A Travellerspoint blog

Salzseespass mit Requisiten

El Salar de Uyuni - Erste Station in Bolivien

sunny 23 °C

Unser Fahrer brachte uns sicher in die Ciudad de Uyuni, dem Basecamp zur Besichtigung des grössten Salzsees der Erde (10582 km2). Da wir die Gegend südlich des Salzsees bereits auf der Hinfahrt abgedeckt hatten, entschieden wir uns für eine Tagestour. Diese führte uns während sieben Stunden zum, auf und über den Salzsee.

Wie im vorherigen Blogeintrag erwähnt, war ich noch im Bann des Vulkans, den ich bestiegen hatte, und deshalb nur halb bei der Sache. Der Salzsee vermochte mich schon zu faszinieren, aber irgendwie war ich weniger beeindruckt, als ich dachte, dass ich wäre.

Im Folgenden ein paar Eindrücke mit zwei Kommentaren:
Das Highlight war für mich die Isla Incahuasi (Quechua für "Haus des Inka") mit den jahrhundertealten Kakteen. Die Insel wuchtet sich aus der weissen Salzfläche empor und erinnert an Dantes infernalisches Szenario.
Die spassigen Fotos (siehe unten) mit diversen Statisten gehören zu jeder Uyuni-Tour dazu (auch wenn uns zu Ohren gekommen ist, dass sich gewisse Travellers diesen Eskapaden verweigerten ... ;-) Die Guides sind unglaublich versiert, was das Bedienen der Smartpones angeht, und so gaben wir unseres gerne in fremde Hände ...

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Laut Wikipedia und den wohl meisten Tour-Agenturen in Uyuni zählt der - wie wir fanden - langweilige Zugfriedhof zu den Hauptattraktionen eines jeden Uyuni-Besuchs. Ursprünglich wurden die Mineralien, die in dieser Gegend abgebaut wurden, per Zug zur Pazifikküste verfrachtet; in den 1940er-Jahren kam jedoch der ganze Handel zum Erliegen.

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Die erste Tuchfühlung mit dem Salzsee.

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Mein Highlight der Tour: Die Isla Incahuasi.

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Zmittag mit unseren korenanischen Reisegefährten, inkl. Karate-Übung.

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Der Godzilla, unschuldig auf dem Markt in Uyuni erworben, war sehr furchteinflössend und unterhielt unsere ganze Truppe ...

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Unser liebes Reisemaskottchen - Kängi -, das mir meine beste Freundin mit auf die Reise gegeben hat, kommt hier dank verzerrter Perspektive einmal ganz gross raus.

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Sonnenuntergang auf dem See an einem Ort, wo noch ein bisschen Wasser liegt. Im Januar/Februar liegt verhältnismässig viel Wasser auf dem See; etwas, was anscheinend vor allem Japaner dazu verlockt, den See zu besuchen.

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Die Ciudad de Uyuni lockt nicht gerade mit vielen Sehenswürdigkeiten, aber wir fanden den Ort - im Gegensatz zu vielen anderen Touristen - ganz entspannend, um ein paar Tage auszuruhen. Die Temperaturen sinken zwar nachts rasch gegen oder unter Null, aber tagsüber ist das Wild-West-Town doch ganz angenehm, um sich da zu vertun.

Posted by birdfish 08:35 Archived in Bolivia Tagged uyuni salar isla_incahuasi Comments (1)

A World Apart

San Pedro de Atacama (Chile)

sunny 25 °C

"You know you're in Chile when the beer is twice the price and half the size", hört man Travellers sagen. In der Tat ist San Pedro de Atacama, dieser kleine Wüstenort im Norden Chiles, nicht gerade billig, vor allem die Touren nicht, die man da machen kann. Aber es lohnt sich! Die Landschaften der trockensten Wüste der Welt sind unglaublich eindrücklich. Wir machten zwei Tage lang vier Touren und am letzten Tag ging's dann für mich wieder einmal hoch hinaus.

Am ersten Abend liessen wir uns von einem fachkundigen und unterhaltsamen Franzosen alles über den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre erzählen. Durch etwa zehn Teleskope konnten wir zudem einen genaueren Blick auf einzelne Konstellationen werfen. Das Highlight war aber das Teleskop, das auf den Mond gerichtet war und durch das der Experte Fotos mit den Apparaten der Touristen machte.

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Im Anschluss an das Gespräch über fremde Galaxien fragte ich ihn, ob er denn an Leben ausserhalb unserer Galaxie glaube. Er bewies Humor und antwortete mit seinem charmanten französischen Akzent: "There is for sure some life out there. Whether these creatures are more intelligent than we, we cannot say. But what we can say for sure: We are more beautiful!"

Die erste Tour führte uns ins Valle de la Luna. Diese vegetationsarme Landschaft erinnert an eine Mondlandschaft, daher der Name. Wir erklommen Hügel, spurteten eine Sanddüne hinunter und liessen uns dann für den Sonnenuntergang auf einer Bergkuppe nieder, um zuzuschauen, wie die Berge von der untergehenden Sonne in Rot getaucht wurden.

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Das Weiss ist natürlich Salz, was der Landschaft einen zusätzlichen irrealen Touch verlieh.

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Der Volcán Licancabur ist der Hausberg San Pedros.

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Bereit für den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen hiess es früh aufstehen, denn der Dampf der Geysire auf dem drittgrössten Geysirfeld der Welt, El Tatio, lässt sich nur bei Kälte beobachten. Um fünf Uhr ging es los, etwa 1,5 Stunden fuhren wir im Minibus quer durch die Wüste. Noch vor Sonnenaufgang standen wir auf dem Feld, das Thermometer zeigte minus 7 Grad an!

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Endlich! Die Sonne kommt! Ich kann verstehen, warum die indigenen Völker hier einen Sonnenkult betreiben bei den tiefen Temperaturen in der Nacht.

Nachdem die Sonne aufgegangen war, konnte man sich in den nahe gelegenen Thermalquellen wieder aufwärmen.

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Auf dem Rückweg besuchten wir noch imposante Kakteen, die bis zu 500 Jahre alt sind. Und das eine oder andere Vicuña und Flamingos durften natürlich auch nicht fehlen.

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Let's hug, my friend!

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Das Nachmittagsprogramm gestaltete sich etwas entspannter: Es ging von Lagune zu Lagune. In der Laguna Sejar kann man sich wie im Toten Meer treiben lassen ohne unterzugehen, Schlammpackung inklusive.

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"Und da geht's morgen hin!"

Am nächsten Morgen hiess es wiederum um halb fünf aufstehen, diesmal aber für ein Erlebnis der besonderen Art. Nach unserem Fuji-Abenteuer fand ich, dass es wieder einmal an der Zeit war, einen Vulkan zu besteigen und meine persönliche Bestmarke zu überbieten. Die höchste Höhe, die ich je zu Fuss erreicht hatte, war etwa 5000 m.ü.M., wobei ich damals nur etwa 200 Höhenmeter überwinden musste. Der Volcán Lascar, der aktivste der chilenischen Vulkane, war da ein anderes Kaliber. Ich schloss mich einer Gruppe von drei Franzosen und einer Brasilianerin an, und zusammen mit zwei Bergführern ging es morgens um 5 los. Etwa um 7 Uhr erreichten wir die Laguna Lejia, das Aussenthermometer des Jeeps zeigte minus 12 Grad an. Wer will da schon aussteigen?!

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Ich hätte mir ein Stativ gewünscht...

Bei Sonnenaufgang machten wir uns auf 4800 m.üM. auf den Weg. Mein Ziel war, den Kraterrand auf 5450 m.ü.M. zu erreichen. Ambitionen, den Gipfel auf 5600 m.ü.M. zu erklimmen, hatte ich zwar schon, aber unser Hauptführer würde erst beim Kraterrand entscheiden, ob der Gipfelsturm unternommen würde.

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Unsere Gruppe beim Start (links im Bild unser Bergführer). Die Franzosen (zwei Männer und eine Frau) schienen stark zu sein. Ich ordnete mich konditionstechnisch vor der Brasilianerin, aber hinter den Franzosen ein.

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Der Kraterrand war nach etwa 2,5 Stunden steilen Aufstiegs erreicht. Ich fand es unglaublich anstrengend, vor allem wegen der Höhe und auch, weil man teilweise Schwefelgestank einatmen musste.

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Der Blick hoch zum Gipfel. Die "Wolke" ist der Schwefeldampf des Vulkans.

Unser Guide entschied: Wir gehen hoch! Und zwar als geschlossene Gruppe! Mein Flehen, mich beim Kraterrand zurückzulassen, ignorierte er... ;-)

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YESSSS!! Geschafft!! Das iPhone machte nicht mehr mit auf dieser Höhe, die Kamera dafür schon! Nach einer weiteren Stunde des Aufstiegs (die steilste Partie der ganzen Wanderung) erreichten wir 3 Stunden und 40 Minuten nach dem Losmarsch beim Jeep den Gipfel - eine sehr gute Zeit, wie unser Guide fand.

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Nach einer halbstündigen Pause auf dem Gipfel machten wir uns wieder auf den Abstieg. Mich überfielen heftige Kopfschmerzen...

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Auf dem Hosenboden ging es auf einem Schneefeld 400 m steil den Berg runter, gebremst wurde mit den Schuhen und den Stöcken.

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Uff! Zurück im "Basecamp".

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Da oben waren wir!

Jedes Mitglied der Gruppe hatte mit der Höhe zu kämpfen. Einem der Franzosen ging es ganz übel. Und auch meine Kopfschmerzen wurden immer arger. Auf der zweistündigen Rückfahrt überfiel mich eine starke Übelkeit; ich konnte meine Augen nicht schliessen. Ich kam in San Pedro an, fiel wie tot ins Bett und schlief erst einmal meinen Höhenrausch aus. Der Berg forderte seinen Tribut, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Am nächsten Morgen hiess es erneut Abschied nehmen von diesem wunderbaren Land. Mitten in der Wüste standen zwei kleine Häuschen, der chilenische bzw. bolivianische Zoll. Ein griesgrämiger Grenzbeamter drückte uns den bolivianischen Einreisestempel in den Pass und wir wurden in einen Jeep verfrachtet, in dem sich bereits fünf Reisende befanden, die zwei Kolleginnen an der Grenze abgeladen hatten, die weiter nach San Pedro reisten. Dies war ihr letzter Tag der dreitägigen Uyuni-Tour, und wir kamen sozusagen in den Genuss einer gratis Tagestour, denn wir hatten einfach einen Transport in die Ciudad de Uyuni gebucht. Umso besser!

Die Fahrt nach Uyuni ging durch das beeindruckende Eduardo-Avaroa-Naturreservat. Unser Fahrer versprach uns, er würde uns zu einem "secret spot" bringen.

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Und auf einmal war da Wasser mitten in der Wüste: der beeindruckende Geheimort unseres Guides, den man nur durch Klimmen erreichen konnte. "Auch ich war in Arkadien", sage ich da nur. ;-)

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Es herrschte eine idyllische Atmosphäre bei den grasenden Lamas.

Es ist schwer zu beschreiben, welchen Eindruck die Landschaften von Atacama auf mich machten. Es war wohl eine Mischung aus Glücksgefühlen und Unglauben, dass es diesen Flecken Erde wirklich gibt. Als wir in Uyuni ankamen, war ich auf jeden Fall körperlich und geistig extrem müde, die Intensität der letzten Tage blieben noch lange an mir haften. Obwohl ich den Salzsee von Uyuni, den wir in den nächsten Tagen besuchen würden, als ein Highlight unserer ganzen Südamerika-Tour ansah, musste ich feststellen, dass ich beim Besuch des Salzseees noch stets im Bann der Atacama-Wüste war... Aber davon dann das nächste Mal.

Posted by birdfish 13:14 Archived in Chile Tagged geyser atacama san_pedro valle_de_la_luna vulkán lascar lagune Comments (3)

Mendoza und Salta

Letzte Stationen in Argentinien

sunny 24 °C

Eine bequeme Nachtbusfahrt brachte uns von Córdoba nach Mendoza, wo wir ein bisschen zu früh dran waren, um unser Zimmer zu beziehen. So erkundeten wir zuerst den Parque General San Martin, der uns allerdings zu solch früher Stunde noch nicht zu begeistern vermochte. Der künstliche See und die bröckelnden Spazierwege erinnerten uns irgendwie an einen ähnlichen Park in Burma.

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Am Nachmittag haben wir uns zu einer City-Tour per Bus hinreissen lassen. Anders als in Paris oder London ist eine Fahrt im offenen Sightseeing-Bus in Mendoza erschwinglich, was vielleicht auch daran liegen mag, dass es nicht viel zu sehen gibt. Plaza hier, Plaza da, dazwischen ein wenig baufällige Kolonialarchitektur. Schön war allerdings die anschliessende Fahrt auf den nahe gelegenen Cerro de la Gloria (Cerro = Berg), von wo man einen schönen Ausblick auf die Stadt und die Anden hat. Mendoza liegt nämlich im Westen Argentiniens am Fuss der Andenkordillere. In umittelbarer Nähe befindet sich der Cerro Aconcagua, der mit 6962 m höchste Berg Südamerikas. Eine Besteigung ist in dieser Jahreszeit zum Glück nicht ratsam ;)

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Die Plaza Indepencia, ein städtebauliches Bijou.

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Der allgegenwärtige General San Martín.

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Auf dem Gipfel des Cerro de la Gloria kann man das imposante Monument zu Ehren der Andenarmee bestaunen, die unter der Führung von General José San Martín Chile in die Unabhängigkeit geführt hatte.

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Über dem Gipfel ziehen Geier ihre Kreise.

Das eigentliche Highlight Mendozas sind natürlich die unzähligen Weingüter, die man per Bus, Velo oder zu Fuss besuchen kann. Wir entschieden uns für die bequeme Variante per Minibus mit einer Handvoll weiterer Weinliebhaber. Auf der Tour erfährt man allerlei Wissenswertes über den argentinischen Weinbau und hat Gelegenheit, die rustikalen bis edlen Tropfen zu degustieren. Auch eine Olivenölfabrik stand auf dem Programm. Wer sich übrigens schon einmal gefragt hat, weshalb es bei uns hauptsächlich chilenischen und kaum argentinischen Wein zu kaufen gibt, hier die Antwort aus erster Hand: Der Transport auf dem Landweg von Mendoza an die Küste Argentiniens für den Weitertransport nach Europa ist derart kostspielig, dass die Verkaufspreise unverhältnismässig hoch ausfallen würden und der Wein keine Abnehmer finden würde. Da haben es die Chilenen natürlich besser: Chile ist durchschnittlich nur 177 km breit und die Wege zur Küste sind kurz.

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Das erste Weingut, das wir besuchten, war eine industrielle Anlage.

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Das zweite war ein traditionelles Familienunternehmen. Hier genossen wir die bekannteste (und wahrscheinlich beste) Rebsorte Argentiniens: Malbec.

Nach zwei Tagen war das touristische Potenzial Mendozas erschöpft und wir zogen wiederum mit dem Nachtbus weiter nach Salta, unserer letzten Station in Argentinien.

Salta liegt im Nordwesten Argentiniens und ist vor allem für seine spanische Kolonialarchitektur bekannt. Um uns einen Überblick zu verschaffen, fuhren wir mit der Gondelbahn auf den Hausberg Cerro San Bernardo, von wo man die schöne Aussicht geniessen kann. Ein steiler Weg mit unzähligen Stufen führte uns wieder in die Stadt hinab, wo es zahlreiche Kirchen zu bestaunen gab. Nicht umsonst nennt man Salta im Volksmund "la linda": die Schöne.

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Die Plaza 9 de Julio (in Südamerika liebt man wichtige historische Daten) mit einer Statue San Martíns und der Catedral Basílica de Salta.

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Convento de San Bernardo.

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Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria de la Viña.

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Tribunal de Cuentas, der Rechnungshof von Salta.

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Wer der Dritte im Bunde (nebst Fussballgott und Revolutionär) ist, wissen wir leider nicht ...

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In Salta hatten wir wieder einmal richtig Glück mit unserem Hostel: Unser rustikales Kolonialzimmer.

Auf keinen Fall verpassen darf man in Salta das Museo de Arqueología de Alta Montaña (MAAM). Das Museum für Hochgebirgsarchäologie wartet mit drei spektakulären Exponaten auf: den Niños del Llullaillaco, den Kindermumien von Llullaillaco. Dabei handelt es sich um die erst 1999 auf dem Vulkan Llullaillaco entdeckten, perfekt erhaltenen Mumien dreier Inka-Kinder.

Bei besonderen Anlässen führten die Inkas die so genannte Capacocha-Zeremonie durch, ein Opferfest, bei dem auserwählte Kinder reicher Familien aus den vier wichtigsten Regionen des Inkareiches geopfert wurden. Man weiss heute, dass die Kinder in den letzten Tagen und Stunden ihres jungen Lebens mit Alkohol und Coca betäubt wurden, bevor man sie tötete. Nach ihrer Beisetzung auf 6739 Metern Höhe sorgten die eisigen Temperaturen und trockene Luft dafür, dass die Leichname dieser drei entdeckten Kinder die letzten 500 Jahre perfekt konserviert geblieben waren.

Heute kann man jeweils eines der Kinder im eigens dafür gebauten Museum bestaunen; die anderen beiden bleiben derweil unter Verschluss, um die Leichname nicht unnötig zu strapazieren. Ausgestellt werden sie in speziellen Glaskapseln, in denen ein besonderes Luftgemisch und eine Temperatur von minus 20 Grad herrschen.

Fotografieren durfte man die fragile Mumie natürlich nicht, aber eine kurze Google-Suche liefert die entsprechenden Bilder. Bei unserem Besuch war gerade die sechsjährige "La niña del rayo" ausgestellt, das "Blitzmädchen". Offenbar wurde sein Leichnam irgendwann von einem Blitz getroffen, davon zeugen zumindest Spuren im Gesicht und an der Schulter der Mumie.

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Der Anblick war fast schon ein bisschen unheimlich.

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Eine der vielen Grabbeigaben, welche die Kinder ins Jenseits begleiten sollten.

Hiermit verabschiedeten wir uns von Argentinien und machten uns auf den langen Weg in die Atacama-Wüste in Chile. Die Fahrt dorthin dauerte neun Stunden und führte uns durch spektakuläre Landschaften und Salzseen.

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Diese Strecke, die Ruta 27, ist der höchstgelegene Highway der Welt (der höchste Punkt liegt auf 4829 m.ü.M. - Herzrasen und Kopfschmerzen gehören beim rasanten Anstieg auf diese Höhe dazu!). Nicht immer hat man wie wir Wetterglück, denn das Klima ist garstig da oben. Davon erzählt unter anderem der folgende lesenswerte Artikel (auf Englisch) aus dem Guardian:

"Andes Crossing" von Kevin Rushby

Posted by b.visser 09:25 Archived in Argentina Tagged salta mendoza malbec museo_de_arquelogia_de_alta_mon Comments (5)

Von Jesuiten und Revolutionären

Córdoba und Umgebung

sunny 25 °C

Nach unserem Dschungelabenteuer flogen wir (ja, wir werden faul ...) ins Landesinnere in die Universitätsstadt Córdoba. Dort erwartete uns erneut ein Hostel des Grauens, sodass wir am nächsten Tag in ein schmuckes kleines Hotel umzogen. Dort gefiel uns u.a. die Tatsache, dass wir die WC-Spülung per Knopfdruck bedienen konnten und nicht mit einem Griff durch ein Loch in der Wand in den offenen Spülkasten.

Die zweitgrösste Stadt Argentiniens wartet mit einer schönen Altstadt auf, die vor allem von Sakral- und Kolonialbauten geprägt ist. Die Innenstadt lässt sich dabei bequem zu Fuss erkunden.

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Die Iglesia de Santa Teresa.

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Die Iglesia de la Compañía de Jesús, fertiggestellt in 1671, mit einem Zederndach, das die Form eines Schiffsrumpfs hat. Was nicht weiter erstaunt, denn der flämische Architekt war eigentlich Schiffsbauer.

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Die Kathedrale der Stadt und ihre Umgebung.

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Die Iglesia de San Francisco.

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Die Anlage Paseo del Buen Pastor ist der modernen Kunst gewidmet.

Auf einer geführten Tour durch die Universität der Stadt, übrigens die älteste des Landes, wurden uns ungewöhnliche Einblicke gewährt, so zum Beispiel in die Bibliothek, wo die ältesten Bücher des Landes (die meisten davon aus Spanien hergebracht) aufbewahrt werden. Die Bibliothek erhielt just eine Woche vor unserem Besuch eine neue Klassifikation der UNESCO und die Bücher sind nun sehr ansprechend ausgestellt. Fotografieren war übrigens verboten - das erfuhren wir aber erst, nachdem die Fotos schon gemacht waren.

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Ein beliebtes Ausflugsziel ist im Umland von Córdoba zu finden: Die Estancias Jesuíticas im Örtchen Jesús María. Dabei handelt es sich um Jesuitenklöster, die sich dem Land- und Weinbau verschrieben hatten. Der Jesuitenorden war bis zu seinem Verbot weitherum verbreitet, so auch in Bolivien, Paraguay und Brasilien. Die Estancias um Córdoba sind heute als Museen öffentlich zugänglich und zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wenn man im monströsen Busbahnhof von Córdoba den richtigen Billetschalter und richtigen Bus gefunden hat (es gibt ca. 60 Schalter und 100 Gates auf zwei Terminals verteilt), erreicht man nach einer Stunde Fahrt Jesús María. Dort klappert man zu Fuss die verschiedenen Estancias ab. Oder, wenn man wie wir Glück hat, wird man von einem freundlichen Estancia-Gärtner gegen ein kleines Entgelt in seinem Pickup herumchauffiert. Man muss es sich einfach zwischen Rasenmähern und dreckigen Schaufeln bequem machen ...

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Die erste Estancia, die wir besuchten, war jene von Caroya.

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Die Jesuiten bauten jeweils ein Gut an, von dessen Verkauf sie lebten. Die Estancia de Jesús María, unsere zweite Station, produzierte in erster Linie Wein.

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Am Abend zurück in Córdoba gönnten wir uns ein arabisches Buffet - und wurden von dessen Reichhaltigkeit und Schmackhaftigkeit überrascht. Hummus, Auberginenpüree, Taboulé, Fladenbrot, gefüllte Weinblätter usw. wurden in üppigen Mengen aufgetischt. Leider müssen wir nämlich gestehen, dass unsere Begegnung mit argentinischen Restaurants im Allgemeinen eher enttäuschend ausfiel; bis auf ein paar Ausnahmen in Buenos Aires war das Essen dürftig bis miserabel oder dann völlig überteuert ...

Hausbesuch beim Comandante

Ein Muss für Neomarxisten und historisch Interessierte ist natürlich ein Besuch im Museo Casa del Che im Örtchen Alta Gracia, wiederum eine Stunde von Córdoba entfernt. Das Museum besteht aus dem Haus, in dem der Revolutionär Ernesto "Che" Guevara von 1932 bis 1943 mit seinen Eltern und Geschwistern gelebt hatte. Ernestito, klein Ernesto, litt unter Lungenproblemen und so beschlossen seine Eltern, von Rosario ins höher gelegene Alta Gracia umzusiedeln, das für seine gesunde Luft bekannt war.

Im Museum sind viele persönliche Gegenstände, Briefe, Fotos und sein Motorrad ausgestellt, mit dem er Südamerika bereist hatte, bevor er sich seinen revolutionären Aktivitäten widmete. Ein Raum dokumentiert sogar den Besuch seines ehemaligen Genossen Fidel Castro, der 2006 gemeinsam mit Hugo Chávez das Museum besichtigte. Wenn man da nicht den Geist der Revolution spürt ... ?

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El Comandante lädt zum Verweilen ein.

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"El Che" in jungen Jahren.

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Die Fotos zeigen Che mit seinem Doktorfreund Alberto Granado, mit dem er ausgedehnte Reisen durch Südamerika unternahm, seine Familie und einen gleichgesinnten Genossen.

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Fachsimpeln im Beisein Ernestitos (Quelle: www.cuentosdelaranero.org.ve).

Wem der Sinn nicht nach sozialistischem Gedankengut steht kann auch in Alta Gracia ein schönes ehemaliges Jesuitenkloster besuchen.

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Als ob wir nicht schon genug historische Gebäude besucht hätten, zog es uns am letzten Tag in Córdoba unter anderem ins Museo Histórico Provincial Marqués de Sobre Monte, das von 1783 bis 1796 vom gleichnamigen Statthalter bewohnt wurde. Das Haus ist ein Prunkstück an Kolonialarchitektur mit schönen Zimmern mit Holzböden und mehreren "Patios", Innenhöfen.

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Nach vier Tagen verliessen wir Córdoba bereits wieder und nahmen den Nachtbus nach Mendoza, dem berühmten Weinbaugebiet Argentiniens.

Posted by b.visser 13:39 Archived in Argentina Tagged cordoba che_guevara estancias_jesuiticas casa_del_che alta_gracia jesus_maria Comments (2)

Dreiländereck mit Knuffelbär

Die Iguazu-Wasserfälle

sunny 33 °C

Von Buenos Aires stiegen wir bequem in den Flieger, denn der Flug nach Puerto Iguazú im Norden Argentiniens war in unserem LAN-Pass enthalten. Der Anflug war sehr speziell: Man sah nur Regenwald und noch mehr Regenwald und irgendwann, ganz kurz bevor der Flieger aufsetzte, sah man dann doch noch etwas Zivilisation. Die Wasserfälle der Iguazú-Flusses befinden sich im Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay, wobei sich die beiden Erstgenannten die eigentliche Attraktion teilen.

Unsere Basis war in Argentinien, wir besuchten aber die Fälle am ersten Tag (bei Sonnenschein) auf der argentinischen Seite und am zweiten Tag (bei Regen) von der brasilianischen. Unter Travellern herrscht die grosse Frage, welche Seite denn schöner sei. Die brasilianische bietet einen besseren Überblick über das ganze Geschehen, aber die argentinische fanden wir abwechslungsreicher. Im Folgenden ein paar Impressionen dieser eindrücklichen Landschaft, die aus 20 grösseren und 255 kleineren Wasserfällen besteht, die sich auf einer Länge von 2.7 Kilometern erstrecken.

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Die Wasserfälle lassen sich auf Stegen mühelos erkunden.

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Bei der Garganta del Diablo (dem Teufelsschlund) fällt der Río Iguazú 80 m in die Tiefe. Dieser Wasserfall ist der imposanteste des ganzen Gebiets.

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Diese Knuffelbären, gennant Coatí, formieren sich zu Gangs und machen das Verweilen im Park unsicher.

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Ich war beeindruckt von den vielen Schmetterlingen, die sich in diesem Gebiet tummeln. Vom Bus aus konnten wir Scharen von tausenden Schmetterlingen auf einem Fleck beobachten.

Die folgenden drei Bilder wurden auf der brasilianischen Seite aufgenommen:

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Dies ist wiederum die Garganta del Diablo.

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Nach zwei Tagen Wasserfall von oben, unten, vorne und hinten nahmen wir es noch einen Tag gemütlich und besuchten den Parque Güirá Oga, der sich in der Nähe von Puerto Iguazú befindet. Diese gemeinnützige Organisation widmet sich der Pflege von verunfallten, ausgesetzten oder sonstwie bedürftigen Urwaldtieren. Sie werden in dieser Station aufgepäppelt und dann in einem Naturreservat wieder ausgesetzt.

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Das Gürteltier war schrecklich geschäftig und wollte partout nicht für ein Portrait stillhalten.

Drei Tage verweilten wir in diesem wunderschönen Flecken Erde, der tropisch und so gar nicht mehr argentinisch wirkt. Dann brachte uns ein Weiterflug zurück in wirklich argentinisches Land: nach Córdoba, der zweitgrössten Stadt des Landes.

Posted by birdfish 20:21 Archived in Argentina Tagged iguazu coati bird_park guira_oga Comments (1)

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