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Kolumbien - ein Land im Umbruch

Erste Stationen: von Quito nach Popayán

sunny 26 °C

Nach unserer Seelöwen- und Tölpelsafari in Galapagos erholten wir uns noch einige Tage in Quito und genossen erneut die Gastfreundschaft der Casa Helbling, bis wir uns auf den Weg nach Kolumbien machten.

Heute ist es möglich - und vor allem sicher -, auf dem Landweg nach Kolumbien einzureisen. Überhaupt befindet sich das Land derzeit im Wandel: Nachdem jahrzehntelange Drogenkriege jeglichen Tourismus in Kolumbien zum Erliegen brachten, öffnet sich das Land nun wieder den ausländischen Besuchern. Die Sicherheit hat sich massiv verbessert und es wird fleissig in die Infrastruktur investiert. Der Tourismus als wirtschaftliche Chance will genutzt werden!

Ein Bus und ein Taxi brachten uns für wenig Geld an den Grenzübergang Rumichaca, wo die Einreiseformalitäten in Kürze erledigt waren. Die Dekoration im Zollhäuschen liess bereits erahnen, dass Kolumbien ganz dem Fussballfieber erlegen war. Im Juni nämlich fand die "Copa America" statt - das südamerikanische Pendant zur Fussball-Europameisterschaft. Und wie wir später erfahren würden, war Kolumbien mit Herz und Seele dabei!

Weiter gings mit einem Taxi nach Ipiales, von wo man das spektakulär gelegene "Santuario de Las Lajas" besuchen kann, ein Wallfahrtsort mit Basilika, die in der Tiefe der Guáitara-Schlucht erbaut wurde. Wir waren an einem Sonntag da, als der Ort von Tausenden Einheimischen besucht wurde, was für eine Volksfest-ähnliche Stimmung sorgte. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir per Minibus weiter nach Pasto, einer eher unscheinbaren Provinzstadt. Das Hotel, das uns empfohlen wurde, lag leider ausserhalb des Stadtzentrums in einem etwas schummrigen Viertel, sodass wir für unser Nachtessen notgedrungenermassen eine Imbisskette namens "Mr. Pollo" aufsuchen mussten. Der Name war Programm: Pollo (Poulet) in allen Variationen, aber hauptsächlich frittiert. Aber daran hatten wir uns nach drei Monaten Südamerika ja bereits gewöhnt ...

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Das barocke Innere, wo gerade eine Messe abgehalten wird.

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Überall sind Plaketten angebracht, auf denen Gläubige sich für die vollbrachten Wunder der heiligen Jungfrau bedanken.

Pasto erkundeten wir in ein paar Stunden zu Fuss, unter anderem in der Hoffnung, einen Transport zur nahe gelegenen Laguna de la Cocha zu finden, einem See, der mit schönen Aussichten locken sollte. Aber aus irgendeinem Grund war an diesem Tag niemand aufzutreiben, der uns hätte dahinbringen können, und so kehrten wir unverrichteter Dinge in unser Hotel zurück, um im TV den nächsten Fussballmatch zu verfolgen.

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Der Hauptplatz, die Plaza de Nariño.

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"Meine" Kirche: die Iglesia de San Sebastián.

Nächster Halt war Popayán, das als eine der schönsten Städte Kolumbiens angepriesen wird. Unser Reiseführer hatte nicht zu viel versprochen: Das ganze Stadtzentrum erstrahlt im typischen Weiss und die vielen spanischen Kolonialbauten verzaubern den Besucher. Wenn nur der Verkehr nicht wäre - in Europa hätte man das Stadtzentrum schon lange zur autofreien Zone erklärt, aber hier muss man sich einen Weg durch die vielen Autos, Taxis, Busse usw. bahnen, welche die staubigen Strassen durchpflügen. Zuflucht findet man in den ruhigen Patios (Innenhöfen) der zahlreichen kleinen Museen und auf dem von schattenspendenden Bäumen gesäumten Hauptplatz, dem Parque Caldas.

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Wiederum zieren viele Kirchen die Innenstadt Popayáns.

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Das Teatro Municipal mit seinem gepflegten Äusseren.

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Das Museo Guillermo Valencia. In dieser prunkvollen Villa lebte einst der Dichter Guillermo Valencia, ein Sohn der Stadt.

Im lokalen naturhistorischen Museum kann man u.a. die vielfältige Vogelwelt Kolumbiens bestaunen. Die Exponate haben zum Teil schon etwas Staub angesetzt bzw. einige Federn gelassen, aber interessant wars trotzdem.

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So nahe sind wir dem Kondor, dem wichtigsten Vogel aller Andenvölker, noch nie gekommen (rechts das Männchen).

Bald gings auch schon weiter nach Cali, der drittgrössten Stadt Kolumbiens. Diese Stadt hat nicht besonders viel zu bieten, wir nutzten sie lediglich als Zwischenhalt auf dem Weg nach Medellín. Wir nahmen uns jedoch die Zeit, der Hitze im Schatten des zoologischen Gartens zu entfliehen, des besten seiner Art in Kolumbien. Dabei kamen wir uns selbst ein wenig wie Tiere im Zoo vor, denn viele der einheimischen Besucher fanden uns bisweilen interessanter als die Tiere in den Käfigen ... ;) Ein Gefühl, das wir seit Bangladesch nicht mehr hatten ...

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Schildkröten nehmen ein Kaiman-Taxi.

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Die saumässige Hitze machte allen zu schaffen.

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Ein Capybara verschafft sich Abkühlung im Teich. Diese überdimensionierten Meerschweinchen sind mit bis zu 130 cm Körperlänge die grössten Nagetiere der Erde.

Damit war aber auch schon Schluss mit dem Streichelprogramm - von Cali machten wir uns auf den Weg nach Medellín, dem einstigen Hauptsitz der kolumbianischen Drogenmafia!

Posted by b.visser 15:30 Archived in Colombia Tagged cali pasto ipiales popayan santuario_de_las_lajas

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