässt den Ballon im Uhr- oder Gegenuhrzeigersinn drehen.]

Posted by b.visser 04:44 Archived in Myanmar Tagged temples balloon bagan nyaung-u Comments (3)

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